Fussball1. Bundesliga → Spielbericht

Nürnberg mit 2:1-Sieg gegen Köln

Nürnberg - Mit dem Geist von Gögging hat der 1. FC Nürnberg seine kämpferische Seele wiederentdeckt und Wolfgang Wolf vorerst den Weg zum Arbeitsamt erspart.

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«Der Sieg war bitter nötig, auch für mich», sagte der «Club»-Trainer nach dem erlösenden 2:1 gegen den 1. FC Köln, gab aber nach dem ersten Saisonsieg noch keine Entwarnung. «Ob es ein Befreiungsschlag war, wird sich zeigen», meinte der 47- Jährige und dankte seinem Retter Stefan Kießling, der mit seinen Saisontoren zwei und drei den Traditionsclub von den Abstiegsrängen schoss: «Stefan war der Matchwinner. Er hat den Unterschied gemacht und Lukas Podolski in allen Bereichen in den Schatten gestellt.»

1. FC Nürnberg - 1. FC Köln

Die Nürnberger Kiessling (r) jubelt mit Reinhardt über das 1:0.

Von einer Zentnerlast befreit, sprang Wolf nach dem Schlusspfiff auf, umarmte seine Spieler und bedankte sich bei den Fans für die Unterstützung. «Wir sind heute nicht als Tabellenletzter aufgetreten, die Mannschaft hat in dieser Situation spielerisch und kämpferisch überzeugt und hochverdient gewonnen», resümierte der Pfälzer, nachdem Kießling (32./67.) die Serie von sieben Spielen ohne Sieg beendet hatte. Kölns Anschlusstreffer durch Patrick Helmes (75.) kam zu spät. Das Gespräch mit Präsident Michael A. Roth und Manager Martin Bader fiel deutlich entspannter aus, aber ganz sicher fühlt sich Wolf noch nicht: «Wir haben eine schwierige Woche hinter uns und vielleicht keine schwierige vor uns, aber man weiß ja hier nie...»

Um vielleicht einen «goldenen Oktober» zu erleben, ist laut Wolf nun auch die Chefetage gefordert. «Noch ist nichts erreicht, deshalb lasst uns in Ruhe arbeiten», appellierte er an die Verantwortlichen. «In der Mannschaft steckt viel Leben drin. Wir kommen dahin, wohin wir wollen: Uns in der ersten Liga zu etablieren.» Wolf legte sich für die jungen Spieler wie Thomas Paulus (23), Dominik Reinhardt (20) oder Kießling (21) ins Zeug und sah sich in seiner Maßnahme bestätigt, andere wie Robert Vittek aus dem Kader zu streichen: «Die Aussortierten müssen jetzt eine Schippe drauflegen. Wer nicht für die Mannschaft arbeitet, wird hier nicht mehr lange spielen.»

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Wie in der vorigen Saison, als man mit Siegen gegen Bochum und Rostock den Klassenerhalt sicherstellte, war auch diesmal das Kurztrainingslager in Bad Gögging an der Donau ein Glücksgriff. Die Mannschaft habe sich ganz auf Fußball konzentrieren können, bestätigte Kapitän Mario Cantaluppi und machte deutlich, wie groß die Anspannung beim «Club» war: «So groß wie heute war der Druck noch nie. Wir wussten, es ging um Jobs.» Hilfreich war wohl auch eine mannschaftsinterne Aussprache, bei der man sich die Meinung gesagt habe, wie Doppeltorschütze Kießling verriet. «Vielleicht war dieser Sieg die Wende», sagte der U21-Nationalspieler, der wegen eines Muskelfaserrisse die Länderspiele gegen Wales (7. Oktober) und Österreich (11. Oktober) absagen musste.

Ob Kießling demnächst von Bundestrainer Jürgen Klinsmann eingeladen wird, wie Wolf im Scherz meinte, sei dahingestellt. Im Frankenstadion stahl er Kölns Stürmerstar Podolski die Schau. Der Nationalspieler blieb unter seinen Möglichkeiten, und nach drei Niederlagen hintereinander brechen für die «Geißböcke» schwere Zeiten an. Trainer Uwe Rapolder schämte sich fast für die «schwächste Saisonleistung» seines Teams und kündigte für die kommenden Wochen sogar ein Trainingslager an. Er führte seiner Mannschaft die Nürnberger als leuchtendes Beispiel vor: «Sie haben ums Überleben gekämpft. Wenn wir nicht aufpassen, geht es uns bald genauso.»

dpa

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