Fussball1. Bundesliga → Spielbericht

Bielefeld bleibt «Schießbude» der Bundesliga

Dortmund - Arminia Bielefeld hat seinen Ruf als «Schießbude» der Fußball-Bundesliga untermauert und taumelt immer mehr den Abstiegsrängen entgegen. Beim 1:6 (0:2) bei Borussia Dortmund lieferten die Ostwestfalen erneut eine desolate Auswärtsvorstellung.

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Die Diskussionen um Trainer Ernst Middendorp dürften neu belebt werden. Tinga (13.), Markus Schuler (19./Eigentor), Mladen Petric (47.), Nelson Valdez (55./Handelfmeter), Florian Kringe (61.) und Giovanni Federico (67.) schossen vor 78 500 Zuschauern den höchsten Saisonsieg für den BVB heraus, der nun entspannt in die Vertragsverhandlungen mit Trainer Thomas Doll und Sportdirektor Michael Zorc gehen kann. Dagegen stehen die Zeichen in Bielefeld nach 38 Gegentoren in 16 Spielen auf Sturm. Der Gegentreffer durch Oliver Kirch (81.) war nur noch Ergebniskosmetik.

Borussia Dortmund - Arminia Bielefeld

Der Dortmunder Petric (l) jubelt mit Valdez (m) über das 2:0. Rechts Bielefelds Fernandez.

«Das ist schon schön nach all den harten Wochen. Wir hatten am Anfang Schwierigkeiten, aber dann hat sich die Mannschaft freigeschwommen. Die Tore sind im richtigen Moment gefallen», freute sich BVB-Coach Doll. Für Sebastian Kehl war es «einfach geil, so zu gewinnen». Bitter enttäuscht war dagegen Middendorp: «Da gibt es nichts zu beschönigen. Das war wieder das Gesicht, das wir auswärts zeigen. Da ist ein Auseinanderfallen zu sehen, dafür habe ich keine Erklärung. Das hat mit Bundesliga nichts zu tun.»

Die Dortmunder mussten keine Glanzleistung vollbringen, um ihrem einstigen Angstgegner eine Packung zu verpassen. Die in der Besetzung vom 2:1-Coup in Stuttgart beginnende BVB-Elf betrieb einen hohen läuferischen Aufwand und nutzte ihre Chancen gegen einen harmlosen Gegner eiskalt. Die Bielefelder knüpften nahtlos an ihre schwachen Vorstellungen auf fremden Plätzen an und wirkten wie schon beim 1:8- Debakel in Bremen am 29. September in der Abwehr wie ein Hühnerhaufen. Phasenweise wurden sogar Erinnerungen wach an den legendären Dortmunder 11:1-Sieg gegen die Arminia vom November 1982.

Doch die nach dem Bayern-Spiel aufgekommenen Hoffnungen der Arminen, dass die Abwehr an Stabilität gewonnen haben könnte, bestätigten sich nicht. Denn nach zwölf ereignisarmen Minuten führte gleich der erste konstruktive Dortmunder Angriff zum 1:0. Florian Kringe setzte auf dem rechten Flügel Jakub Blaszczykowski in Szene, dessen präzise Hereingabe der Brasilianer Tinga zunächst verfehlte, ehe er im zweiten Versuch doch erfolgreich war. Weitere sechs Minuten später war die Partie bereits entschieden, als Schuler eine scharfe Hereingabe von Petric zum zweiten BVB-Treffer über die eigene Torlinie drückte und für eine Parallele zum letzten Bielefelder Auswärtsspiel in Bochum (0:3) sorgte. Auch da hatte es nach knapp 20 Minuten schon 0:2 geheißen.

61 Sekunden nach Wiederanstoß versetzte Petric den leisen Hoffnungen der Gäste auf eine Wende den Todesstoß, als er nach Dedes Flanke das Kopfballduell gegen Schuler gewann und und zum 3:0 einnickte. Danach brachen bei der Arminia alle Dämme. Nach einem Handspiel von Petr Gabriel verwandelte Valdez den fälligen Strafstoß, danach legte der überragende Petric Kringe den Ball mustergültig zum 5:0 auf. Anschließend nahm Zweitliga-Torschützenkönig Federico aus 16 Metern Maß und machte das halbe Dutzend voll, ehe Kirch mit der Unterstützung von BVB-Keeper Roman Weidenfeller zum 1:6 traf.

dpa

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