Fussball1. Bundesliga → Spielbericht

Schalke führt VfB vor - Kuranyi trifft doppelt

Gelsenkirchen - Doppel-Torschütze Kevin Kuranyi (32./51.) nach überstandener Lungenentzündung und Neu-Nationalspieler Heiko Westermann (76.) haben dem kränkelnden FC Schalke 04 neues Leben eingehaucht.

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Vier Tage nach dem Achtelfinal-Aus im Pokal beim VfL Wolfsburg versöhnten die Gelsenkirchener beim 4:1 (1:0) gegen Meister VfB Stuttgart ihre Fans, blieben im sechsten Ligaspiel in Folge ungeschlagen und hielten Anschluss an das Spitzenquartett der Fußball-Bundesliga. Vor 61 482 Zuschauern und den Augen von Bundestrainer Joachim Löw empfahlen sich Kuranyi mit seinen Saisontoren sieben und acht und der starke Westermann (76.) zudem für das Länderspiel in Österreich. Ze Roberto (90.) setzte den Schlusspunkt. Einzige Wermutstropfen für die «Königsblauen» waren der erneute Fauxpas von Torhüter Manuel Neuer beim Anschlusstreffer des eingewechselten Antonio da Silva (61.) und Kuranyis fünfte gelbe Karte. Damit fehlt der 26-Jährige beim Derby in Dortmund.

FC Schalke 04 - VfB Stuttgart

Der Schalker Kevin Kuranyi (r) köpft das 1:0 gegen Stuttgart.

«Wir haben ein sehr starkes Spiel gezeigt und am Ende verdient gewonnen», analysierte Kuranyi nach der richtungsweisenden Partie, in der die Stärke seines Teams bei Standardsituationen einmal mehr entscheidend war, «das trainieren wir sehr oft. Ich habe mich über das Pokal-Aus zu Hause sehr aufgeregt. Jetzt müssen wir in der Liga und in der Champions League zeigen, dass wir eine starke Mannschaft haben.»

VfB-Trainer Armin Veh hatte ganz andere Sorgen: «Natürlich haben wir Probleme. Wir müssen bei unserer Einstellung ganz schnell den Schalter umlegen, das ist ganz wichtig. Wir müssen uns daran erinnern, was uns stark macht - die Leidenschaft - das gefällt mir nicht und das werde ich ansprechen.» Überschattet wurde die Begegnung vom tragischen Tod eines 24 Jahre alten Schalke-Fans, der unmittelbar vor dem Anpfiff uns Leben kam. Wie der Verein am Sonntag mitteilte, wurde der Anhänger in Stadionnähe von einer Straßenbahn erfasst und war sofort tot.

Der Vize-Meister ließ sich durch dieses Unglück zunächst nicht aus dem Rhythmus bringen, aber in der Anfangsviertelstunde stand wie so oft dem hohen Aufwand der Schalker mit mehr Ballbesitz zu wenig Ertrag gegenüber. Die Schwaben, durch das Fehlen der gesperrten Ricardo Osorio, Pavel Pardo, Serdar Tasci, und die Abstinenz von Afrika-Cup-Teilnehmer Arthur Boka zum Improvisieren in der Defensive gezwungen, konzentrierten sich auf wirkungsvolle Verhinderungstaktik und hätten in der 19. Minute ihrerseits beinahe den ersten Schwabenstreich gesetzt. Nach einem Konter klatschte der Rechtsschuss des Rumänen Ciprian Marica nur gegen den Pfosten.

Als ob Maricas Warnschuss als Krampflöser nötig gewesen wäre, wurden die Aktionen der Gastgeber dringender. Nach der Freistoss- Flanke des Kroaten Ivan Rakitic, im Pokal heftig kritisiert, übersprang Kuranyi VfB-Kapitän Fernando Meira, köpfte das verdiente 1:0 und traf damit zum ersten Mal gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber. Das direkte Duell gegen VfB-Stürmerstar Mario Gomez ging klar an Kuranyi, der sich an Löws. 48. Geburtstag nachdrücklich um die Vakanz in der Nationalmannschaft neben dem gesetzten Miroslav Klose in Erinnerung brachte.

Sechs Minuten nach der Halbzeit lieferte Kuranyi sein zweites Argument für einen Stammplatz im Team von Löw. Erneut war eine Standortsituation durch den fleißigen Rakitic Ausgangspunkt. VfB- Keeper Raphael Schäfer griff daneben, Kuranyi stocherte den Ball über die Linie, zog vor Freude erleichtert das Trikot aus und wurde für diese Unachtsamkeit mit gelb bestraft.

Schalkes nächste Unaufmerksamkeit führte sogar zum völlig unnötigen Gegentor. Da Silva sah bei einem Freistoß in der 61. Minute, dass Schlussmann Neuer zu weit vor seinem Kasten stand und überlobte den erneut unsicher wirkenden Keeper. Westermann stellte mit seinem dritten Saisontor nach dem dritten Assist von Rakitic den alten Astand wieder her. Der eingewechselte brasilianische Neuzugang Ze Roberto sorgte in der Nachspielzeit für den auch in dieser Höhe verdienten Sieg - und für Katerstimmung bei den ernüchterten Stuttgartern.

dpa

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