Fussball1. Bundesliga → Spielbericht

Nürnberg verlässt Abstiegsränge - 2:1 gegen Hertha

Nürnberg - Der 1. FC Nürnberg hat erstmals seit dem 11. Spieltag die Abstiegsränge in der Fußball-Bundesliga verlassen und Hertha BSC noch tiefer in die Krise geschossen.

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Der Pokalsieger feierte mit einem verdienten 2:1 (2:0)-Erfolg gegen erschreckend schwache Berliner den zweiten Heimsieg in Serie und kletterte mit 15 Punkten auf den 14. Tabellenplatz. Angelos Charisteas (5. Minute) und Zvjezdan Misimovic (39.) trafen vor 41 490 Zuschauern für den vor allem in der ersten Hälfte überzeugenden «Club». Der Schweizer Fabian Lustenberger (65.) konnte mit seinem ersten Bundesliga-Treffer nur noch verkürzen.

1. FC Nürnberg - Hertha BSC

Der Nürnberger Nicky Adler (l) im Zweikampf mit Fabian Lustenberger von Hertha BSC.

«Das ist eine feine Sache, dass wir das Spiel auf diese Weise über die Bühne gebracht haben», sagte Nürnbergs Trainer Hans Meyer. Erstmals in dieser Saison konnten die Franken damit nach einem Auftritt im UEFA-Cup auch in der Liga gewinnen. In der hektischen Schlussphase sorgte eine hauchdünne Abseitsentscheidung gegen Hertha-Angreifer Marko Pantelic noch einmal für Aufregung. «Das ist sehr ärgerlich, aber die Entscheidung ist wohl vertretbar», sagte Berlins Kapitän Arne Friedrich nach dem ersten Studium der Fernsehbilder.

Statt eines 2:2 stand am Ende die siebte Auswärtspleite im achten Spiel zu Buche, weshalb sich die so ambitioniert in die Saison gestarteten Berliner nun endgültig nach unten orientieren müssen. «Die erste Halbzeit war eine Katastrophe», analysierte Hertha-Trainer Lucien Favre ebenso schonungslos wie treffend. «Wir waren überhaupt nicht präsent und hatten viel zu viele Ballverluste.»

Dagegen demonstrierte der «Club» vier Tage nach dem 2:1 im UEFA- Pokal gegen den niederländischen Vertreter AZ Alkmaar von der ersten Minute an Konsequenz und Entschlossenheit. Sicher in der Defensive und mit engagiertem Offensivspiel setzten die Franken den enttäuschenden Gast aus der Hauptstadt permanent unter Druck. Der sichtlich unzufriedene Hertha-Trainer Favre rief immer wieder einzelne Spieler an die Seitenlinie, um neue taktische Anweisungen zu erteilen. Doch nur Pantelic, an dem der englische Spitzenclub FC Chelsea Interesse haben soll, sorgte mit einer Einzelaktion für so etwas Ähnliches wie Torgefahr im Strafraum der Nürnberger (29.). Ansonsten trat Hertha eher wie ein Abstiegskandidat auf.

Ganz anders der FCN: «Nicht denken, einfach schießen», hatten «Club»-Fans auf ein Plakat gepinselt - und wurden erhört. Keine fünf Minuten waren gespielt, als der griechische Nationalstürmer Charisteas eine Vorlage von Dominik Reinhardt zu seinem dritten Saisontor verwertete. Nicht nur in dieser Situation präsentierte sich die Hertha-Hintermannschaft hilf- und planlos. Auch vor dem 2:0 durch Misimovics feine Direktabnahme konnte Marek Mintal ungestört flanken.

Zur Pause reagierte der Schweizer Favre und brachte in Solomon Okoronkwo und Tobias Grahn zwei frische Offensivkräfte. Andreas Schmidt und André Lima mussten weichen, doch die Maßnahme blieb ohne die erhoffte Wirkung. Zwar kamen die Gäste in den zweiten 45 Minuten etwas öfter in die Hälfte der Nürnberger, doch am schwachen Gesamteindruck änderte auch das 1:2 durch Mittelfeldspieler Lustenberger nur wenig. Die passiven und unsicheren Berliner machten es den Franken leicht, das Publikum schon früh in Feierlaune zu versetzen. Die Gastgeber gingen nicht mehr ganz so zielstrebig zu Werke - doch Hertha fehlte im Angriff die Durchschlagskraft.

dpa

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