Sonntag, 7. November 2004 / 10:40 Uhr
Bochum - Den Fußball-Profis des VfL Bochum und des [team=973][team=973][team=973]1. FC Kaiserslautern[/team][/team][/team] steht ein harter Winter bevor. Zwar nährte die Leistung beider vom Abstieg bedrohten Clubs beim 1:1 (0:1) im Bochumer Ruhrstadion die Hoffnung auf bessere Zeiten, doch die Punkteteilung der Nachbarn im Tabellenkeller bringt keinen Verein so recht weiter.
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«Wir müssen bis zur Winterpause unbedingt 20 Punkte holen. Sonst stecken wir mitten im Abstiegskampf», sagte Peter Neururer, der neun Zähler aus den nächsten fünf Partien fordert. Dem 49 Jahre alten VfL-Trainer war nach dem Remis nicht gerade «zum Jubeln zumute», immerhin aber durfte er sich eine Woche nach der 0:3-Pleite in Hannover über eine klare Steigerung seiner Elf freuen.
Der Lauterer Mettomo (oben) wird vom Bochumer Maltritz (unten) gestoppt.
Die Abwehr gewann durch die Rückkehr von Raymond Kalla und Aleksander Knavs an Stabilität, und auch der Rest überzeugte zumindest in kämpferischer Hinsicht. «Im Moment gesellt sich zu unserem unbedingten Siegeswillen noch die Unsicherheit. Aber wir müssen diesen Weg weiter gehen und versuchen, mit Kampf, Einsatzbereitschaft und Leidenschaft so schnell wie möglich da unten raus zu kommen.»
Dies ist auch das Ziel des 1. FC Kaiserslautern. Die im Vergleich zu Bochum nur ein Tor und einen Platz schlechteren Pfälzer haben sich anscheinend stabilisiert. Trainer Kurt Jara konnte nach Toren des starken Hervé Nzelo-Lembi (26.) und des Ex-Lauterers Vratislav Lokvenc (62.) mit dem Ergebnis gut leben, weil «ein auswärts gewonnener Punkt in unserer Lage sehr wichtig ist».
Vor allem in der 2. Hälfte, als Bochum alles nach vorn warf, hatten die «Roten Teufel» noch einige gute Konterchancen. «Da haben wir gut kombiniert, aber kein Glück im Abschluss gehabt. Sonst wäre sogar ein Sieg möglich gewesen», meinte Jara, der Carsten Jancker und den Doppeltorschützen vom 2:1 gegen Bielefeld, Selim Teber, aus taktischen Gründen zunächst auf der Bank ließ. Teber kam aber schon nach einer halben Stunde, weil Jochen Seitz sich beim Zusammenprall mit Rein van Duijnhoven eine schmerzhafte Schienbeinprellung zuzog. Schlimmer erwischte es den VfL-Schlussmann, der mit einem instabilen Knie kurz darauf ebenfalls vom Platz musste.
Dass vor 22 977 Fans nicht mehr Tore fielen, war vor allem den beiden Torhütern zu verdanken. Lauterns Tim Wiese verdiente sich wie van Duijnhovens Vertreter Christian Vander, der dem VfL mit drei tollen Paraden in der Schlussphase den Punkt sicherte, die Bestnote.
Trotz der mittelmäßigen Form freut sich Neururer auf das Heimspiel gegen Rekordmeister Bayern München. Eine kleine Kampfansage konnte sich der Coach nicht verkneifen. «Die Bayern kommen genau zum richtigen Zeitpunkt. Da können wir uns Selbstvertrauen holen», meinte er, und erklärte dies so: «Von der Motivation her setzt das Spiel vor ausverkauftem Haus noch einen drauf. Die Bayern werden versuchen, uns mit spielerischen Mitteln zu schlagen, und sie sind zurzeit durchaus verwundbar.»
Jara, dem nach dem Sieg über Bielefeld von der Führung um Clubchef René C. Jäggi das Vertrauen ausgesprochen worden war, beklagte sich derweil über die ständige Unruhe in der Pfalz und das äußerst kritische Umfeld. Und er hat wenig Hoffnung, dass sich dies bald ändert: «Man kann hier nicht in Ruhe arbeiten. Ich bin am 4. Februar gekommen und stehe seit dem 6. Februar unter Beschuss.»
dpa
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