Samstag, 23. Oktober 2004 / 18:42 Uhr
Wolfsburg - Mit einer Fußball-Gala in Anwesenheit von Bundestrainer Jürgen Klinsmann hat der VfL Wolfsburg zumindest für 24 Stunden die Tabellenführung in der Bundesliga zurückerobert. Das Team von Trainer Erik Gerets bezwang den VfL Bochum klar mit 3:0 (3:0) und verdrängte den VfB Stuttgart auf Platz zwei.
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Während die Wolfsburger vor 20 187 begeisterten Zuschauern im Stil einer Klassemannschaft auftrumpften, stecken die Bochumer nach dem sechsten sieglosen Punktspiel in Serie tief im Abstiegskampf.
Die Wolfsburger Karhan, Torschütze Thiam, Brdaric und Schnoor (v.l.) jubeln nach dem 1:0.
«Ich bin zum ersten Mal in Wolfsburg und es macht Spaß, die Mannschaft spielen zu sehen. Es ist eine sehr unterhaltsame Partie», sagte Klinsmann in der Halbzeitpause. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Niedersachsen ihren siebten Saisonsieg bereits unter Dach und Fach. Pablo Thiam (27. Minute), Diego Klimowicz (40.) und Andres D'Alessandro (42.) erzielten die Tore gegen eine völlig konfuse Bochumer Mannschaft. «Ich bin stolz und glücklich. In der ersten Halbzeit haben wir Fußball gezeigt, wie ihn die Leute sehen wollen», sagte Gerets.
Angetrieben vom starken Regisseur D'Alessandro diktierten die Wolfsburger von Beginn an das Geschehen. «Er ist eine Augenweide», lobte der Bundestrainer den Argentinier. Nationalspieler Thomas Brdaric blieb zwar erneut im eigenen Stadion ohne Torerfolg, glänzte aber als Vorbereiter von zwei Treffer und war stets gefährlich. «Thomas hat seine Sache sehr gut gemacht. Er war permanent in Bewegung, luchste die Bälle gut ab und hat das 2:0 toll vorbereitet», lobte Klinsmann den Stürmer. «Tommy kann es noch besser. Kompliment an Thomas Rytter. Er hat für mich überragend gespielt», sagte Gerets.
VfL-Torhüter Simon Jentzsch, der ebenfalls vom Bundestrainer und dessen Assistenten Joachim Löw unter die Lupe genommen wurde, zeigte bei einem Freistoß von Tomasz Zdebel (36.) seine Klasse. Gerets hatte für den gesperrten Abwehrorganisator Kevin Hofland seinen Kapitän Stefan Schnoor in die Startelf beordert. Eine Maßnahme, die sich erneut bewährte. Mit Schnoor als «Glücksbringer» in der Anfangsformation haben die Wolfsburger bisher alle Partien in dieser Saison gewonnen.
«Ich bin zutiefst enttäuscht», sagte Bochums Trainer Peter Neururer nach der desolaten Leistung seiner Mannschaft. Er musste bereits zur Halbzeit den angeschlagenen Stürmer Vratislav Lokvenc auswechseln und brachte in Tommy Bechmann, Filip Trojan und Zvjezdan Misimovic drei neue Profis. Viel besser wurde das Spiel dadurch aber nicht. «Wenn wir am Dienstag gegen Mönchengladbach nicht gewinnen, müssen wir das Saisonziel neu definieren und gegen den Abstieg spielen», sagte Neururer.
dpa
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