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Druck auf Lienen wächst - Nur 1:1 gegen Duisburg

Hannover - Trainer Ewald Lienen muss sich bei Hannover 96 auf unruhige Tage einrichten. Das magere 1:1 gegen Aufsteiger MSV Duisburg versetzte nicht nur die Fans in Rage. Einige forderten mit «Lienen raus»-Rufen erstmals einen Trainerwechsel.

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Auch die 96-Profis sind frustriert über den bisherigen Bundesliga-Verlauf. «Wir haben nur Egoisten in der Mannschaft», schimpfte Thomas Brdaric. Er meinte Jiri Stajner. Der eingewechselte Tscheche hatte sich fünf Minuten vor dem Abpfiff den Ball geschnappt und war mit einem umstrittenen Foulelfmeter an MSV-Torhüter Georg Koch gescheitert. «Ich verstehe nicht, dass man gleich den Elfmeter schießen muss, wenn man fünf Minuten auf dem Platz ist», sagte Brdaric.

Hannover 96 - MSV Duisburg

Die Hannoveraner Mertesacker (l) und Delura (M) halten den Duisburger Ahanfouf.

Er und Michael Tarnat standen auf der Liste der 96-Schützen. «Tarnat wollte nicht, und Brdaric hat noch nachgefragt. Ich hätte mir gewünscht, er hätte dies nicht getan. Anschließend ist der Ball zu Stajner gelangt und dann in die Hände von Koch», beschrieb Lienen die spielentscheidende Szene. «Wenn ich mir dann den Ball nehme, kann ich ihn nicht schieben», kritisierte der Coach zudem die Schusstechnik von Stajner, der auch durch die «Mätzchen» von Koch verunsichert wurde. «Das musste ich tun, das hätte jeder gemacht», rechtfertigte der MSV-Kapitän sein mit «Gelb» geahndetes Verhalten.

Weil nach drei Niederlagen in Folge der erhoffte Befreiungsschlag ausblieb, ist Lienen unter Druck geraten. Bis auf die letzte halbe Stunde, in der die Duisburger mit Mann und Maus ihr Tor verteidigen mussten, wirkten die Aktionen der 96-Mannschaft konfus und verunsichert. Die frühe Führung durch das erste Saisontor des Ex- Schalkers Michael Delura (8.) glich MSV-Torjäger Abdelaziz Ahanfouf (14.) mit seinem dritten Treffer schnell aus.

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Warum Duisburgs Trainer Norbert Meier ein «dramatisches Spiel» gesehen hatte, blieb den meisten der 27 211 Zuschauer verborgen. «Wir sind sehr zufrieden, denn wir stehen vor der Länderspiel-Pause nicht auf einem Abstiegsplatz. Das ist das einzige, was für uns wichtig ist», kommentierte der MSV-Coach den ersten Auswärtspunkt für den Aufsteiger. Damit haben die «Zebras» nur einen Zähler weniger auf dem Konto als Hannover 96, das eigentlich internationale Ambitionen hegt.

Bis zum nächsten Spiel in zwei Wochen in Köln wird Lienen in der Schusslinie der Kritik stehen. Dass sein Team trotz des erstmaligen Mitwirkens von Spielgestalter Ricardo Sousa kein Mittel fand, einen spielerisch limitierten Gegner zu besiegen, bietet reichlich Diskussionsstoff. Immerhin zeigte der Portugiese, der zuletzt im September 2004 für 96 gespielt hatte, positive Ansätze. «Die Trainerfrage stellt sich bei uns nicht», erklärte 96-Manager Ilja Kaenzig.

Der Schweizer, als Geschäftsführer der 96-Bundesliga KGaG verantwortlich für diesen Bereich, hatte vor der Saison für rund 4,5 Millionen Euro namhafte Spieler wie Brdaric oder Vahid Hashemian verpflichtet. Ausgezahlt hat sich dies bisher nicht. Finanziell kann sich Hannover 96 einen Trainerwechsel kaum leisten. Lienens Vertrag läuft bis 2007. «Fußball spielt sich zu einem hohen Prozentsatz im Kopf ab. Ich hoffe, dass das die Mannschaft begriffen hat», appellierte der Coach an die Berufseinstellung der Profis.

dpa

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