Fussball1. Bundesliga → Spielbericht

Dolls Leiden bei 0:3-Rendezvous mit dem HSV

Dortmund - Thomas Doll litt die Qualen eines machtlosen Fußball-Trainers. Das Rendezvous mit seinem früheren Arbeitgeber sollte ein Festabend werden. Es wurde ein Debakel.

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«Das hat sehr, sehr wehgetan. Ich kann mich beim Publikum nur entschuldigen für das, was wir abgeliefert haben. Das Ding müssen wir uns ganz allein zuschreiben», kommentierte Doll das 0:3 (0:2) von Borussia Dortmund gegen den Hamburger SV. BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke war «gnadenlos sauer. Das war eine Demütigung. Der Mannschaft muss klar gemacht werden, dass das definitiv nicht geht.»

Borussia Dortmund - Hamburger SV

Hamburgs Guerrero (m) erzielt gegen Torhüter Weidenfeller (l) und Brzenska vom BVB einTor.

Der BVB präsentierte sich seinen Fans unter den 72 300 Zuschauern als Torso. Die Abwehr ein Hühnerhaufen, Keeper Roman Weidenfeller ein Unsicherheitsfaktor - schon 13 Gegentore. Die HSV-Treffer durch Paolo Guerrero (7. Minute), Rafael van der Vaart (42.) und Ivica Olic (64.) waren Einladungen, die von den Hamburgern gern angenommen wurden. Doll: «Das sah nach einer Vorführung aus. So kannst du nicht erfolgreich Fußball spielen.» Schnell abhaken müsse man das 0:3 - was Watzke («Das kotzt mich an») nicht will: «Wenn die meisten nicht bereit sind, den Kampf bedingungslos anzunehmen, hast du keine Chance.»

Es passte ins Bild, dass Florian Kringe mit Gelb-Rot vom Platz musste (51.). «Es gibt nicht viel zu sagen. Wir waren einfach nur schlecht», meinte BVB-Angreifer Mladen Petric, der als einziger zu einer Aussage bereit war. Weidenfeller: wortloser Abgang. Team- Kapitän Christian Wörns: wortloser Abgang. Watzke forderte die Verantwortlichen auf, vor der Reise zum Karlsruher SC «Klartext» zu sprechen: «Man kann verlieren, aber nicht so pomadig auftreten. Man muss sich bei jedem Zuschauer entschuldigen.»

Huub Stevens, Nachfolger des am 1. Februar beim HSV entlassenen Doll, war trotz der Glanzleistung seines Teams lediglich «zu 99,9 Prozent zufrieden». Der Niederländer echauffierte sich sogar, weil seinen Profis Minimalistentum nachgesagt wurde bei jeweils nur einem Treffer in den vorangegangenen sechs Erstliga-Partien: «Ich habe mich nie gestört an den Aussagen über unseren Angriff. Was wir heute gezeigt haben, ist das, was wirklich in uns steckt.» Dass die Kritik jetzt verstummt, schloss Stevens aus: «In Hamburg herrscht keine Stille. Nach heute denkt man wieder, dass man Meister werden kann.»

Eine schöne Vorstellung für van der Vaart, der sich kaum erinnern konnte, jemals in sechs Spielen fünf Treffer erzielt zu haben: «Bei Ajax Amsterdam vielleicht.» Ein wenig Zukunfts-Träumerei gönnte sich der Niederländer: «Wenn wir so weiter spielen, ist viel drin in dieser Saison.» Die Jagd des HSV auf Bayern München ist eröffnet.

dpa

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