Freitag, 20. April 2007 / 22:37 Uhr
Bremen - Mit einem furiosen Sturmlauf, zwei Joker-Toren und einem 60-Meter-Treffer von Diego in der Nachspielzeit hat Werder Bremen mit 3:1 (0:1) gegen Alemannia Aachen gewonnen und den FC Schalke 04 zumindest für eine Nacht von Platz eins der Fußball-Bundesliga verdrängt.
anzeige
Die eingewechselten Daniel Jensen in der 50. Minute und Markus Rosenberg (55.) erzielten die weiteren Treffer für die Hanseaten. Pinto hatte die Gäste vor 40 300 Zuschauern im Weserstadion nach 90 Sekunden in Führung gebracht und den Titelaspiranten damit lange Zeit aus dem Rhythmus gebracht.
Der Bremer Diego setzt sich gegen den Aachener Matthias Lehmann durch.
«Bis auf das Gegentor haben wir Aachen im Griff gehabt. Da haben wir allerdings geschlafen», sagte Torsten Frings. «Leider haben wir unsere Chancen nicht genutzt.» Das schnellste Bundesliga-Tor der Aachener Vereinsgeschichte schockte die Bremer, konnte die vierte Niederlage des Aufsteigers in Serie und den Sturz auf Platz 14 aber nicht verhindern. Marius Ebbers, der für den wie Laurentiu Reghecampf gesperrten Sascha Rösler stürmte, hatte auf Sergio Pinto gepasst. Der verlängerte mit dem Knie und zwang Tim Wiese zu einer Glanzparade. Den Abpraller schließlich spitzelte Pinto durch die Beine von Torsten Frings und mit der tätigen Mithilfe des Bremer Schussmannes ins Tor.
Werder antwortete postwendend. Doch Klose (4.) verfehlte das Tor von Alemannia-Torwart Kristian Nicht nach einem Alleingang ebenso knapp wie gut zwanzig Minuten später auch aus dem Strafraum-Gewühl. Am unglücklichsten freilich war Spielmacher Diego, der allein in der ersten Halbzeit gleich drei Mal (22./43./45.) nur um Millimeter den Ausgleich verpasste. Auch im zweiten Abschnitt konnte der Brasilianer den Bann trotz einiger bester Möglichkeiten nicht brechen.
«Gegen die so genannten Großen haben wir uns immer gut aus der Affäre gezogen», sagte Aachens Trainer Michael Frontzeck und fügte selbstbewusst hinzu: «Niemand hätte doch gedacht, dass wir so durch die Bundesliga flutschen.» Den zehn Bremer Torschüssen konnte seine Mannschaft vor dem Seitenwechsel zwar nur eine Chance von Ebbers entgegensetzen - aber eben auch das Führungstor, das ein Spiegelbild der anfänglichen Bremer Überheblichkeit und Abwehrschwäche war.
Das Fehlen von Per Mertesacker und Tim Borowski war offensichtlich, obschon sowohl Petri Pasanen als auch Jurica Vranjes als deren Ersatzleute keine schlechte Partie machten. Vranjes musste seinen Platz zur zweiten Halbzeit dennoch für Rosenberg räumen; Jensen kam für Kapitän Frank Baumann, der erstmals seit fünf Monaten in der Anfangsformation stand.
Ein Wechsel mit Folgen. Denn nur fünf Minuten später schaffte Jensen den Ausgleich. Eine Vorlage des glücklosen Klose verwertete der Däne eiskalt zu seinem vierten Saisontor. Das glückliche Händchen von Werder-Trainer Thomas Schaaf zeigte sich nur fünf Minuten später ein weiteres Mal. Denn auch Rosenberg traf zum dritten Mal in der Bundesliga, widerlegte all seine Kritiker und bestätigte die ungewöhnlich frühe doppelte Wechsel-Strategie seines Coaches.
dpa
0 Kommentare | Kommentare verstecken
Nie mehr die Bundesliga - Spiele verpassen: ab sofort bietet Ihnen fussball.com kostenlos an jedem Spieltag der 1. und 2. Fussball Bundesliga einen Live-Ticker.
"Fussball ist mehr als nur ein Sport. Fussball ist Euphorie, Religion und Droge zugleich." Aktuelles zur Droge Fussball, spitz und ohne redaktionelle Schranken, aus unserem Fussball Blog
Die Finalniederlage der EM ist langsam verdaut...also kucken wir mal auf die neue Saison
Eduard Geyer (Ex-Trainer von FC Energie Cottbus [im Abstiegskampf mit Cottbus] nach einem Spiel im TV-Interview): Es muss eine Kehrtwende geben. Und die muss 360 Grad sein.
Kommentar schreiben