Fussball1. Bundesliga → Spielbericht

Bielefeld stürzt Nürnberg in den Tabellenkeller

Bielefeld - Artur Wichniarek und Sibusiso Zuma haben die Misserfolgsserie von Arminia Bielefeld beendet und den 1. FC Nürnberg ganz tief in den Tabellenkeller geschossen.

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Innerhalb von 15 Minuten erzielten der polnische Angreifer (76.) und sein südafrikanischer Sturmpartner (90.+1) die entscheidenden Treffer zum 3:1 (0:1)-Sieg und sorgten für den ersten Bielefelder Erfolg in der Fußball-Bundesliga nach zuletzt sieben sieglosen Spielen. Während die Ostwestfalen ihren Vorsprung zu den Abstiegsrängen auf sechs Punkte ausbauten, hat der «Club» nach der fünften Pflichtspielniederlage in Serie bereits fünf Zähler Rückstand zum rettenden Ufer. Andreas Wolf hatte die Gäste in der 43. Minute in Führung gebracht. Rüdiger Kauf gelang vor 18 600 in der SchücoArena der Arminia-Ausgleich (64.).

Arminia Bielefeld - 1. FC Nürnberg

Bielefelds Kauf (r) und Nürnbergs Misimovic gehen im Zweikampf zu Boden.

«Wir sind natürlich sehr erleichtert. Nach sieben sieglosen Spielen und zum Teil desaströsen Leistungen tut dieser Sieg sehr gut» sagte Bielefelds Präsident Hans-Hermann Schwick. Bielefelds Trainer Ernst Middendorp war erleichtert: «So wie in der zweiten Halbzeit muss es sein. Trainer, Spieler, Zuschauer - alle für Arminia», erklärte der 49-Jährige, dessen Position durch den Erfolg wieder gefestigt ist. «Club»-Coach Hans Meyer haderte erneut mit der mangelnden Chancenverwertung seiner Spieler. «Es war wieder unser Manko, dass wir die zahlreichen Möglichkeiten nicht genutzt haben.»

Der brisanten Situation, in der sich der Pokalsieger befindet, ist sich der erfahrene Trainer bewusst. «Bei fünf Punkten Rückstand ergibt sich die Brisanz von alleine. Da brauchen wir keine Schreier im Umfeld», meinte Meyer, der trotz der misslichen Lage weiter in Ruhe arbeiten darf. «Wir brauchen keine Diskussion über Hans Meyer zu führen. Er hat uns vor zwei Jahren in einer viel viel schwierigeren Situation übernommen und zu Erfolgen geführt», sagte Nürnbergs Sportdirektor Martin Bader.

Der vierte Bielefelder Saisonsieg war wegen einer deutlichen Steigerung im zweiten Durchgang verdient. Anfangs erwischten die Nürnberger den besseren Start. Peer Kluge (3.), Zvjezdan Misimovic (7.) und Wolf (8.), verpassten aber die frühe Führung für den «Club». Die Arminia kam dagegen erst in der 25. Minute durch einen Fernschuss von Jonas Kamper zu ihrer ersten Gelegenheit.

Der Däne war einer von fünf Akteuren, die neu in der Startelf standen. Zudem spielten Wichniarek, Matthias Langkamp, Jörg Böhme sowie Daniel Halfar bei den Ostwestfalen von Beginn an. Nürnbergs Trainer Hans Meyer hatte gegenüber der 0:2-Niederlage gegen den FC Everton keine Veränderungen vorgenommen. Nach gutem Beginn ließen die Nürnberger nach. Der Arminia merkte man die Unruhe der vergangenen Woche deutlich an. Middendorp und der Vorstand hatten zu einem Krisengipfel getroffen und der derzeit verletzte Petr Gabriel hatte mit seiner öffentlichen Kritik am Coach für weiteren Wirbel gesorgt.

Kurz vor der Pause kassierte die Arminia den nächsten Rückschlag: Wolf brachte die Franken nach Flanke von Misimovic in Führung. Nach dem Seitenwechsel spielten die Bielefelder, die mit Pfiffen und «Middendorp-Raus»-Rufen in die Kabine verabschiedet worden waren, wesentlich agiler. Nach einer Stunde brachte Middendorp mit Zuma einen zweiten Angreifer - ein guter Griff. Zuma spielte wenig später Kamper schön frei, der in der Mitte Kauf bediente. Der nur 1,72 Meter große Mittelfeldrackerer köpfte zum Ausgleich ein. Die Bielefelder wirkten nun wie befreit und kamen durch Wichniareks sechsten Saisontreffer und das Tor von Zuma zum wichtigen Dreier.

dpa

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