Sonntag, 8. April 2007 / 09:48 Uhr
Wolfsburg - Marcelinho macht den Unterschied. Dank seines brasilianischen Mittelfeldstars kann der VfL Wolfsburg dem Endspurt in der Fußball-Bundesliga nach dem 3:2 (1:1) über den FSV Mainz 05 relativ beruhigt entgegensehen.
anzeige
Der 31-Jährige legte erst für Diego Klimowicz den 1:1-Ausgleich (41.) auf und wendete dann das Blatt nach dem erneuten Rückstand mit seinen beiden Supertoren (80., 87.) zu Gunsten der «Wölfe». «Ich habe nur meine Arbeit gemacht. Dafür werde ich bezahlt», meinte der Ball-Zauberer nach seinen Geniestreichen, die den VfL auf Rang sieben und damit zumindest an die Spitze der langen Liste der Abstiegskandidaten beförderten.
Der Wolfsburger Marcelinho (M) setzt sich gegen zwei Mainzer Spieler durch.
Das machte auch die VfL-Führung glücklich, die in der Winterpause mit der Verpflichtung des als überaus exzentrisch geltenden Regisseurs ein schwer kalkulierbares Risiko eingegangen war. «Wir haben zur rechten Zeit die richtige Entscheidung getroffen», sagte VfL-Geschäftsführer Klaus Fuchs. Die Millionen schwere Anlage zahlt sich aus. Marcelinho prägt das Spiel der in der Hinrunde noch so biederen Wolfsburger mehr und mehr, hatte auch in dem so wichtigen Duell gegen Mainz mit 102 Ballkontakten so viele wie kein anderer auf dem schwer bespielbaren Rasen der Volkswagen Arena.
Nicht auszudenken, wenn der Brasilianer nicht über den Umweg Türkei in Wolfsburg angekommen wäre. «Ich bin noch nicht lange hier. Im nächsten Jahr wird es noch besser», versprach der neue Leitwolf und warnte die 19 011 am Ende begeisterten Zuschauer im gleichen Atemzug vor verfrühter Euphorie. «Noch sind wir nicht durch.» VfL-Trainer Klaus Augenthaler nahm Marcelinhos Ansage aufmerksam zur Kenntnis, stimmte aber in die allgemeine Beruhigung ein. «Wenn wir weiter so zur Sache gehen wie heute, werden wir nicht mehr in Gefahr geraten», befand der 49 Jahre alte Fußball-Lehrer.
Sein Mainzer Kollege Jürgen Klopp hätte gar zu gern ähnliche Zuversicht verbreitet. Nach der dritten Pleite in Serie, die auch Mohamed Zidans Tore (21./Foulelfmeter, 79.), nicht verhindern konnte, sind die Superstarter der Rückrunde wieder auf die Abstiegsplätze zurückgefallen. «Wir haben es den Wolfsburgern zu einfach gemacht und nach dem 2:1 nicht schnell genug umgeschaltet», kritisierte Nationalspieler Manuel Friedrich. «Den psychologischen Vorteil der zweiten Führung hätten wir über die Runden schaukeln müssen», pflichtete Mittelfeldspieler Fabian Gerber bei.
Aufgeben gilt aber nicht in Mainz. «Wir gehen unseren Weg weiter», sagte Klopp trotzig. Gerber bestimmte schon einmal die Richtung. «Wir sind eine gute Truppe. Wir werden uns gegenseitig wieder aufbauen. Und dann schlagen wir nächstes Wochenende eben Schalke», kündigte er an.
dpa
0 Kommentare | Kommentare verstecken
Nie mehr die Bundesliga - Spiele verpassen: ab sofort bietet Ihnen fussball.com kostenlos an jedem Spieltag der 1. und 2. Fussball Bundesliga einen Live-Ticker.
"Fussball ist mehr als nur ein Sport. Fussball ist Euphorie, Religion und Droge zugleich." Aktuelles zur Droge Fussball, spitz und ohne redaktionelle Schranken, aus unserem Fussball Blog
Die Finalniederlage der EM ist langsam verdaut...also kucken wir mal auf die neue Saison
Eduard Geyer (Ex-Trainer von FC Energie Cottbus [im Abstiegskampf mit Cottbus] nach einem Spiel im TV-Interview): Es muss eine Kehrtwende geben. Und die muss 360 Grad sein.
Kommentar schreiben