Samstag, 27. Oktober 2007 / 18:36 Uhr
Gelsenkirchen - Der FC Schalke 04 hat den erhofften Befreiungsschlag verpasst, mit einer insgesamt starken Leistung gegen Werder Bremen das Gerede von einer Krise jedoch verstummen lassen.
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Vor 61 482 Zuschauern in der ausverkauften Veltins-Arena trennten sich die beiden Spitzenclubs in einer hochklassigen und spannenden Partie mit 1:1 (1:1). Der Uruguayer Carlos Grossmüller hatte die Königsblauen mit einem direkt verwandelten Freistoß in der 14. Minute in Führung gebracht. Für den Tabellenzweiten aus Norddeutschland konnte der Brasilianer Naldo (34.) noch vor der Pause ausgleichen. Zwar büßten beide Mannschaften im Titelrennen der Fußball-Bundesliga weiteren Boden ein, konnten ihre Anwartschaft auf einen internationalen Startplatz jedoch untermauern.
Der Bremer Torhüter Wiese (M) klärt vor den Schalkern Bordon (l) und Grossmüller (2.v.r.).
«Für beide Mannschaften war heute der Sieg drin. Beide haben sich große Chancen erarbeitet. Was mich persönlich ärgert ist, dass wir das Spiel nach dem 1:0 etwas aus der Hand gegeben haben und von Bremen zurückgedrängt wurden», sagte Schalkes Trainer Mirko Slomka, der mit dem Ergebnis und der Leistung seiner Elf jedoch genauso gut leben konnte wie sein Bremer Kollege Thomas Schaaf. «Es war ein offenes Spiel, in dem jede Mannschaft bis zum Schluss alles versucht hat. Beide haben den Weg nach vorn gesucht, um das entscheidende Tor zu schießen», sagte der Werder-Coach.
Beide Teams mussten auf zahlreiche Spieler verzichten. Bei Schalke rückten Kevin Kuranyi und Christian Pander, die beide beim 0:2 gegen Chelsea noch gefehlt hatten, wieder in die Startformation. Schaaf musste kurzfristig Rechtsverteidiger Clemens Fritz ersetzen. Auf dessen Position rückte der gelernte Stürmer Martin Harnik. Die Gelsenkirchener erwischten den besseren Start. Bereits in der zehnten Minute klatschte ein Schuss von Pander, den Gerald Asamoah noch leicht berührte, an den Bremer Pfosten. Nur vier Minuten später gingen die Hausherren in Führung. Grossmüller, der erneut hinter den Spitzen agierte, traf mit einem direkten Freistoß zum 1:0 und erzielte sein erstes Tor im vierten Bundesligaspiel.
Es dauerte eine Weile, bis die Norddeutschen besser ins Spiel fanden, doch große Torchancen konnten sie sich zunächst nicht erarbeiten. Fast folgerichtig fiel der Ausgleich durch eine Standardsituation. Einen Freistoß von Dusko Tosic drückte der völlig freistehende Naldo per Kopf über die Linie. Kurz vor dem Pausenpfiff hatte Nationalspieler Torsten Frings aus halbrechter Position sogar die Chance zur Führung, doch sein Schuss verfehlte das Ziel knapp.
Nach dem Wechsel erspielten sich beide Mannschaften noch mehr Chancen, auch weil im Mittelfeld nicht mehr so aggressiv zu Werke gegangen wurde. Die Bremer konnten Möglichkeiten durch Frings (54.), Boubacar Sanogo (61.) und zwei Mal Hugo Almeida (68.) jedoch nicht nutzen. Der zuletzt in die Kritik geratene Schalke-Torwart Manuel Neuer bot diesmal eine fehlerfreie Partie, hatte jedoch Glück, dass Sanogo in der 76. Minute das leere Tor verfehlte. Auch die Schalker Fans hatten den Torschrei schon auf den Lippen, als Nationalspieler Per Mertesacker eine Hereingabe von Rafinha an den eigenen Pfosten lenkte (69.). So blieb es am Ende beim leistungsgerechten Unentschieden. «Wir können uns aber nicht immer darauf verlassen, dass wir aus einer Standardsituation ein Tor machen. Jetzt müssen wir sehen, dass wir auch aus dem Spiel heraus unsere Chancen nutzen», meinte Rückkehrer Pander.
dpa
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