Sonntag, 11. März 2007 / 19:27 Uhr
München - Nach einem Festival der vergebenen Torchancen hat der FC Bayern München die Rückkehr ins Titelrennen leichtfertig verschenkt. Zum Ende der «Woche der Wahrheit» musste sich der deutsche Rekordmeister mit einem 1:1 (1:0) im Klassiker gegen Werder Bremen begnügen.
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Damit liegen die Bayern weiterhin sechs Punkte hinter Spitzenreiter Schalke 04. «Wenn man das 2:0 nicht macht, verliert man zwei Punkte. Das ist logisch», stellte Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld enttäuscht fest, «aber wir geben nicht auf. Es bleibt weiter spannend.» Werder festigte mit dem Remis Tabellenplatz zwei. Trainer Thomas Schaaf konnte mit dem Punkt gut leben, räumte aber ein: «Wir haben heute sehr viel Glück gehabt».
Lucio (r) vom FC Bayern München und Aaron Hunt kämpfen um den Ball.
Nach Bayerns früher Führung durch Lukas Podolski (7.) bestrafte Markus Rosenberg (67.) vor 69 000 Zuschauern in der ausverkaufen Allianz Arena die mangelhafte Chancenverwertung der Bayern, die aber auch am glänzenden Werder-Keeper Tim Wiese scheiterten, und hielt die Bremer auf Titelkurs. «Wir haben uns gequält und sind mit dem einen Punkt sehr zufrieden», meinte Torsten Frings, «am Anfang haben wir uns von den aggressiven Bayern einschüchtern lassen.»
Franz Beckenbauer schwante trotz der starken ersten 45 Minuten seiner Mannschaft nicht Gutes. «Das 1:0 ist nicht so beruhigend», warnte der Bayern-Präsident vor dem Wiederanpfiff. Die Strafe für die ungenügende Torausbeute folgte prompt: Nach Pass von Torsten Frings ließ Hugo Almeida Bayern-Keeper Oliver Kahn mit einem Heber schlecht aussehen und der eingewechselte Rosenberg drückte den Ball zum 1:1 über die Linie.
«Wenn Olli raus geht, muss er den Ball haben», kritisierte Beckenbauer, der nach dem Spiel den vergebenen Chancen nachtrauerte, «aber da war nicht nur Unvermögen, sondern auch Pech dabei.» Nach Bremens Ausgleich vergaben Hasan Salihamidzic (71.), der am leeren Tor vorbeischoss, und Podolski (79.) kläglich. An ihre Chance glauben die Bayern trotzdem. «Wir können noch Erster oder Zweiter werden», meinte Mark van Bommel.
Mit der besten Bundesliga-Halbzeit in dieser Saison degradierten die ohne den verletzten Miroslav Klose angetretenen Hanseaten mit entschlossenen und schnellen Offensivaktionen zum Spielball. In Antreiber van Bommel und dem wesentlich verbesserten Bastian Schweinsteiger besaßen die Münchner im Mittelfeld klare Vorteile Plus, im Angriff bestätigte Podolski seinen Formanstieg. «Er sprüht wieder vor Selbstvertrauen», lobte DFB-Manager Oliver Bierhoff den Ex-Kölner, der allerdings im Abschluss ungewohnte Schwächen hatte.
Die müde wirkenden Bremern hatten drei Tage nach dem UEFA-Cupspiel in Vigo bis auf den hervorragenden Wiese wenig dagegen zu setzen. Die Stürmer Aaron Hunt, beim 3:0 gegen Bochum noch dreifacher Torschütze, und Almeida waren abgemeldet, in der Abwehr zeigten die hochgelobten Naldo und Peer Mertesacker ungewohnte Schwächen. Diego gefiel durch Fleißarbeit, aber seine Bemühungen blieben ohne Wirkung.
Ohne Nationalspieler Klose, der wegen Rückenproblemen passen musste, Frank Baumann und Tim Borowski geriet Bremen von Spielbeginn an unter Beschuss. Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld ließ vier Tage nach dem 2:1 gegen Real Madrid im Angriff wieder rotieren und erhielt schon in der starken Anfangsphase die Bestätigung für seine Entscheidung, Claudio Pizarro zunächst statt Roy Makaay neben Podolski stürmen zu lassen.
Bereits nach drei Minuten ließ Ex-Bremer, der mit einem Direktschuss an den Fäusten von Werder-Torwart Wiese scheiterte, die Bayern-Führung erahnen. Vier Minuten später machte Podolski den Bilderbuchstart der aggressiven Bayern perfekt. Nach schulmäßiger Vorarbeit von Bastian Schweinsteiger und Mark van Bommel erzielte der Nationalspieler mühelos sein viertes Saisontor. Immer wieder Wiese und Außenpfosten, die gegen Podolski und Schweinsteiger (20.) retteten, sowie die Querlatte nach einem fulminanten Schweinsteiger- Freistoß (27.) bewahrten Bremen vor Schlimmerem.
dpa
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