Sonntag, 11. November 2007 / 20:46 Uhr
Wolfsburg - Als der Auswärts-Komplex durch den 2:1 (1:0)- Erfolg beim VfL Wolfsburg überwunden war, erhob Leverkusens Trainer Michael Skibbe das Wort gegen Bundestrainer Joachim Löw.
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Mit großem Unverständnis reagierte der Bayer-Coach auf die Nichtnominierung von Stefan Kießling für die anstehenden EM-Qualifikationsspiele und fühlte sich durch den Auftritt seines Stürmers in der Wolfsburger Fußball-Arena bestätigt. «Er zeigt seit Wochen gute Leistungen. Ich kann nicht verstehen, warum er nicht dabei ist. Aber er hat die richtige Antwort auf dem Platz gegeben», lobte Skibbe den 23-Jährigen.
Der Wolfsburger Jacek Krzynowek (Mitte) attackiert den Leverkusener Gonzalo Castro (l).
Kießling hatte bei Leverkusens erstem Auswärtserfolg nach zuletzt drei Niederlagen auf fremden Plätzen das Führungstor von Tranquillo Barnetta (37.) vorbereitet und den zweiten Treffer (52.) selbst erzielt. Wolfsburgs Treffer resultierte aus einem Eigentor von Nationalverteidiger Manuel Friedrich (70.). Durch den Sieg beendete Leverkusen seine Mini-Krise und kletterte auf den fünften Tabellenrang der Fußball-Bundesliga.
Wolfsburg kassierte eine Woche nach dem 3:5 beim VfL Bochum trotz einer deutlichen Leistungssteigerung mit der dritten Heimniederlage der Saison einen weiteren Rückschlag und steckt im Tabellenmittelmaß fest. Wolfsburgs Trainer Felix Magath bot seinem in Bochum enttäuschenden Personal die Chance zur Wiedergutmachung. Doch der Führungstreffer wollte den Hausherren einfach nicht gelingen. «Wir haben Fehler gemacht. Ich muss analysieren, wie es dazu gekommen ist. Aber wir hatten auch Chancen», sagte Magath.
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«Das war ein tolles Spiel von beiden Mannschaften. Am Ende haben wir ein bisschen Glück gehabt», gestand Bayer-Sportdirektor Rudi Völler. Skibbe lobte seinen blendend aufgelegten Torwart René Adler. «Das war ein offener Schlagabtausch. Adler hat vier fünf Mal hervorragend gehalten. Sonst hätte es auch anders ausgehen können.»
Die einzige Änderung in der Wolfsburger Startelf gab noch Anlass zur Freude: Drei Monate nach seiner Kreuzbandverletzung gab Portugals Nationalspieler Ricardo Costa sein Bundesliga-Debüt. Bei den Gästen belohnte Skibbe Moskau-Torschütze Paul Freier mit einem Platz in der ersten Elf. Torschützenkönig Theofanis Gekas musste dafür auf die Bank.
Beide Teams zeigten ansprechenden Angriffsfußball, um die jüngsten Negativerlebnisse vergessen zu machen. Kießling köpfte nach zwei Minuten VfL-Torwart Simon Jentzsch in die Arme. Auf der Gegenseite parierte der kurz zuvor bei einem Zusammenprall mit Gentner am Kopf verletzte Adler eine Kopfball von Grafite (6. Minute). Simon Rolfes kam kurz darauf aus fünf Metern frei zum Schuss, doch Jentzsch klärte mit dem Fuß (9.).
Anschließend rückte wieder Adler in den Blickpunkt. Der 22-Jährige hielt einen Distanzschuss von Jacek Krzynowek sicher (22.). Sieben Minuten darauf entschärfte er einen Schuss des Polen aus kurzer Distanz. Auch bei einem Kopfball von Alexander Madlung (36.) zeigte er seine Klasse. Im Gegenzug bestrafte Bayer Wolfsburg: Einen Kießling-Schuss konnte Jentzsch noch abwehren, doch Barnetta staubte zu seinem zweiten Saisontreffer ab.
Gerade als der VfL nach der Pause seine Ausgleichsbemühungen forcierte, musste die Magath-Auswahl den nächsten Nackenschlag hinnehmen. Kießling erzielte nach einem Fehler von Josué sein viertes Saisontor. Leverkusen sah schon wie der sichere Sieger aus. Doch das Spiel wurde durch Friedrichs Lapsus nochmal spannend. Marcelinho scheitert mit einem Freistoß an Adler (81.). Auf der Gegenseite traf Arturo Vidal (88.) noch den Innenpfosten.
dpa
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