Samstag, 6. Oktober 2007 / 18:09 Uhr
Berlin - Schlusslicht FC Energie Cottbus hat «Angstgegner» Hertha BSC an den Rand einer Heimniederlage gebracht und sich beim 0:0 verdient den zweiten Auswärtspunkt in der Fußball-Bundesliga erkämpft.
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Marko Pantelic konnte dabei selbst ein Elfmeter-Geschenk in der Schlussminute nicht zum Berliner Sieg nutzen. Zwar gelang den Lausitzern damit bereits zum zwölften Mal in Serie kein voller Erfolg, doch dürften sie aus dieser Nullnummer durchaus Selbstbewusstsein tanken. Im neunten Berlin-Brandenburg-Derby war es das erste Remis bei bislang fünf Cottbuser und drei Berliner Siegen.
Hertha-Stürmer Marko Pantelic (r) im Zweikampf mit Energie-Akteur Mariusz Kukielka.
«Für uns zählt jetzt in dieser Situation jeder Punkt. Wir haben sicher gestanden und endlich mal wieder zu Null gespielt», freute sich der Cottbuser Kapitän Timo Rost. «Jetzt ist es in der Tabelle noch enger geworden. Ein Punkt ist einfach zu wenig», beklagte hingegen der Berliner Nationalspieler Arne Friedrich. «Das 0:0 ist für mich eine große Enttäuschung. Unsere Akteure haben sich zu wenig bewegt und viel zu langsam gespielt», ärgerte sich Trainer Lucien Favre nach dem dritten Spiel ohne vollen Erfolg.
Für die erste Überraschung hatte Energie-Trainer Bojan Prasnikar schon vor dem Spiel gesorgt, als er dem zuletzt unsicheren Tomislav Piplica im Tor erneut das Vertrauen schenkte. «Für mich war das nie eine Frage», meinte er nach der Partie. Von Anbeginn starteten die Gäste dann zur Verwunderung der 48 719 Zuschauer auch gar nicht wie ein Tabellenletzter, sondern suchten ihr Heil im Vorwärtsgang.
Vor allem der quirlige Dimitar Rangelow erarbeitete den Cottbusern mehrere Chancen, doch ein «Knipser» wie im Vorjahr Sergiu Radu wurde wiederum schmerzlich vermisst. In der 8. Minute spielte Rangelow Malik Fathi im Strafraum schwindelig, sein Schuss blieb aber in der Hertha-Abwehr hängen. Wenig später fand der Bulgare bei einem Freistoß aus 22 Metern in Torhüter Jaroslav Drobny seinen Meister. Schließlich rettete der diesmal auf der rechten Abwehrseite spielende Hertha-Kapitän Arne Friedrich in höchster Bedrängnis, nachdem sich erneut Rangelow gegen Joe Simunic durchgesetzt hatte und nach innen passte.
Die enttäuschenden Herthaner kamen in der 41. Minute zu ihrer ersten Chance durch Torjäger Pantelic, der aber mit seinem 20-m-Kracher an Piplica scheiterte. 16:11 Torschüsse zu Gunsten der Lausitzer sprachen eine deutliche Sprache, die Berliner Fans hatten ihre Helden schon zur Pause mit einem gellenden Pfeifkonzert in die Kabinen verabschiedet.
Favre reagierte in der Pause auf das üble Hertha-Gekicke und brachte Patrick Ebert und Tobias Grahn ins Spiel, um die Mittelfeldregie zurückzuerlangen. Zwar gingen die Platzherren nun etwas bissiger in die Zweikämpfe, doch Großchancen blieben weiter Mangelware. Pantelic versuchte es mit einem Schuss aus 15 Metern, doch wiederum blieb Piplica fehlerlos (52.). Auf der Gegenseite hatte der eingewechselte Stiven Rivic das 1:0 auf dem Fuß, doch auch er scheiterte bei einem Konter an Drobny (72.).
Unter dem Gelächter selbst der Berliner Fans zeigte Schiedsrichter Markus Schmidt aus Stuttgart in der 90. Minute nach einem Aufstützen von Christian Bassila auf den Elfmeterpunkt, doch Pantelic knallte den Ball an die Latte. «Ein Unding, so ein Elfer. Ich bin stinksauer», kritisierte Energie-Manager Steffen Heidrich.
dpa
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