Samstag, 9. Februar 2008 / 18:34 Uhr
Nürnberg - Hansa Rostock hat Hans Meyer das Trainerjubiläum gründlich verdorben. Mit einem 1:1 (1:1) in einem erschreckend schwachen Kellerderby beim 1. FC Nürnberg holten die Hanseaten einen wichtigen Punkt im Kampf um den Verbleib in der Fußball-Bundesliga.
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Und Hansa versetzte damit dem DFB-Pokalsieger im Abstiegskampf einen bitteren Tiefschlag. «Wir haben zwei Punkte zu Hause liegen gelassen, dadurch hat sich unsere Situation dramatisch verschlechtert», sagte der enttäuschte Meyer. Hansa-Coach Frank Pagelsdorf sprach nach der Partie von einem «gerechten Ergebnis», sein Torschütze Christian Rahn widersprach allerdings: «Da war für uns mehr drin. Uns fehlt ein Tick mehr Entschlossenheit.»
Mit seinem ersten Bundesligator für den FCN hatte der tschechische Nationalspieler Jan Koller (19.) den «Club» vor 36 470 Zuschauern in Führung geköpft. Acht Minuten später nutzte Christian Rahn einen Blackout der gesamten Nürnberger Abwehr zum Ausgleich für die Rostocker.
Fünf Tage vor dem UEFA-Cup-Gastspiel bei Benfica Lissabon konnte Trainer Meyer mit seinem 75. Spiel als «Club»-Trainer gar nicht zufrieden sein. Nach überzeugendem Beginn und einigen schön herausgespielten Möglichkeiten gerieten die Franken durch den Ausgleich von Rahn total aus dem Rhythmus. In der zweiten Halbzeit bemühte sich der FCN, doch es fehlten die spielerischen Mittel, um das defensiv gut organisierte Team von Trainer Pagelsdorf ernsthaft in Verlegenheit zu bringen.
Auf der Gegenseite offenbarten die Nürnberger etliche Unsicherheiten, aus der Rostock aber kein Kapital schlagen konnte. In der 61. Minute fehlte Amir Shapourzadeh ein Tick Kaltschnäuzigkeit, um den zweiten Treffer für Hansa zu erzielen. Vor dem Rostocker Tor brannte nur einmal Gefahr auf, als Junior Alves Orestes vor Koller klären konnte.
Als Koller, der in der Winterpause für eine Million Euro aus Monaco nach Nürnberg gekommen war und seine Heimpremiere feierte, per Kopfball nach präziser Flanke von Lars Kristiansen den FCN in Führung brachte, war die «Club«-Welt noch in Ordnung. Doch nach dem völlig überraschenden Ausgleich der Hanseaten war von dem zuvor guten und zielstrebigen Spiel der engagierten Franken nicht mehr viel zu sehen. Rahn war bei einem totalen Blackout der Nürnberger Abwehr, in der Michael Beauchamp den gesperrten Andreas Wolf vertrat, hellwach und überlistete Torhüter Jaromir Blazek mit einem Heber. Vorausgegangen war ein lang geschlagener Freistoß der Rostocker aus der eigenen Abwehr und ein kollektiver Tiefschlaf der Nürnberger Defensive.
Bis dahin hatte Hansa, das wegen Verletzung oder Erkrankung auf Kapitän Stefan Beinlich, Gledson, Sebastian Hähnge und Victor Agali verzichten musste, keine echte Tormöglichkeit. Der Gastgeber dagegen hätte höher führen können, hatte aber Pech bei einem Pfostenschuss von Zvjezdan Misimovic (9.). Der zuletzt schmerzlich vermisste Mittelfeldspieler war nach längerer Verletzung wieder mit von der Partie, musste aber nach 25 Minuten gegen Iwan Saenko ausgetauscht werden. Misimovic hatte sich zu Spielbeginn den Fuß verstaucht.
dpa
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