Samstag, 29. September 2007 / 19:50 Uhr
Hamburg - Der VfL Wolfsburg hat dem Hamburger SV zu dessen 120. Vereinsjubiläum die Geburtstagsparty verdorben. Die «Wölfe» trotzten den Gastgebern vor 54 055 Zuschauern in der HSH-Nordbank-Arena ein 2:2 (0:1) ab und setzten ihren Aufwärtstrend in der Fußball-Bundesliga fort.
anzeige
Durch das Remis verpassten die Hamburger, die zuvor zwei Mal gewonnen hatten, den Sprung auf den dritten Tabellenplatz. Für den HSV trafen Bastian Reinhardt (17.) und Rafael van der Vaart (70.), die Wolfsburger Tore erzielten Grafite mit einem verwandelten Foulelfmeter (57.) und Ashkan Dejagah (88.).
Der Hamburger David Jarolim jubelt über das 1:0 für den HSV im Spiel gegen den VfL Wolfsburg.
«Wir haben so aufgehört, wie wir angefangen haben - katastrophal», schimpfte HSV-Trainer Huub Stevens. «Mit drei leichten Ballverlusten haben wir den Gegner aufgebaut.» Schon nach 40 Sekunden hätte eine Unaufmerksamkeit in der HSV-Abwehr fast zum Gegentreffer geführt, als Jacek Krzynowek den Ball auf die Latte zirkelte. Dennoch verlief das 1500. Bundesliga-Spiel der Hanseaten anschließend nach dem Geschmack der Zuschauer. Zahlreiche Torraumszenen, inszeniert vor allem durch die Gastgeber, sorgten für reichlich Farbe im 21. Vergleich beider Teams.
Paolo Guerrero, den Trainer Huub Stevens trotz Magen-Darm-Infekts aufs Spielfeld beordert hatte, weil ihm die Alternativen im Sturm fehlten, hatte die Führung für die Hamburger mehrfach (6./13./25.) auf dem Fuß, vergab jedoch. Nach einem Eckball von Kapitän Rafael van der Vaart war es dann aber soweit: Verteidiger Reinhardt köpfte aus spitzem Winkel zu seinem ersten Saisontor ein. «In der ersten Halbzeit hatten wir zu viel Respekt. Wir waren nicht so auf dem Platz, wie ich mir das vorgestellt hatte», meinte VfL-Trainer Felix Magath. «In der zweiten haben wir das Spiel mitbestimmt.»
Bildergalerie
Die beim Sieg in Cottbus (2:1) und der besten Saisonleistung beim 1:1 gegen Bremen nach oben weisende Formkurve der Wolfsburger fand ihre Fortsetzung in Hamburg. Zunächst waren die Gäste durch Marcelinho (10.), Grafite (34.) und Madlung (40.) noch an Torwart Frank Rost oder der eigenen Schussschwäche gescheitert, dann ließen sie sich die Chance vom Elfmeterpunkt nicht entgehen. HSV-Verteidiger Joris Mathijsen hatte Marcelinho zu Fall gebracht. Dessen Landsmann Grafite versenkte den Ball unhaltbar für Rost.
Als die Hamburger nach dem Ausgleich geschockt schienen, versäumte es der VfL, energisch nachzusetzen. Stattdessen blies HSV-Kapitän van der Vaart zur Attacke. Zwar hatte der Niederländer im Brasilianer Josué einen Sonderbewacher zumeist auf den Füßen stehen, doch immer wieder entzog er sich geschickt seinem Verfolger und lenkte das Offensivspiel der Hamburger. Mit einem Freistoß war der beste HSV-Torschütze dann zum 2:1 erfolgreich.
Doch die Freude auf den Rängen erstickte zwei Minuten vor Spielende. HSV-Verteidiger Miso Brecko passte auf seiner Seite nicht auf, so dass Dejagah nicht unverdient zum 2:2 vollenden konnte. Die Abwehr der Hamburger, die in den vergangenen vier Pflichtspielen einschließlich des UEFA-Cup-Hinspiels bei Litex Lowetsch ohne Gegentor geblieben war, erwies sich diesmal als nicht sattelfest genug. «Es lag nicht an der Abwehr», verteidigte sich Reinhardt. «Wir haben die Räume, die uns Wolfsburg geboten hat, nicht genutzt.»
dpa
0 Kommentare | Kommentare verstecken
Nie mehr die Bundesliga - Spiele verpassen: ab sofort bietet Ihnen fussball.com kostenlos an jedem Spieltag der 1. und 2. Fussball Bundesliga einen Live-Ticker.
"Fussball ist mehr als nur ein Sport. Fussball ist Euphorie, Religion und Droge zugleich." Aktuelles zur Droge Fussball, spitz und ohne redaktionelle Schranken, aus unserem Fussball Blog
Die Finalniederlage der EM ist langsam verdaut...also kucken wir mal auf die neue Saison
Eduard Geyer (Ex-Trainer von FC Energie Cottbus [im Abstiegskampf mit Cottbus] nach einem Spiel im TV-Interview): Es muss eine Kehrtwende geben. Und die muss 360 Grad sein.
Kommentar schreiben