Fussball1. Bundesliga → Spielbericht

Müde Bayern tanken nach 2:0-Sieg auf der Wiesn auf

München - Beim zünftigen Oktoberfestbesuch des FC Bayern München ließ sich nicht nur Bernd Dreher die Maß Bier nach dem 2:0 (0:0)-Sieg gegen einen glücklosen VfL Wolfsburg so richtig schmecken.

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Der 38 Jahre alte Torwart-Trainer hatte tags zuvor bei seinem unverhofften Bundesliga-Comeback nach viereinhalb Jahren mit einer fehlerlosen Leistung als Aushilfe für den verletzten Kapitän Oliver Kahn einen erheblichen Anteil daran, dass der ausgelaugte deutsche Meister nach dem siebten Spiel innerhalb von 21 Tagen im Festzelt gut gelaunt auf die knapp verteidigte Tabellenführung anstoßen konnte.

FC Bayern München - VfL Wolfsburg

Lucio (l) vom FC Bayern München bedrängt Miroslav Karhan.

«Die Spieler haben sich ihre Maß verdient», sagte Trainer Felix Magath, der die zweiwöchige Bundesliga-Pause geradezu herbeigesehnt hatte, um neue Kräfte für die anschließenden Top-Spiele gegen Schalke 04 und Juventus Turin in der Champions League zu sammeln. «Ich freue mich jetzt auch auf acht bis zehn Tage Regeneration.»

Die widrigen Umstände mit insgesamt neun verletzten Akteuren - darunter die Leitwölfe Kahn und Michael Ballack - machten den mit letzter Kraft erkämpften Sieg gegen Wolfsburg besonders wertvoll. «Das sind die Knackpunkte einer Saison, wenn du mit dem letzten Aufgebot und dem Torwart-Trainer im Tor gewinnst», frohlockte Manager Uli Hoeneß. Auch Kahn sprach von drei «big points», die durch den Kopfballtreffer von Roque Santa Cruz (67.) und eine unwiderstehliche Einzelleistung des unermüdlichen Antreibers Lucio (90.) eingefahren wurden. «Es gibt nur wenige Mannschaften, die solche kritische Phasen überstehen können. Andere verlieren da wichtige Punkte.»

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Beim Aufwärmen hatte auch noch der Nationaltorhüter abgewunken und die Ausfallliste fast auf Teamstärke verlängert. «Das Knie schmerzte wieder», berichtete der Kapitän. Weil der etatmäßige Ersatzmann Michael Rensing (Schulterverletzung) ebenfalls nicht zur Verfügung stand, musste der Vorruheständler Dreher einspringen.

Über vier Jahre nach seinem letzten Erstliga-Einsatz am 10. März 2001 gegen Energie Cottbus (2:0) erledigte der älteste aktive Bundesligaspieler seinen Job mit einer Bier-Ruhe, welche die 66 000 Zuschauer begeisterte. Ernsthaft geprüft wurde Dreher in seinem 152. Bundesligaspiel von den Wolfsburgern kaum. Zudem hatte er Glück, als VfL-Stürmer Steve Marlet beim Stand von 0:0 lediglich den Pfosten traf (57.). «Es war Not am Mann - und einer musste ja rein», bemerkte der Mann des Tages nach seinem Comeback: «Nervös war ich früher.»

Dreher sorgte mit dafür, dass die makellose Bilanz der Bayern in der Allianz Arena gewahrt blieb. Fünf Pflichtspiele, fünf Siege, null Gegentore - die bis zum Winter ausverkaufte neue Heimspielstätte des Rekordmeisters hat sich zu einer Festung entwickelt. «Das Stadion ist zu einem psychologischen Vorteil für uns geworden», meinte Kahn.

Die Wolfsburger gingen auch aufs Oktoberfest - aber zu feiern hatten sie nichts. Dafür hätten sie einen Knipser im Strafraum benötigt. «In München darf man seine Großchancen einfach nicht fahrlässig vergeben», ärgerte sich Trainer Holger Fach. Weder Marlet noch Mike Hanke nutzten sie - was die nicht besseren Bayern am Ende eiskalt bestraften. Fachs Mut, mit drei Spitzen anzutreten, wurde nicht belohnt. «Wir fahren nach Hause wie hunderte Mannschaften zuvor, die sich hier mehr ausgerechnet haben. Der Unterschied ist, dass wir es versucht haben», klagte der Coach. Manager Thomas Strunz bewertete die zweite Saison-Niederlage des Tabellensiebten trotzdem als Fortschritt: «Wir sind auf dem richtigen Weg.»

dpa

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