Sonntag, 2. Dezember 2007 / 19:29 Uhr
Duisburg - Pokalsieger 1. FC Nürnberg bleibt auf einem Abstiegsplatz in der Fußball-Bundesliga und wartet nun schon 42 Jahre auf einen Sieg beim MSV Duisburg.
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Durch das 0:1 (0:0) an der Wedau verpasste der Club einen möglichen Befreiungsschlag und hängt als 16. weiter im Tabellenkeller. Vor 20 313 Zuschauern erzielte Kapitän Ivica Grlic in der 72. Minute das Siegtor für den MSV Duisburg, der nach fünf Heimniederlagen hintereinander den zweiten Sieg im eigenen Stadion verbuchte und die «Rote Laterne» an Energie Cottbus abgab. In einer schwachen Begegnung lieferten beide Mannschaften über weite Strecken ein Bewerbungsschreiben für die Zweitklassigkeit.
Der Duisburger Klemen Lavric (l) und Nürnbergs Andreas Wolf kämpfen um den Ball.
Nürnberg konnte den Rückenwind vom 2:2 im UEFA-Cup in St. Petersburg (Russland) nicht nutzen und kassierte die vierte Bundesliga-Auswärtsniederlage hintereinander. «Wir waren hier die bessere Mannschaft und hatten mehrere Möglichkeiten, um in Führung zu gehen», sagte Marco Engelhardt. «Unsere Situation ist nicht dramatischer geworden, sondern gleich mies geblieben», sagte Trainer Hans Meyer, dessen Team zweimal nur das Aluminium traf.
Schiedsrichter Markus Merk (Otterbach) nahm in der 78. Minute einen bereits für Duisburg gepfiffenen Foulelfmeter auf Intervention seines Linienrichters zurück. «Es war sicherlich kein schönes Spiel. Die Mannschaft hat sich reingefightet und letztlich verdient gewonnen», sagte MSV-Trainer Rudi Bommer in Vertretung seiner Elf, die einen Medienboykott vereinbart hatte.
Beiden Mannschaften war von Beginn an ihre Nervosität anzumerken. Durchdachte Offensivaktionen waren die Ausnahme, Fehlpässe die Regel. Bei wegen des Dauerregens schwierigen Bedingungen plätscherte das Spiel dahin. Auch Kampfeswillen fehlte den Kontrahenten, wie gerade einmal eine Gelbe Karte in der ersten Halbzeit demonstrierte. Torchancen blieben Mangelware und entstanden aus Einzelaktionen oder Standardsituationen. So sorgte Nürnbergs Engelhardt mit einem Freistoß erstmals für Gefahr (15.), doch MSV-Schlussmann lenkte den Ball im Zurücklaufen über die Latte.
Auf der Gegenseite sorgte Klemen Lavric nach einem kapitalen Fehlpass von Marek Mintal für Gefahr vor dem Nürnberger Tor, doch der Slowene traf aus halblinker Position nur das Außennetz. Auch der für Manesseh Ishiaku nach einer knappen halben Stunde eingewechselte Ailton blieb ungefährlich. Zwar hatte der Club die reifere Spielanlage, doch die Harmlosigkeit in der Offensive dürfte Nürnbergs Coach Hans Meyer noch mehr Kopfschmerzen bereitet haben als ein Zusammenprall mit der Trainerbank.
Gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit verschärfte Nürnberg das Tempo: Engelhardt hatte wieder die Chance zur Führung, doch der Schlenzer ging über das Tor. Minuten später hätte Nicky Adler das 1:0 für Nürnberg erzielen müssen, doch er köpfte aus fünf Metern freistehend vorbei. Erneut Adler traf in der 55. Minute nach glänzenden Zuspiel von Zvjezdan Misimovic nur den linken Pfosten.
Endlich gewann das Spiel an Qualität und auch die bis dahin ruhigen MSV-Fans wachten nach Mihai Tararaches Weitschuss (60.) auf. Doch nach einem Lattenschuss von Engelhardt ließen die Nürnberger Angriffsbemühungen nach. Grlic nutzte das Durcheinander der Franken-Abwehr zum 1:0. Zuvor war Bosnier wegen einer Tätlichkeit um einen Platzverweis herumgekommen war. «Deswegen haben wir aber nicht verloren», gab Meyer zu. Nach einem vermeintlichen Foul an Lavric pfiff Merk Strafstoß (83.) für den MSV, doch nahm der Schiedsrichter nach Rücksprache mit seinem Linienrichter diese Entscheidung wieder zurück.
dpa
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