Samstag, 14. April 2007 / 18:40 Uhr
Mainz - Der FC Schalke 04 hat seinen Mainz-Fluch in Meister-Manier besiegt und mit dem ersten Erfolg seit 25 Jahren beim FSV einen weiteren großen Schritt in Richtung Titeltriumph gemacht.
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Die «Knappen» feierten vor allem dank Nationalspieler Kevin Kuranyi vor den Augen von Bundestrainer Joachim Löw in dem mit 20 300 Zuschauern ausverkauften Bruchwegstadion einen mühelosen 3:0 (2:0)- Sieg in der Fußball-Bundesliga. Nachdem Kuranyi das 1:0 mit seinem 13. Saisontreffer erzielt hatte (10.), legte der 25-Jährige anschließend Sturmpartner Gerald Asamoah den Ball zum 2:0 auf (34.). Und auch den Schlusspunkt gegen völlig hilf- und ideenlose Mainzer durch den nach seiner Fünf-Spiele-Sperre ins Team zurückgekehrten Regisseur Lincoln (71.) bereitete Kuranyi vor.
Der Mainzer Mohamed Zidan (r) kommt vor dem Schalker Fabian Ernst an den Ball.
Die Schalker, die vor zwei Jahren in Mainz in einer entscheidenden Phase ihren damaligen Liga-Spitzenplatz verspielt hatten, bauten mit dem ersten Auswärtssieg nach drei Spielen die Tabellenführung wieder aus. «Das war ein Meilenstein für uns. Wir sind überglücklich. Die Mannschaft hat heute vieles umgesetzt, was wir vorgegeben haben», sagte Trainer Mirko Slomka und erwartete mit Spannung die Partie von Erzrivale Borussia Dortmund gegen den vom VfB Stuttgart (55) vorerst überholten Verfolger Werder Bremen (54). «Ich werde nie ein Fan von Dortmund, aber diesmal drücke ich ihnen die Daumen», meinte bereits S-04-Außenverteidiger Christian Pander.
Der von den eigenen Fans ausgepfiffene FSV Mainz, dessen Sondertrainingslager keinerlei Wirkung zeigte, verpasste hingegen durch die vierte Niederlage in Serie den Sprung vom 17. Platz. Angesichts der noch anstehenden Aufgaben unter anderem gegen Bayern München und den VfB Stuttgart muss das Team von Trainer Jürgen Klopp mehr denn je um den Klassenverbleib zittern. «Das war heute eindeutig zu wenig. Es geht um die Art und Weise, wie man auftritt», räumte der ob der enttäuschenden Leistung seiner Mannschaft verärgerte Coach ein.
Dagegen wird für Schalke der Traum vom ersten Meistertitel nach 49 Jahren immer realistischer, nachdem die Königsblauen ihren ersten Sieg in Mainz seit der 2. Runde des DFB-Pokals am 16. Oktober 1982 mit 6:3 nach Verlängerung minutenlang vor den jubelnden Fans auf dem Rasen hatten feiern dürfen. «Die Mannschaft hat sich diese Stimmung verdient», meinte Slomka, dessen homogenes Team bereits nach einer guten halben Stunde das Tagwerk so gut wie verrichtet hatte. Dabei dirigierte Lincoln wieder im Mittelfeld das Schalker Spiel. Schon vor der Abwehr räumte neben Hamit Altintop der nach seiner Gelb-Sperre ebenfalls ins Team zurückgekehrte Fabian Ernst auf.
Die Mainzer gaben sich indes nach dem frühen 0:1 durch Kuranyi, bei dem er sich im Zweikampf mit Nationalmannschaftskollege Manuel Friedrich durchsetzte und den Ball trocken ins kurze Eck einschoss, wie ein Absteiger. «Das war ein Genickschuss», sagte Mainz-Manager Christian Heidel. Die Schalker Leihgabe Mimoun Azaouagh, der ebenso wie Petr Ruman nach überstandener Krankheit beziehungsweise Verletzung in die Startformation rückte, konnte keine wesentlichen Akzente setzen. Die einzigen beiden Chancen der ersten Hälfte erkämpfte sich FSV-Toptorjäger Mohamed Zidan. Der Ägypter zielte jedoch zu ungenau (27./39.). Dazwischen hatte Asamoah mit seinem Kopfballtreffer bereits für die Vorentscheidung gesorgt.
Klopp versuchte mit den Einwechslungen von Ranisav Jovanovic und Damir Vrancic, in der zweiten Hälfte seinem seelenlos wirkenden Team noch einmal neues Leben einzuhauchen. Vergeblich. Zu allem Überfluss stand bei einem Kopfball von Nikolce Noveski (71.) Mitspieler Zidan im Weg, ehe Lincoln im direkten Gegenzug mit einem gefühlvollen Lupfer über Dimo Wache für die endgültige Entscheidung sorgte und die Fans schon vom vorzeitigen Titelgewinn bei Erzrivale Dortmund träumen ließ. Slomka: «Mir ist egal, wo wir Meister werden, Hauptsache wir werden es.»
dpa
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