Samstag, 24. November 2007 / 18:44 Uhr
Cottbus - Auch von der Trainings-Prügelei zwischen Boubacar Sanogo und Carlos Alberto hat sich Bayern-Jäger Werder Bremen nicht aus der Erfolgsspur bringen lassen.
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Beim Comeback von Ivan Klasnic nach 342 Tagen gewann der Meisterschafts-Mitfavorit beim Tabellen-Schlusslicht Energie Cottbus mit 2:0 (1:0). «In elf Monaten hatte ich viele Qualen. So ein Spiel ist da das kleinste Problem», kommentierte Klasnic seine sensationelle Rückkehr nach zwei Nierentransplantationen. «Er hat gezeigt, dass er die Bundesliga wieder angenommen hat», erklärte Werder-Coach Thomas Schaaf.
Kopfballduell zwischen Bremens Abwehrspieler Pasanen (oben) und dem Cottbuser Rivic.
Sein Team musste in der Lausitz harten Widerstand brechen. Erst ein heiß diskutierter Foulelfmeter, den Diego zu seinem siebten Saisontor verwandelte (63. Minute), brach den Widerstand von Energie. Der eingewechselte John Jairo Mosquera (83.) entschied aus spitzem Winkel die umkämpfte Bundesliga-Partie für die Bremer (30 Punkte), die mit schon neun ungeschlagenen Spielen nacheinander dem FC Bayern (31) im Nacken bleiben. «Wir haben alles gegeben. Aber ohne Tor ist es schwer, zum Sieg zu kommen», haderte Cottbus-Trainer Bojan Prasnikar mit der anhaltenden Ladehemmung des Letzten (8 Punkte).
Am Morgen beim Frühstück hatte Schaaf den 27-jährigen Klasnic von seiner Entscheidung für die Anfangs-Elf informiert. Der Kroate hatte am 17. Dezember 2006 sein letztes Bundesligaspiel für den SV Werder bestritten, bevor er wegen seiner schweren Erkrankung um die Fortsetzung seiner Karriere bangen musste. «Ich finde es toll. Ivan ist jemand, der unserem Spiel gut tut», sagte Werder-Manager Klaus Allofs. «Vor einem halben Jahr hat noch niemand damit gerechnet, dass Ivan zurückkommt», ergänzte Kollege Tim Borowski. Auch die sportliche Leitung nicht, die Klasnic nicht für die Champions League gegen Real Madrid gemeldet hatte.
Auch ohne die beiden Streithähne Sanogo und Carlos Alberto, die von Schaaf nach der Trainings-Attacke bis Sonntag suspendiert und für den Spieltag mit einem Lauftraining belegt worden waren, übernahm der Favorit vor 14 685 Zuschauern im Stadion der Freundschaft die Initiative. Doch die Gastgeber hielten mit veränderter Taktik und großem Kampfgeist lange dagegen. Rückkehrer Klasnic rutschte zunächst an einer Eingabe von Markus Rosenberg knapp vorbei (16.). Naldo donnerte einen Freistoß an die Latte (32.).
Energie agierte zwar aus einer massierten Defensive - mit Timo Rost und Stanislaw Angelow kümmerten sich gleich zwei «Sechser» lange wirkungsvoll um das Werder-Herz Diego. Doch Prasnikars Elf startete immer wieder schnelle Gegenstöße. So verhinderte Bremens Keeper Tim Wiese gegen Stiven Rivic einen Rückstand, Vragel da Silva traf zwar im Nachsetzen, aber aus Abseitsposition (20.). Ervin Skela verschenkte die beste Cottbuser Konter-Chance (36.). Und Daniel Ziebigs Knaller wurde von der Querlatte aufgehalten (43.).
Nach der Pause erhöhten die Bremer, die auch ohne ihren derzeit besten Torschützen Hugo Almeida (Muskelfaserriss) auskommen mussten, den Druck weiter. Einen Kopfball von Nationalverteidiger Per Mertesacker kratzte Angelow noch von der Linie (53.). Nach einer Rangelei von Mario Cvitanovic gegen Rosenberg entschied Referee Manuel Gräfe auf Elfmeter für die Gäste. Diego verwandelte, ehe der eingewechselte Kolumbianer Mosquera bei einem Konter Energie- Schlussmann Gerhard Tremmel aus spitzem Winkel überraschte.
dpa
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