Samstag, 31. März 2007 / 13:28 Uhr
Bielefeld - «Joker» Jonas Kamper hat Arminia Bielefeld neuen Mut im Bundesliga-Überlebenskampf verschafft und Borussia Dortmund noch tiefer in den Abstiegssumpf gezogen.
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Mit der ersten Aktion nach seiner Einwechslung sorgte der Däne per Fernschuss in der 79. Minute für den 1:0 (0:0)-Sieg der Bielefelder über den BVB, der nun sogar hinter Arminia auf einen Abstiegsrang abgerutscht ist. Der zweite Absturz in die Zweitklassigkeit rückt für den BVB immer näher. 26 601 Zuschauer in der ausverkauften SchücoArena erlebten lange Zeit Kampf, Krampf und Stückwerk, ehe zumindest Arminias Coach Ernst Middendorp seinen ersten Sieg an alter/neuer Wirkungsstätte bejubeln konnte. Dortmunds Trainer Thomas Doll wartet dagegen weiter auf sein erstes Erfolgserlebnis bei der Borussia.
Dortmunds Valdez (l) umspielt die Bielefelder Schuler (m) und Kauf.
«Meine Mannschaft hat die Herausforderung angenommen, das Richtige gemacht und verdient drei wichtige Punkte geholt», lobte Middendorp seine Elf nach dem Abpfiff. Dagegen war Dortmunds Kapitän Christian Wörns frustriert: «Das ist ein bitterer Abend für uns.» Und Nationalspieler Christoph Metzelder gab zu: «Ich glaube, dass es für uns schwer wird. Unsere Lage ist nun prekär, das muss jeder wissen.»
Middendorp vertraute in seinem ersten Heimspiel als Arminia-Coach auf neues Personal und ein neues System mit nur einer Sturmspitze, um der schlechtesten Rückrunden-Mannschaft auf diese Weise zu mehr Schwung zu verhelfen. Unter anderem kam in der auf drei Positionen veränderten Bielefelder Elf der 19-jährige Amateur Robert Tesche zu seiner Bundesliga-Premiere. Die Hausherren begannen äußerst couragiert und hatten auch die erste Chance, als nach Nelson Valdez' Fehlpass David Kobylik (3.) plötzlich frei vor Roman Weidenfeller auftauchte, doch der BVB-Torhüter konnte in letzter Sekunde retten.
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Doll hatte den BVB zwar offensiver als zuletzt angekündigt, doch davon war zunächst nicht viel zu sehen. Die Gäste wurden früh attackiert und fanden auf dem regennassen Boden nur schwer ins Spiel. Bezeichnend: Ihre einzige Chance vor der Pause resultierte aus einer Standardsituation, als nach Dedes Freistoß Christian Wörns (26.) über das Tor köpfte. Ansonsten blieben Einschussmöglichkeiten Mangelware, weil sich die Hausherren dem allgemeinen Mittelfeld-Geplänkel anpassten. Eher zufällig kam Sibusiso Zuma (42.) noch zu einer guten Chance, doch der erst am Vortag von einem Länderspiel heimgekehrte Südafrikaner zielte aus zwölf Metern genau auf Weidenfeller.
Nach Wiederbeginn wurde das Niveau trotz einer hüben wie drüben weiterhin hohen Fehlpassquote etwas besser, weil beide Widersacher nun mehr riskierten. So ergaben sich auch einige Gelegenheiten. Arminias Angreifer Artur Wichniarek stellte Weidenfeller (56.) mit einem strammen Fernschuss auf die Probe, auf der Gegenseite kam Florian Kringe (60.) sogar freistehend aus Nahdistanz zum Schuss, doch er traf nur das Außennetz. In Arminias Schluss-Offensive scheiterten Heiko Westermann (66.) und Thorben Marx (77.) am starken Weidenfeller, der allerdings bei Kampers Schuss nicht gut aussah.
Mit viel Herz und Laufbereitschaft schaffte die bisher schlechteste Rückrunden-Mannschaft den zweiten Sieg aus den vergangenen 15 Spielen. Dabei bewies Ernst Middendorp mit Jonas Kampers Einwechslung ein glückliches Händchen. Dessen haltbarer Distanzschuss sorgte für neue Hoffnung und den ersten Sieg des neuen Trainers. Middendorp gab das Lob für die Maßnahme an seinen inzwischen zum Co-Trainer degradierten Vorgänger Frank Geideck weiter: «Es war sein Gedanke. Er hat Kamper kurz vorher gesagt, er soll den Mut haben, einfach mal draufzuhalten.»
dpa
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