Sonntag, 21. Oktober 2007 / 09:33 Uhr
Nürnberg - Riesenerleichterung beim «Club», Entsetzen bei Eintracht Frankfurt - mit einem rauschenden Torfestival hat der 1. FC Nürnberg den Emporkömmlingen vom Main einen Tiefschlag versetzt und sich selbst aus der Bundesliga-Misere geschossen.
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«Wir brauchen gute Stimmung und Selbstbewusstsein, um aus dieser beschissenen Situation herauszukommen», wertete FCN-Trainer Hans Meyer das 5:1 (1:1)-Schützenfest als möglichen Start in bessere Zeiten. Der Verlierer war nach der herben Pleite restlos bedient. «Das war ja gar nichts. Nürnberg hat uns an die Wand gespielt. So können wir in der Liga nicht bestehen», schimpfte Frankfurts Kapitän Ioannis Amanatidis angesichts einer katastrophalen zweiten Halbzeit.
Nürnbergs Peer Kluge (l) Frankfurts Junichi Inamoto steigen hoch zum Kopfball.
Mit Unterstützung des Gegners, der nach guten ersten 45 Minuten mit der Führung durch Naohiro Takahara (11.) im zweiten Durchgang völlig zusammenbrach, und einer eindrucksvollen Mannschaftsleistung beendeten die Franken ihre miserable Serie von sieben Spielen ohne Sieg und feierten mit dem höchsten Erfolg seit dem 4:0 gegen den VfL Wolfsburg im November 2004 den ersten «Dreier» dieser Spielzeit im heimischen Stadion. «Wir haben verhindert, dass die Situation dramatisch wird, mehr nicht», stellte Meyer nüchtern fest, «die Mannschaft hat sich befreit und es sich selbst bewiesen, dass sie es noch kann.»
Der griechische Europameister Angelos Charisteas und Joshua Kennedy, die ihre ersten Bundesligatore für den FCN schossen, durften den Befreiungsschlag auch als persönlichen Erfolg genießen. «Das Tor tut gut, aber wichtig sind die drei Punkte», sagte Charisteas, der Nürnbergs Ausgleich (19.) erzielte und beim 2:1 durch Marek Mintal (50.) und dem 3:1 durch Zvjezdan Misimovic (53./Foulelfmeter) entscheidende Vorarbeit leistete. Erneut Mintal (64.) und Kennedy (82.) gaben den desolaten Frankfurtern den Rest. «Alles, war wir uns vorgenommen haben, ist wie ein Kartenhaus zusammengefallen», jammerte Frankfurts Christoph Spycher.
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Beim FCN sorgte der Doppelschlag nach der Pause für Erleichterung nach «großer Anspannung und Nervösität» (Meyer), bei der Eintracht ging danach alles schief. «Wir wollten zu schnell zu viel. Wir haben die Geduld und Ordnung verloren, der Club hat sich in einen kleinen Rausch gespielt und wir sind für unsere vielen Fehler bitter bestraft worden», sagte der enttäuschte Trainer Friedhelm Funkel, der sich eine derartigen Auftritt nicht noch einmal bieten lassen will. «Ich werde den Jungs ins Gewissen reden, dass mit Euphorie nur wenig zu erreichen ist», kündigte er vor Spiel gegen Hannover eine knallharte Analyse des Nürnberger Debakels an.
Gesprächsbedarf wird es auch weiter beim «Club» geben, auch wenn man zunächst die Abstiegsränge verlassen hat. «Wir sind dem Abstieg entronnen, haben aber nichts gut gemacht», scherzte Meyer. Der erneut starke Peer Kluge wollte sich das neue Glücksgefühl nicht nehmen lassen. «Moral und Mannschaft sind intakt. Wir können stolz sein, denn in der zweiten Halbzeit haben wir ein großes Spiel gemacht», meinte der Ex-Gladbacher. «Der Sieg war mehr für die Moral mehr wert als drei Punkte», fügte Dominik Reinhardt hinzu.
dpa
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