Sonntag, 3. Februar 2008 / 19:31 Uhr
Bremen - Eine Woche vor dem Gipfeltreffen beim FC Bayern München hat der SV Werder Bremen einen unerwarteten Rückschlag im Titelrennen hinnehmen müssen.
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Ausgerechnet gegen ihren bisherigen «Lieblingsgegner» VfL Bochum verloren die Hanseaten unglücklich mit 1:2 (1:0). Nach der ersten Niederlage gegen die Bochumer in der Bundesliga-Geschichte liegen die Bremer mit nun 36 Zählern drei Punkte hinter dem Tabellenführer aus München weiter auf Platz zwei. Zudem fehlt den wenig meisterlich agierenden Norddeutschen im Gastspiel beim FC Bayern Verteidiger Naldo (70.), der wegen Notbremse die Rote Karte sah.
Bremens Aaron Hunt (Mitte) spielt gegen Thomas Zdebel (l) und Marc Pfertzel vom VfL.
Daniel Jensen (44.) hatte die haushoch überlegenden Gastgeber mit seinem Treffer kurz vor der Pause in Führung gebracht. Die kampfstarken, aber spielerisch unterlegenen Bochumer schafften völlig überraschend durch Benjamin Auer (68.) trotz Abseitsposition den Ausgleich. Schiedsrichter Michael Weiner gab nach dem Spiel seinen Fehler zu: «Das war klar Abseits.» Anthar Yahia (84.) stellte mit seinem Siegtreffer den Spielverlauf komplett auf den Kopf und bescherte seinem Team gleich zum Rückrunden-Auftakt nicht nur wichtige Punkte im Abstiegskampf, sondern auch den ersten Erfolg im Weserstadion nach 30 vergeblichen Anläufen.
«Wir haben drei Punkte verloren, die wir eingeplant hatten. Solche Dinge dürfen wir nicht oft machen. Wir haben wieder ein Spiel aus der Hand gegeben», sagte Werder-Trainer Thomas Schaaf, der die mangelnde Chancenauswertung beklagte. Auf die Toppartie in München wollte er noch nicht blicken: «Was nächste Woche ist, interesiert noch nicht. Da gibt es noch viel zu überlegen.»
Fünf Tage nach dem Aus im DFB-Pokal bei Borussia Dortmund tat sich der personell weiter arg gebeutelte SV Werder auch gegen die Bochumer sehr schwer. Zwar war das Team von Trainer Thomas Schaaf klar überlegen, doch fehlten dem Bremer Spiel die überraschenden Ideen. Auch Regisseur Diego, der anders als in Dortmund von Beginn an spielte, wirkte nicht so kreativ wie gewohnt. Immerhin hatte der Brasilianer die erste große Werder-Chance in der 23. Minute, scheiterte aber am guten VfL-Schlussmann Jan Lastuvka.
Die Bochumer, bei denen Neuzugang Mimoun Azaouagh im Mittelfeld blass blieb, agierten zumeist defensiv und beschränkten sich auf Konter. Die Taktik von VfL-Trainer Marcel Koller ging lange Zeit auf. Vor allem über den schnellen Stanislav Sestak, mit dem Nationalspieler Per Mertesacker große Mühe hatte, waren die Gäste gefährlich. Doch die größte Möglichkeit für die Bochumer hatte Werder-Verteidiger Naldo. Er fälschte eine Flanke von Azaouagh ab und zwang seinen Torwart Tim Wiese zu einem großartigen Reflex.
In der Schlussphase der ersten Halbzeit erhöhte Werder Bremen noch einmal den Druck. Aaron Hunt (41.), der für den verletzten Ivan Klasnic neben Markus Rosenberg in den Sturm gerückt war, verzog aus 17 Metern nur knapp. Drei Minuten später traf der starke Däne Jensen genauer und ließ mit seinem Schuss von der Strafraumgrenze dem VfL- Keeper keine Chance.
Nach dem Wechsel schienen die Bremer auf Betriebstemperatur zu kommen. Naldo (47.) mit einem Freistoß, Hunt (57.), der nur die Latte traf, und Tim Borowski (67.) verpassten nur knapp das Tor. VfL- Trainer Koller reagierte, brachte für Azaouagh den Japaner Shinji Ono - und hatte Erfolg. Nur eine Minute nach seiner Einwechselung legte Ono für Auer (68.) auf, der den überraschenden Ausgleich markierte. «Hauptsache ist, der Ball war drin», meinte Auer und wollte über die Abseitsposition nicht diskutieren.
Als Naldo zwei Minuten später die Rote Karte sah, war endgültig ein Bruch im Bremer Spiel. Rosenberg (81.) hatte noch einmal die Führung auf dem Fuß. Doch drei Minuten später machte Yahia (84.) nach einem Eckball von Ono die Überraschung perfekt.
dpa
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