Samstag, 18. August 2007 / 18:02 Uhr
Rostock - Ideenlos, harmlos und machtlos: Der FC Hansa Rostock hat auch am 2. Spieltag der Fußball-Bundesliga über weite Strecken seine Erstliga-Tauglichkeit vermissen lassen. Der Aufsteiger verlor mit 1:2 (0:2) gegen den 1. FC Nürnberg auch seine Heimpremiere.
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Vor 25 000 Zuschauern in der DKB-Arena erzielten Tomas Galasek (16.) und Peer Kluge (25.) die Tore für die Franken, die damit den ersten Saisonsieg feierten. Für die Norddeutschen traf Neuzugang Orestes (63.). In der zweiten Halbzeit kam es vor dem Stadion zu Schlägereien zwischen Rostocker Fans und der Polizei.
Der Nürnberger Peer Kluge (r) versucht den Rostocker Djordjije Cetkovi vom Ball zu trennen.
«Wir haben die Nürnberger zum Toreschießen gezwungen», schimpfte Rostocks Trainer Frank Pagelsdorf, dessen Team sich in der zweiten Hälfte zwar steigerte, aber wirkungslos blieb. «Die Mannschaft, die schon tot war, ist wieder aufgestanden. Das macht mir Mut für die Zukunft», befand Hansa-Kapitän Stefan Beinlich. Unzufrieden mit dem Erstarken der Rostocker war Nürnbergs Trainer Hans Meyer. «In der zweiten Halbzeit haben wir uns selbst vergewaltigt», kritisierte der Coach des DFB-Pokalsiegers mit deftigen Worten.
Zu Beginn der Partie war bei den Rostockern von Respekt nichts zu spüren. Mutig ging der Aufsteiger in die Zweikämpfe, ohne jedoch spielerische Glanzpunkte zu setzen. Das erste Ausrufezeichen setzten dagegen die Gäste in der 16. Minute. Mit einem Schuss aus rund 30 Metern erzielte Galasek die Führung der Nürnberger, die dabei auch vom Patzer des Rostocker Torhüters Stefan Wächter profitierten, der den Ball nicht mehr um den Pfosten lenken konnte.
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Vom frühen Rückstand zeigten sich die Mecklenburger geschockt. Chancen blieben wie schon bei der 0:3-Niederlage vor Wochenfrist bei Bayern München aus. Planlos reagierten die Rostocker auf die durchdachten Aktionen der Nürnberger, die zudem sehr clever in der Defensive agierten. Nach einer Nürnberger Ecke bekamen die Gastgeber den Ball nicht aus der Gefahrenzone, so dass Kluge per 18-Meter-Schuss das 2:0 markieren konnte.
In der zweiten Halbzeit bot sich ein ähnliches Bild: Die Nürnberger bestimmten die Partie, ohne ans Limit gehen zu müssen. Die Rostocker bemühten sich, spielten druckvoller, blieben aber meist harmlos. Erst nach einem Freistoß von Kapitän Stefan Beinlich erzielte Neuzugang Orestes (63.) den Anschlusstreffer. Die beste Chance zum Ausgleich hatte in der 81. Minute Heath Pearce, dessen Schuss aus 15 Metern knapp am Tor vorbeistrich.
Unschöne Szenen spielten sich während der 2. Halbzeit außerhalb des Stadions ab. Als Polizeibeamte im Rostocker Block einen Fan abführen wollten, wurden sie von mehreren Hansa-Anhängern angegriffen. Dabei kam es zu Schlägereien, wie der Rostocker Veranstaltungsleiter Rainer Friedrich der Deutschen Presse-Agentur dpa sagte.
Bereits vor dem Spiel hatte ein Farbbeutel-Anschlag auf das Rostocker Stadion für Aufregung gesorgt. Nach Friedrichs Angaben hatten in der Nacht zum Samstag 30 Vermummte Farbbeutel auf das Ostseestadion geworfen. Ziel des Angriffs war das neue Logo des Stadions, das ab dieser Saison DKB-Arena heißt. Gegen den Verkauf der Namensrechte hatte sich massiver Fanprotest formiert.
dpa
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