Samstag, 27. Oktober 2007 / 18:43 Uhr
Stuttgart - Der VfB Stuttgart hat seine rasante Talfahrt gestoppt und den erhofften Befreiungsschlag geschafft. Nach fünf Niederlagen in Serie in Fußball-Bundesliga und Champions League feierte der deutsche Meister mit dem 1:0 (0:0) gegen Bayer Leverkusen endlich wieder einen Sieg.
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Verteidiger Andreas Beck, der erstmals in dieser Saison von Beginn an spielen durfte, erzielte vor 51 000 Zuschauern im Daimlerstadion den entscheidenden Treffer (72. Minute). Die Schwaben fanden durch ihren vierten Saisonerfolg Anschluss ans Mittelfeld der Tabelle. Leverkusen wartet nun seit vier Spieltagen auf einen «Dreier».
VfB-Spieler Osorio (r) beim Kopfballduell mit dem Leverkusener Barnetta.
«Die Mannschaft hat toll gefightet, das war in dieser Situation wichtig. Wir hatten auch das notwendige Glück, das man in solchen Phasen braucht», sagte VfB-Trainer Armin Veh. Matchwinner Beck meinte: «Das war eine tolle Mannschaftsleistung von uns.» Leverkusens Coach Michael Skibbe fuhr dagegen «enttäuscht nach Hause, da wir die besseren Möglichkeiten hatten, einen oder drei Punkte zu holen». Bayer-Sportdirektor Rudi Völler wäre angesichts der guten Gäste- Chancen «nicht einmal mit einem Punkt zufrieden gewesen».
Veh war wegen der Ausfälle eines halben Dutzends Stammspieler erneut zum Umbau gezwungen. Marco Pischorn vom Regionalligateam kam zu seinem Profidebüt, der bislang nur fünf Minuten lang eingesetzte Andreas Beck durfte von Beginn an ran. Durch das Comeback von Nationalspieler Thomas Hitzlsperger nach siebenwöchiger Verletzungspause kehrte aber wenigstens einer der schmerzlich vermissten Strategen zurück, so dass die stark gebeutelten Schwaben das Fehlen der beiden rot-gesperrten Routiniers Fernando Meira und Pavel Pardo halbwegs kompensieren konnten.
Für den zweiten Durchgang fiel Nationalspieler Roberto Hilbert aus, der sich kurz vor dem Seitenwechsel bei einem Zusammenprall mit Stefan Kießling eine Sprunggelenksverletzung zuzog. «Wir haben immer noch große Personalprobleme. Deshalb war es wichtig, dass wir heute gewonnen haben», erklärte Veh.
Aber auch Bayer 04 musste ohne seine Stützen Bernd Schneider und Carsten Ramelow antreten. Die Werkself verkraftete ihre personellen Probleme besser und zeigte insgesamt die reifere Spielanlage. Bei den zuletzt restlos verunsicherten Stuttgartern war zumindest ein leichter Aufwärtstrend festzustellen, auch wenn das Team noch weit von seiner Meisterform entfernt ist. «Die Mannschaft zeigt einen guten Charakter. Sie versucht, nach vorne zu spielen», wies VfB-Sportdirektor Horst Heldt in der Pause auf positive Aspekte hin.
Echte Chancen erspielten sich die stets bemühten Stuttgarter aber zunächst keine. Leverkusen war in der Offensive gefährlicher. Tranquillo Barnetta (15. und 25.) scheiterte zwei Mal knapp. Zudem klärte VfB-Innenverteidiger Serdar Tasci in letzter Sekunde vor Gonzalo Castro (26.). Der Tabellenachte zeigte auch in der zweiten Halbzeit mehr Drang zum Tor. Der eingewechselte Theofanis Gekas fand zwei Mal in VfB-Schlussmann Raphael Schäfer seinen Meister (55. und 59.), Kießling schoss freistehend vorbei (62.).
Die bis dahin einzige echte VfB-Chance vergab der erneut enttäuschende Spielmacher Yildiray Bastürk kläglich (59.). Beck machte es dann besser: Der aufgerückte Verteidiger vollendete aus sieben Metern mit seinem ersten Bundesliga-Treffer zum erlösenden 1:0. Schäfer verhinderte drei Minuten später nach einem Kopfball von Manuel Friedrich den Ausgleich (75.). Cacau vergab bei einem Konter die Großchance zum 2:0, als er allein vor Bayer-Torwart Rene Adler den Ball vorbeischob (90.). Barnetta versagte im Gegenzug genauso.
dpa
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