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Dolls Fußball-Märchen geht weiter

Bielefeld - Als Trainer-Frischling Thomas Doll das Amt als HSV-Chefcoach übernahm, war die Mannschaft Tabellen-Letzter. Nach dem 4:3-Erfolg bei Arminia Bielefeld ist Platz 3 zum Greifen nah.

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Thomas Doll und die Fußball-Profis des Hamburger SV schreiben immer neue Kapitel an ihrem hanseatischen Fußball-Märchen. «Wir waren im Dreck und ganz tief drin», erinnert sich Spielführer Daniel van Buyten an bittere Stunden. «Es macht uns stark, dass wir wissen, wo wir herkommen.»

Arminia Bielefeld - Hamburger SV

Der Bielefelder Owomaleya (l) und Beinlich (r) im Bodenkampf.

Seit Doll am 18. Oktober erstmals eine Übungseinheit bei den HSV-Profis leitete, hat die unter Klaus Toppmöller neben sich stehende Truppe von 51 möglichen Punkten 37 geholt hat. In der Tabelle hat der HSV mit 43 Zählern zu Meister Bremen (44) aufgeschlossen. Doch Doll will nichts wissen vom internationalen Geschäft.

«Ich rechne nicht, ich schaue von Spiel zu Spiel», sagte Doll nach den Treffern von Benjamin Lauth (2. Minute), Sergej Barbarez (38.), Khalid Boulahrouz (43.) und Mehdi Mahdavikia (71.) vor 25 115 Zuschauern und registrierte «eine superschöne Momentaufnahme. Wir sollten uns zwei Tage freuen und uns ab Dienstag auf Borussia Dortmund konzentrieren.» Bei allem Spaß, den der Jung-Chefcoach mit seinen Spielern haben will, lässt er Momente der Unkonzentration und Ablenkung vom Wesentlichen höchst ungern zu.

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Mit einer Unzahl von Einzel- und Gruppengesprächen, mit Einfühlungsvermögen und dem nötigen «Händchen» im Umgang mit seinen Spielern hat Doll aus einem Häuflein Verzagter Himmelstürmer gemacht, vor denen die Liga höchsten Respekt hat. Bielefelds Trainer Uwe Rapolder: «Das ist eine sehr, sehr starke Truppe, die schwer zu schlagen ist.» Immerhin haben in Bielefeld in dieser Saison Bremen und die Bayern verloren - der HSV nicht.

«Was man mit Mut und der richtigen Einstellung alles erreichen kann», sinnierte Doll nach dem 4:3 mit den Bielefelder Gegentoren durch Massimilian Porcello (21.), Fatmir Vata (27.) und Delron Buckley (87.) vor sich hin. Es sei «absolut top», was seine Jungs in den vergangenen Wochen und Monaten abgeliefert hätten. «Wir sind oben dran und wollen da nicht mehr weg. Und am Ende wird etwas Gutes dabei raus kommen», sagte Nationalspieler Benjamin Lauth, der nach seiner schweren Verletzung mit einem geduldigen Vorgesetzten Doll wieder Fuß fasste und sich mit dem vierten Tor im achten Saisonspiel bedankte.

Die Bielefelder waren angefressen. Rapolder schimpfte auf Schiedsrichter Franz-Xaver Wack («Was er vor dem dritten HSV-Tor pfeift, ist mir völlig schleierhaft, ich weiß nicht, was er da gesehen hat») und will sich momentan nicht mit der Zukunft seines Team befassen: «Ich beschäftige mich wirklich nicht damit, wer hier nächste Saison spielt.» Ervin Skela (nach Kaiserslautern) und Benjamin Lense (nach Nürnberg) sind schon weg, und auch Nationalspieler Patrick Owomoyela ist laut Arminia-Geschäftsführer Roland Kentsch nicht zu halten.

Kentsch hofft aber zumindest auf einen Verbleib des jetzt 15- fachen Torschützen Buckley. Man werde auch künftig eine attraktive und wettbewerbsfähige Mannschaft haben, verspricht Präsident Hans- Hermann Schwick. Sollte der Außenseiter Bielefeld über Bayern München das DFB-Pokalfinale erreichen, könnte die Arminia mit frischem Geld die Lücken schließen.

dpa

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