Sonntag, 24. Oktober 2004 / 19:47 Uhr
Gelsenkirchen - Ausgerechnet der schon als «Toni Torlos» bezeichnete Ailton hat den Höhenflug der Spaßfußballer des FSV Mainz 05 beendet und den FC Schalke 04 zugleich dichter an die Bundesliga-Spitzengruppe herangeführt.
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Mit seinem ersten Saisontreffer sorgte der Brasilianer beim verdienten 2:1 (1:0) für den dritten Schalker Sieg unter dem neuen Coach Ralf Rangnick und das Ende der Serie von sieben Spielen ohne Niederlage für den forschen Aufsteiger. Vor 61 524 Zuschauern in der ausverkauften Arena AufSchalke hatte Lincoln (25.) «Königsblau» in Führung gebracht, die Marcelo Bordon (60.) mit einem unglücklichen Eigentor zwischenzeitlich egalisierte.
Der Schalker Lincoln zieht zum 1:0 ab, rechts Antonio da Silva.
«Bisher habe ich Probleme gehabt mit der Roten Karte und vier Spielen Sperre. Heute war es ein Klasse-Spiel mit der Mannschaft und ein sehr schönes Tor. Ich widme es meiner Frau und meinem Team», sagte Ailton, der bei seiner Auswechslung (89.) vom Anhang begeistert gefeiert wurde. Rangnick lobte seinen endlich treffsicheren Torjäger und den Gegner: «Wir haben gewusst, dass bei Toni irgendwann der Knoten platzen würde und freuen uns für ihn. Gegen Mainz werden noch einige Punkte lassen.» Kollege Jürgen Klopp meinte: «Wir haben ein gutes Spiel gemacht und mitgehalten, daher bin ich ganz zufrieden.»
Drei Tage nach dem enttäuschenden UEFA-Cup-Heimspiel gegen den FC Basel (1:1) begannen die Schalker im ersten Erstliga-Duell mit den 05ern wieder mit drei Sturmspitzen. Zu Ebbe Sand und Gerald Asamoah gesellte sich der letztjährige Torschützenkönig Ailton, für den Hamit Altintop auf die Bank musste. Und die Knappen machten sofort Dampf: Ailton (5./8.) boten sich gleich zwei gute Einschusschancen. Asamoah (17.) und Sand (21.), dessen scharfen Kopfball 05-Keeper Dimo Wache per Glanzparade entschärfte, hätten die Führung erzielen müssen.
Diese besorgte Lincoln, dessen 20-m-Schuss vom Innenpfosten gegen den in dieser Szene nicht gut aussehenden Wache prallte und dann ins Tor rollte. Bei seinem zweiten Saisontor profitierte der Brasilianer allerdings auch von einer zu kurzen Abwehr des Mainzers Marco Rose. Wie gegen Basel riss bei Schalke nach 30 Minuten der Faden und die Gäste kamen besser zum Zuge. Sie waren aber nur bei Einzelaktionen von Mimoun Azaouagh (24./27.) und Benjamin Auer (41.) gefährlich.
Nach dem Wiederanpfiff öffnete Mainz sein Spiel, den Gastgebern bot sich so mehr Raum. Sie versäumten es aber, den Sack zuzumachen. Der engagierte Ailton (52.) hatte großes Pech, dass sein Schuss an die Latte abgefälscht wurde, anschließend scheiterte Sand (53.). Und das rächte sich: Torwart Rost patzte bei einer hohen Flanke gewaltig, und als Bordon gegen Niclas Weiland retten wollte, prallte das Leder von seinem Fuß ins Netz. Schalke antwortete mit wütenden Angriffen. Den besten leitete der starke Lincoln auf Ailton weiter, der in seiner aus Bremen bekannten Manier eiskalt vor Wache einschoss. Altintop (90.) rettete kurz vor Ende auf der Linie den knappen Sieg.
dpa
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