Fussball1. Bundesliga → Spielbericht

Aufsteiger KSC düpiert Pokalsieger Nürnberg

Nürnberg - Aufsteiger Karlsruher SC hat sich mit einem Paukenschlag in der Fußball-Bundesliga zurückgemeldet und Pokalsieger 1. FC Nürnberg den Saison-Auftakt mächtig verdorben.

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Neun Jahre nach dem letzten Auftritt in der Elite-Liga kamen die Badener dank eines Doppelpacks von Tamas Hajnal in der 44. und 74. Minute zu einem überraschend deutlichen 2:0 (1:0)-Erfolg. Vor 45 419 Zuschauern in Nürnberg sorgte der aus Kaiserslautern gekommende ungarische Nationalspieler für den ersten Dreier des Zweitliga-Meisters.

1.FC Nürnberg - Karlsruher SC

Tamas Hajnal (l) vom KSC versucht Nürnbergs Michael Beauchamp den Ball abzunehmen.

«Wir haben ein Spiel gewonnen, mehr nicht. Noch haben wir 33 Partien vor der Brust», sagte KSC-Trainer Edmund Becker. «Ich bin als Spieler mal Erster gewesen und dann doch noch abgestiegen.» Außerdem habe die erste Halbzeit gezeigt, «dass wir noch viel zu tun haben». Der «Club» setzte die Reihe seiner schwachen Vorstellungen in der Vorbereitung fort und konnte sich lediglich über das vermeintlich gute Los in der zweiten Pokalrunde freuen, in der ihnen Zweitligist Carl-Zeiss Jena zugelost wurde. Der KSC spielt am 30./31. Oktober daheim gegen Liga-Konkurrent VfL Wolfsburg.

«Die Karlsruher haben in einer unglaublichen Weise gefightet. Wir haben nur 35 Minuten richtig gut gespielt, dann aber schlimme Fehler gemacht, die der KSC gnadenlos ausgenutzt hat», sagte Club-Trainer Hans Meyer, der gewarnt hatte: «Das wird ein ganz schwieriger Auftakt.» Dabei konnte der Erfolgscoach auf Top-Torschütze Robert Vittek bauen, der nach Oberschenkel-Problemen neben dem blassen Neuzugang Angelos Charisteas («das war ein bisschen peinlich») und dem wie der Grieche ausgewechselten Ivan Saenko stürmte. Vittek sorgte in der schwachen Nürnberger Mannschaft für einige wenige Lichtblicke. So nach acht Minuten, als er einen Fehlpass von Michael Mutzel allerdings nicht nutzen konnte und am KSC-Tor vorbei schob.

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In einem Festival an Fehlpässen und technischen Patzern fand der Aufsteiger mehr und mehr seine Sicherheit und ließ nach 37 Minuten erstmals aufhorchen. Der von Greuther Fürth nach Baden gewechselte Christian Timm setzte sich nach einer Eichner-Flanke gegen Jan Kristiansen durch, scheitert aus sechs Metern aber an Keeper Jaromir Blazek. Timm war für den Georgier Alexander Iashvili ins Team gekommen und rechtfertigte das Vertrauen von Trainer Edmund Becker.

Die Führung aus heiterem Himmel freilich erzielte der Ungar Hajnal, der nach einer Flanke von Andreas Görlitz und folgendem Lattentreffer von Mutzel kurz vor dem Seitenwechsel abstaubte. Meyer reagierte und brachte zur zweiten Halbzeit den vom FC Kopenhagen gekommenden Lars Jacobsen für den enttäuschenden Saenko, der deutlich im Schatten von Görlitz gestanden hatte. Kristiansen, der im Pokalfinale sein bislang einziges Tor für den «Club» erzielt hatte, rückte, wie ursprünglich von Beginn an geplant, in den Sturm.

Doch die unerwartete Pleite konnte Meyer auch mit der Einwechslung von Marek Mintal, dem Torschützenkönig von vor zwei Jahren, und dem erstmals in einem Punktspiel eingesetzten Joshua Kennedy nicht verhindern. Dafür sorgte der 26-jährige Hajmal endgültig eine Viertelstunde vor dem Ende, als der zehnmalige Nationalspieler nach einem schlimmen Fehler von Blazek abermals abstaubte.

dpa

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