Sonntag, 30. September 2007 / 13:09 Uhr
Gelsenkirchen - Mit dem Optimum von neun Punkten aus drei Spielen hat Fußball-Bundesligist FC Schalke 04 den zweiten Tabellenplatz zurückerobert und sich weiteren Rückenwind für die Champions League geholt.
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Zum Auftakt des 8. Spieltages bezwangen die «Knappen» durch einen eiskalt verwandelten Foulelfmeter von Rafinha die Gäste von Hertha BSC mit 1:0 (1:0) und rückten durch den dritten Dreier in Serie zumindest vorübergehend auf den zweiten Rang hinter dem FC Bayern München vor. «Neun Punkte sind natürlich perfekt», freute sich Schalkes Trainer Mirko Slomka. «Aber man hat gemerkt, dass wir in der zweiten Halbzeit schon etwas kaputt waren.»
Der Schalker Rafinha jubelt über seinen per Foulelfmeter erzielten Treffer zum 1:0.
Die Schalker Fans unter den 60 511 Zuschauern in der erstmals nicht ausverkauften Veltins-Arena konnten vor dem wichtigen Champions-League-Spiel ihres Teams beim norwegischen Rekordmeister Rosenborg Trondheim das dritte Erfolgserlebnis binnen sieben Tagen feiern. Die Hauptstädter finden sich nach der zweiten Niederlage hintereinander dagegen erst einmal nur im Mittelfeld des Oberhauses wieder. «Wir müssen 90 Minuten gut spielen und nicht nur eine Halbzeit», haderte Hertha-Trainer Lucien Favre mit der schwachen Vorstellung seiner Elf im ersten Durchgang.
Schalkes Trainer Mirko Slomka, der erneut auf Mladen Krstajic (Bänderriss) verzichten musste und den nach einer Kapselverletzung angeschlagenen Gerald Asamoah nur auf der Bank Platz nehmen ließ, vertraute seiner zuletzt in Duisburg erfolgreichen Formation. Doch alle Planspiele waren schon nach neun Minuten durchkreuzt, als Halil Altintop mit Verdacht auf Muskelverletzung ausscheiden und durch Peter Lövenkrands ersetzt werden musste. Die Hausherren ließen sich durch den frühen Wechsel aber nicht beeindrucken und bestimmten eindeutig das Geschehen. Große Torchancen blieben aber trotz der Überlegenheit des Vizemeisters zunächst Mangelware.
Mitte der ersten Hälfte konnten sich die Gäste, bei denen Trainer Favre nach der 1:3-Heimpleite gegen Aufsteiger Hansa Rostock seine Anfangself mit vier Neuen mächtig umgekrempelt hatte, vom Druck der Schalker etwas befreien. Mehr als ein stramm geschossener Freistoß (31.) von Marko Pantelic, den Schalke-Torwart Manuel Neuer sicher parierte, brachte Hertha aber nicht zu Stande. Kurz vor dem Wechsel war es dann soweit: Nach einem Foul von Steve von Bergen an Jermaine Jones verwandelte Rafinha den fälligen Strafstoß sicher zur Pausenführung.
Nach dem Wiederanpfiff gab es für die Schalke-Fans zunächst eine Schrecksekunde: Malik Fathi stieg nach einem Eckball fast ungehindert hoch, köpfte (47.) jedoch knapp über das Gehäuse der «Knappen». Die aufgeweckten Schalker nahmen dann aber wieder das Heft in die Hand, ließen durch Heiko Westermann (60.), Lövenkrands (63.) und Kevin Kuranyi (76.) jedoch gute Möglichkeiten aus. Am Ende brachten die Hausherren den verdienten Sieg sicher über die Zeit.
Für Herthas Brasilianer Lucio endete der Auftritt in der Veltins-Arena ganz schlimm: Der 28-Jährige fällt wegen eines Kreuzbandrisses und eines Teilabrisses der Patellasehne im rechten Knie monatelang aus. Im schlechtesten Fall droht ihm sogar das Karriere-Ende. Lucio war in der 63. Minute mit Schalkes Peter Lövenkrands zusammengeprallt. «Die Diagnose war ein Schock», berichtete Hertha-Arzt Ulrich Schleicher. Lucio wurde in Schruns (Österreich) von Christian Schenk, einem Spezialisten für Skiunfälle, bereits operiert. «Außer dem hinteren Kreuzband war alles kaputt, was kaputtgehen kann», sagte Schleicher. Er zweifelt daran, «ob er überhaupt wieder zu 100 Prozent Spielfähigkeit erlangt».
dpa
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