Fussball1. Bundesliga → Spielbericht

2:2 für VfB und Schalke ein gefühlter Erfolg

Stuttgart - Franz Beckenbauer sah zwei «Meisterschafts- Aspiranten», doch schon auf den ersten Metern des Titelrennens konnten Champion und Vize mit Branchenprimus FC Bayern nicht Schritt halten.

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Dennoch verbuchten der VfB Stuttgart und der FC Schalke 04 das leistungsgerechte 2:2 (0:1) im Eröffnungsspiel der 45. Bundesliga-Saison als gefühlten Erfolg. «Ich kann mit dem Unentschieden ganz gut leben. Beide Mannschaften werden am Ende wieder mit oben stehen», sagte Meistertrainer Armin Veh nach dem munteren Auftakt, der zugleich Visitenkarte des deutschen Fußballs in 160 übertragenden Ländern war. Angesichts vieler Verletzter und einer holprigen Saison-Vorbereitung hatte der 46-Jährige zuvor geunkt, der VfB müsse sich zu Saisonbeginn erst einmal «durchwurschteln».

VfB Stuttgart - FC Schalke 04

Der Stuttgarter Spieler Ciprian Marica (r) im Zweikampf mit Mladen Kristajic.

Das breite Lächeln von Trainerkollege Mirko Slomka («Wir sind froh über diesen Zähler») war zum einen Resultat der aufpolierten Statistik - immerhin kehrten die «Königsblauen» erstmals seit acht Jahren wieder mit einem Punkt aus Stuttgart zurück und trafen im ausverkaufen Daimlerstadion nach vier erfolglosen Auftritten auch wieder einmal das Tor. Der Teilerfolg bewahrte Slomka auch vor allzu unliebsamen Fragen. Beispielsweise die, warum er den starken Spielmacher Mesut Özil zur Halbzeit durch den defensiveren Jermaine Jones ersetzte und Neuzugang und Lincoln-Nachfolger Ivan Rakitic weiter auf der Bank schmoren ließ.

Ausgerechnet Rakitic rettete Schalke nach seiner Einwechslung mit seinem Tor zum 2:2 (76.) den Punkt, war aber auch am Tag danach noch nicht endgültig versöhnt. «Ich war sicher enttäuscht, dass ich nicht gespielt habe. Aber es war die Entscheidung des Trainers und ich muss sie akzeptieren.» Einen vorläufigen Burgfrieden schloss auch Kevin Kuranyi, der die Transferpolitik seines Vereins vehement kritisiert hatte: «Das Thema ist durch.» Manager Andreas Müller sieht sich derweil in seiner Einkaufspolitik bestätigt und will Kritik nicht mehr durchgehen lassen. «Wenn einer die Spielregeln in Zukunft verletzt, wird es Sanktionen geben», kündigte er an.

Nach der überraschenden Schalker Führung durch Lewan Kobiaschwili (25.) traf Sami Khedira in bester Gerd-Müller-Manier trotz eines versprungenen Balls zum Ausgleich (63.). Nur vier Minuten später brachte Schalkes Torwart Manuel Neuer den agilen Ciprian Marica zu Fall. Pavel Pardo verwandelte den fälligen Strafstoß sicher. Damit schien der Weg für den Auftaktsieg des VfB geebnet.

Doch dann sorgte eine kuriose Szene für Konfusion auf und neben dem Spielfeld. Die Anzeigetafel des vierten Schiedsrichters zeigte den Wechsel von Ewerthon für VfB-Mittelfeldspieler Antonio da Silva an. Diese offensive Personalie war vom Trainerstab vor dem 2:1 beschlossen worden, deswegen sollte nun statt da Silva ein Stürmer vom Feld. Das aber hatte der für Wechsel zuständige Torwart-Trainer Jochen Rücker nicht mitbekommen. «Ich war in der Euphorie nach dem 2:1, weil es einfach geil war, wie die Truppe gespielt hat», sagte «Goalie» Rücker. Veh reagierte mit einem Wutanfall an der Seitenlinie und stoppte den Wechsel. In die Verwirrung hinein traf Rakitic.

Zum nächsten Spiel bei Hertha BSC sollen sowohl VfB-Neuzugang Yildiray Bastürk als auch «Fußballer des Jahres» Mario Gomez trotz hartnäckiger Oberschenkelprobleme wieder fit sein. «Dann sind wir noch unberechenbarer», glaubt Teammanager Horst Heldt.

dpa

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