Fussball1. Bundesliga → Spielbericht

Bayer nach Traumstart heiß auf Bayern

Frankfurt/Main - Nach dem Traumstart in die Saison fühlt sich Bayer Leverkusen reif für das Prestigeduell mit Rekordmeister FC Bayern München.

anzeige

«Wir wollen auch gegen die Bayern gewinnen», verkündete Nationalspieler Bernd Schneider nach dem glatten 4:1-Erfolg zum Bundesliga-Auftakt beim Aufsteiger Eintracht Frankfurt selbstbewusst. Auch Trainer Klaus Augenthaler sieht sein Team auf Augenhöhe mit dem Titelverteidiger, der in der BayArena gastiert. «Wieso Außenseiter? Wir haben ein Heimspiel», sprach er dem Titelverteidiger die Favoritenrolle ab.

Eintracht Frankfurt - Bayer Leverkusen

Jermaine Jones, Alexander Meier (r) und Bernd Schneider kämpfen um den Ball.

Vergessen waren die Anlaufschwierigkeiten, die Bayer in Frankfurt offenbarte. Die Abwehr wirkte zunächst unsicher, im Mittelfeld fehlten die kreativen Ideen. Nur mit Glück konnte die Werkself einen höheren Rückstand gegen die eine Halbzeit lang druckvoll aufspielende Eintracht vermeiden. «Da hatten wir einige brenzlige Situationen zu überstehen. Wir hatten allerdings auch eine schwierige Vorbereitung und konnten nur zwei, drei Mal in dieser Formation trainieren», begründete Augenthaler die Probleme in der Anfangsphase.

Bayer war erst in Schwung gekommen, nachdem Dimitar Berbatow (24.) das frühe 1:0 der Gastgeber durch Aleksandar Vasoski (7.) ausgeglichen hatte. Nach dem Wechsel machten Andrej Woronin (48.), Schneider (56.) und Jacek Krzynowek (59.) innerhalb weniger Minuten den Erfolg für die cleveren Gäste perfekt. «Die 2. Halbzeit stimmt mich zuversichtlich. Jetzt können wir uns in Ruhe auf die Bayern vorbereiten», erklärte Augenthaler.

Allerdings gibt es noch einiges zu tun, vor allem an der Feinabstimmung muss gearbeitet werden. «Der Sieg, vor allem in dieser Höhe, gibt uns noch einen Tick mehr Selbstvertrauen. Gegen die Bayern müssen wir aber eine Schippe drauf legen», bekannte Carsten Ramelow. Auch dem Kapitän war es nicht entgangen, dass sein Team vor allem von der Unerfahrenheit des Aufsteigers profitiert hatte.

Die Eintracht verlor nach dem 1:2 jegliche Ordnung und agierte fortan kopflos. «Uns hat die Cleverness gefehlt. Wir sind hektisch geworden und Bayer ins offene Messer gelaufen. Wichtig ist, dass wir daraus die richtigen Schlüsse ziehen», resümierte Eintracht-Trainer Friedhelm Funkel. «Wir hätten das cool runter spielen müssen. Stattdessen sind alle nach vorne gerannt. So schnell konnte man gar nicht gucken, wie die Tore fielen», pflichtete Neuzugang Christoph Preuß bei.

So hatte Leverkusen die Räume, die es dank seiner individuellen Klasse eiskalt nutzte. «Wir wussten, dass Eintracht das hohe Tempo nicht über 90 Minuten gehen kann», sagte Schneider. Und Rudi Völler frohlockte: «In der zweiten Halbzeit haben wir unser wahres Gesicht gezeigt und Fußball vom Feinsten gespielt. Jetzt freue ich mich auf die Bayern.»

dpa

Diesen Artikel bookmarken bei...
del.icio.us Mister Wong Technorati Google Linkarena Oneview Folkd YiGG

0 Kommentare | Kommentare verstecken

Kommentar schreiben