Samstag, 29. Januar 2005 / 18:22 Uhr
Stuttgart - Der 1. FC Nürnberg hat den VfB Stuttgart vorerst aus allen Titelträumen gerissen. Die Franken bezwangen die favorisierten Schwaben überraschend, aber verdient mit 4:2 (2:0) und setzten mit ihrem 3. Sieg hintereinander ihre Erfolgsserie im Daimlerstadion fort.
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Sven Müller (6. Minute), Markus Schroth mit einem Doppelschlag (11. und 85.) sowie Torjäger Marek Mintal (83.) sorgten für den vierten Auswärtstriumph des Aufsteigers. Fernando Meira (52.) und Imre Szabics (71.) hatten für den erst im zweiten Durchgang ansatzweise überzeugenden Tabellendritten zwischendurch ausgeglichen.
Kevin Kuranyi (M) wird von den Nürnberger Spielern Andreas Wolf (r) und Marek Nikl (l) in die Zange genommen.
VfB-Trainer Matthias Sammer haderte mit der fehlenden Cleverness seiner Spieler. «Wir haben uns die Dinger selbst reingeschmissen. Nach dem 2:2 müssen wir viel abgeklärter spielen. Wir dürfen das Spiel nicht mehr aus der Hand geben», sagte der 37-Jährige. «Wir haben eine große Chance vertan. Wir werden wieder aufstehen.» Sein Nürnberger Kollege Wolfgang Wolf zeigte sich dagegen «sehr glücklich» über die drei Punkte für seine Mannschaft. «Die Tore waren klasse herausgespielt. Normalerweise verlierst du das Spiel nach dem 2:2. Wir haben den Sieg verdient.»
Sammer hatte vergeblich vor der Auswärtsstärke der Nürnberger gewarnt. Seine Schützlinge versagten bei der von dem früheren Nationalspieler zum «wirklichen Charaktertest» erklärten Partie der Fußball-Bundesliga weitgehend. Sie fanden keine richtige Einstellung gegen die kampfstarken Nürnberger, die sich von ihrer Heimpleite beim Rückrundenauftakt glänzend erholt zeigten. Beim VfB machte sich vor allem das Fehlen des gelb-gesperrten Mannschaftskapitäns Zvonimir Soldo als Lenker und Denker negativ bemerkbar.
Der «Club» zeigte bei Gefrierschrank-Temperaturen im mit 47 000 Zuschauern nicht ganz ausverkauften Daimlerstadion nur am Anfang Respekt vor dem Tabellendritten. Als Christian Tiffert (3.) jedoch eine so genannte hundertprozentige Chance für den VfB kläglich vergab, wurden die Gäste immer mutiger. Eklatante Abwehrschwächen auf der linken Seite der Stuttgarter erleichterten den Nürnbergern ihre Angriffe. Heiko Gerber und Markus Babbel ließen ihren Gegenspielern jeweils zu viel Raum bei den Gegentoren. Sven Müller war bei seinem Schrägschuss völlig ungedeckt und Schroth kam ebenfalls völlig frei zum Kopfball.
Für den VfB vergab Cacau (17.) vor der Pause die einzig gute Chance zum Anschlusstreffer. In dieser wie in anderen Situationen war Torhüter Daniel Klewer bei seinem ersten Bundesligaeinsatz für den «Club» auf dem Posten. Der Ex-Rostocker vertrat den verletzten Stammkeeper Raphael Schäfer bestens.
Nach dem Seitenwechsel nahm der VfB endlich das Heft in die Hand und kam besser zur Geltung. Meiras frühes 1:2 per herrlichem Drehschuss setzte zusätzliche Kräfte frei. Der Neuling kam nur noch zu gelegentlichen Kontern. Klewer stand immer mehr im Mittelpunkt, hatte aber gegen den raffinierten Schlenzer von Szabics aus Nahdistanz zum Ausgleich keine Abwehrchance. Aber Mintal zerstörte mit seinem 14. Saisontreffer zum 2:3 die Hoffnungen der Stuttgarter auf wenigstens einen Punkt. Schroth machte mit seinem zweiten Treffer alles klar für den «Club».
dpa
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Toni Schumacher (in bezug auf das Foul an Battiston): Dann zahl' ich ihm seine Jacketkronen.
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