Fussball1. Bundesliga → Spielbericht

Van der Vaart trifft zum 1:0-Sieg gegen Bayer

Hamburg - Den Pfiffen für Provokateur Rafael van der Vaart folgte beim Hamburger SV der tausendfache Jubel über den Matchwinner Rafael van der Vaart.

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Mit einem eiskalt verwandelten Handelfmeter hat der wegen seiner Wechsel-Eskapaden kritisierte und von den Fans heftig beschimpfte Spielmacher die Hanseaten zu einem hochverdienten 1:0 (0:0)-Erfolg gegen Bayer Leverkusen geführt. Der vor Selbstvertrauen strotzende Kapitän sorgte vor 52 700 Zuschauern mit seinem Treffer in der 63. Minute für den zweiten Saisonsieg des HSV, der hinter dem FC Bayern München nun Zweiter ist. Leverkusen blieb auch am zweiten Spieltag der Fußball-Bundesliga ohne Sieg.

Hamburger SV - Bayer 04 Leverkusen

Rafael van der Vaart vom HSV freut sich über sein 11-Meter-Tor gegen Leverkusen.

«Wir haben gut gespielt und verdient gewonnen», sagte van der Vaart und bestätigte mit einem gequälten Lächeln: «So wie es aussieht, muss ich wohl bleiben.» Er habe nur gesagt, «was ich fühle und was ich will». Im Rückspiel der UEFA-Cup-Qualifikation gegen Honved Budapest am 30. August werde er wohl spielen, meinte der Niederländer und betonte: «Ich möchte gerne nach Valencia. Und ich mache das alles doch nicht, um die Fans zu ärgern.» HSV-Trainer Huub Stevens wechselte seinen Landsmann in der 90. Minute begleitet von Ovationen der Anhänger aus und sagte danach: «Ich hatte großes Vertrauen in ihn, weil ich seine Qualitäten kenne.»

Trotz des mächtigen Ärgers wegen eines am Vortag veröffentlichten Fotos mit Trikot des FC Valencia und der angedrohten Konsequenzen durch die HSV-Vereinsführung trumpfte van der Vaart scheinbar ungerührt auf. Im Spiel - wie seit Bekanntwerden seiner Spanien-Pläne auch im Umfeld - drehte sich alles um den Regisseur, neben dem alle um eine Klasse besser spielten als noch beim 0:0 bei Honved Budapest in der UEFA-Cup-Qualifikation. Kaum ein Angriff, der nicht seinen Ursprung bei dem quirligen Niederländer hatte, der in Ungarn wegen eines ominösen Hexenschusses gefehlt hatte.

Die von Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer angekündigten «Sanktionen», die nach der Partie in einer Sitzung der Hamburger Entscheidungsträger beschlossen werden sollten, belasteten van der Vaart offensichtlich nicht die Bohne. Zumal die Fans von Minute zu Minute mehr Freude an dem Rebellen hatten, und die Pfiffe vollends verstummten. «Damit habe ich gerechnet», sagte HSV-Legende Uwe Seeler. «Wenn er gut spielt, sind die Fans auch wieder zufrieden.» Der Ehrenspielführer der Nationalelf wollte das Verhalten van der Vaarts dennoch nicht rechtfertigen. «Was er gemacht hat, ist nicht okay. Solche Scherze sollte man lassen.»

Auf dem Rasen freilich war van der Vaart überhaupt nicht zu Scherzen aufgelegt. Er legte seinen Mitspielern ein ums andere Mal den Ball einschussbereit vor. Doch weder Mohamed Zidan, der schon nach zwei Minuten nach einer Ecke van der Vaarts den Ball gegen die Latte und sechs Minuten nach dem Wechsel gegen den Pfosten knallte, oder Neuzugang Romeo Castelen konnten die Vorgaben nutzen. Pech hatte aber auch van der Vaart, der in Bayer-Keeper Rene Adler (43./49.) seinen Meister fand. Der Schlussmann war bester seiner Mannschaft, in der sich Nationalspieler Bernd Schneider vergeblich mühte. Und die wenigen Chancen machte der sichere Frank Rost im HSV-Tor zunichte.

Nach dem schwachen Auftritt in Budapest konnte Stevens neben van der Vaart auch wieder auf Joris Mathijsen bauen. Ivica Olic, der später für Piotr Trochowski kam, und Bastian Reinhardt mussten dafür auf die Bank. Leverkusens Trainer Michael Skibbe brachte nach dem mageren 0:0 gegen Cottbus Arturo Vidal für Vratislav Gresko. Und ausgerechnet Vidal war es, der dem HSV mit seinem Handspiel im Zweikampf mit Castelen den Sieg ermöglichte.

dpa

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