1. FC Kaiserslautern

1. FC Kaiserslautern

Der 1. FC Kaiserslautern ist ein international bekannter Fußballverein, welcher zu den Gründungsmitgliedern der Bundesliga gehört. Von 1963 bis 1996 konnte die 1. Klasse gehalten werden. Nach dem Abstieg in die Zweite Liga wurde die Saison 1996/1997 auf dem ersten Tabellenplatz beendet. Es folgte ein erstaunlicher Aufstieg, als bereits in der kommenden Saison 1997/1998 der erste Platz in der Ersten Liga erlangt wurde. Von 2006 bis 2010 spielte das Team jedoch wieder in der Zweiten Liga, bis erneut der Aufstieg gelang. Seit 2012 befindet sich der 1. FC Kaiserslautern in einem ständigen Kampf um die Rückkehr in die Erste Liga, es wurden zwischenzeitlich der dritte und vierte Platz erreicht.

Die größten Erfolge des Vereins

Die „Roten Teufel“ sind in der Vereinsgeschichte durch große Siege und große Niederlagen aufgefallen. Unvergesslich ist der Sieg in der Ersten Fußball-Bundesliga in der ersten Saison nach Rückkehr in die Liga. Insgesamt konnte der 1. FC Kaiserslautern vier deutsche Meisterschaften und zwei DFB-Pokalsiege erlangen. Der Verein steht in der Ewigen Tabelle der Bundesliga auf dem zehnten Platz, obgleich er in der Saison 2016/2017 in der Zweiten Liga spielt. Internationale Aufmerksamkeit erlangte das Team unter anderem durch das Erreichen des Champions-League-Viertelfinals im Jahr 1999. Auch die Teilnahmen am UEFA-Pokal-Halbfinale gehören zu den größten Erfolgen der Mannschaft.

1. FC Kaiserslautern

Einzigartig in der Geschichte der Bundesliga: Erst Aufstieg, dann Sieg

Nachdem der 1. FC Kaiserslautern über Jahrzehnte hinweg in der Ersten Bundesliga gespielt hatte, musste in den 1990er Jahren der Abstieg akzeptiert werden. In der Saison 1996/1997 wurde jedoch bereits wieder der Aufstieg geschafft. Während andere Mannschaften in der ersten Saison in einer neuen Liga um den Klassenerhalt kämpfen, erreichte der 1. FC Kaiserslautern am Saisonende den ersten Platz. Das Jahr startete mit einem 1:0 Sieg über den FC Bayern, der zum damaligen Zeitpunkt der Titelverteidiger gewesen war. Experten war das Potential der Mannschaft bekannt, wenn gleich auch niemand mit diesem grandiosen Erfolg über die gesamte Saison gerechnet hätte. Die Leistung wird stets mit dem Trainer Otto Rehhagel in Verbindung gebracht, welcher noch heute von den Fans bejubelt wird. Das Team, der Trainer und die konstante Spielweise konnten die Herzen der Fans erobern und sorgen für Begeisterung über die Spielzeit.

Gegenspieler beim engsten Konkurrenten in Bayern war Giovanni Trapattoni. Der FC Bayern schwächelte in vielen Spielen und verlor dadurch entscheidende Punkte. Am vorletzten Spieltag fand das Spiel gegen den VfL Wolfsburg statt, welcher ebenfalls in dieser Saison aufgestiegen war. Bereits nach 24 Minuten schoss Olaf Marschall seine Mannschaft in Führung. Martin Wagner baute durch das 2:0 in der 52. Spielminute die Führung aus. Das Spiel endete durch weitere Tore von Marschall und Jürgen Rische mit 4:0. Da der FC Bayern München gegen Duisburg nur ein Unentschieden erzielen konnte, war der 1. FC Kaiserslautern deutscher Meister. Nach dem großen Sieg folgte jedoch eine bewegte Zeit mit großen Niederlagen. Otto Rehhagel verblieb noch bis 2000 beim Verein. Sportlich und wirtschaftlich begann eine Talfahrt. Im Jahr 2006 stieg der Verein ab.

Die Spielstätte des 1. FC Kaiserslautern

Der Sportplatz am Betzenberg wurde 1920 eröffnet. Das Stadion wurde in der Vereinsgeschichte mehrfach erweitert, umgebaut und renoviert. Heute ist es als Fritz-Walter-Stadion bekannt. Namensgeber ist der Weltmeister von 1954, welcher als bekanntester Spieler des Vereins gilt. Das Stadion wird im Volksmund Betze genannt. Es bietet in der heutigen Form Platz für 49.780 Zuschauer. Die Spiele wurden jedoch nicht immer im Stadion des 1. FC Kaiserslautern ausgetragen. Da das Betzenbergstadion für viele Ereignisse zu klein war, wurde bis in die fünfziger Jahre nach Ludwigshafen ausgewichen. Auch während den Modernisierungsmaßnahmen konnte der Spielbetrieb im Stadion nicht immer aufrechterhalten werden. Entscheidende Umbauarbeiten wurden für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 vorgenommen. Bereits 2002 begannen die Arbeiten, wobei das Fassungsvermögen deutlich erhöht wurde. Es wurden alle Bereiche umgebaut, unter anderem die West- und die Südtribüne. Das Dach der Südtribüne musste mit Kränen angehoben werden.

Nach Abschluss der Arbeiten war das Stadion vollständig überdacht. Zu den Highlights gehören das eigene Fernsehstudio und die Rasenheizung. Auf drei der vier Stadiondächer wurde eine Photovoltaikanlage installiert. Es handelt sich mit 6.000 Quadratmetern Fläche um die größte Anlage ihrer Art. Der Umbau des Stadions verlief jedoch nicht reibungslos. Mehrere technische und finanzielle Schwierigkeiten brachten das Projekt in Gefahr. Das zunächst beauftragte Bauunternehmen meldete Insolvenz an, wodurch ein Baustopp folgte. Der 1. FC Kaiserslautern geriet selbst in finanzielle Schwierigkeiten, zugleich schien die zunächst geplante Kostenaufstellung nicht ausreichend zu sein. Das Stadion hatte sich bis 2003 im Besitz des Fußballvereins befunden. Durch die finanziellen Probleme war der Verkauf an die Fritz-Walter-Stadion Kaiserslautern GmbH notwendig. Der Gesellschafter dieser GmbH ist die Stadt Kaiserslautern. Die Zukunft des Stadions war jedoch noch nicht endgültig gesichert, da 2005 eine vorläufige Sperrung erfolgte. Es wurden Schäden am Dach der Osttribüne entdeckt worden. Die Befürchtungen bestätigten sich jedoch nicht, sodass eine Reparatur ausreichend war und die WM 2006 reibungslos verlief.

Die größten Erfolge des 1. FC Kaiserslautern

Der 1. FC Kaiserslautern konnte bisher vier Mal die Deutsche Meisterschaft erlangen. Er war in den Jahren 1951, 1953, 1991 und 1998 erfolgreich und beendete die Saison auf dem ersten Platz. Der Titel des Vizemeisters wurde ebenfalls vier Mal erlangt: 1948, 1954, 1955 und 1994. In der zweiten Liga konnte die Mannschaft 1997 und 2010 den ersten Platz belegen. Den Titel des südwestdeutschen Meisters erlangte der Fußball-Verein zwischen 1947 und 1963 insgesamt 11 Mal. Zwischen 1947 und 1950 wurde der 1. FC Kaiserslautern vier Mal in Folge zum Französischen Zonenmeister erklärt. Auch in den Pokalwettbewerben wurden große Erfolge erlangt. Die Mannschaft schaffte 1990 und 1996 den deutschen Pokalsieg. Ins Finale zog der 1. FC Kaiserslautern 7 Mal ein. Im Jahr 1991 wurde das Team zum DFB-Supercupsieger ernannt. Zu den internationalen Erfolgen gehört das Erreichen des UEFA-Pokal-Halbfinales 2001 und 1982. Der Einzug ins Champions-League-Viertelfinale konnte 1999 geschafft werden.

Warum werden die Spieler „Rote Teufel“ genannt?

Die Spieler des 1. FC Kaiserslautern sind als die roten Teufel bekannt. Zahlreiche Fanartikel haben diesen Namen aufgegriffen und sind entsprechend gestaltet worden. Es lässt sich nicht mehr zweifelsfrei zurückverfolgen, wie der Beiname entstanden ist. Viele Fans sind überzeugt, dass die Mannschaft „teuflisch gut“ spielt und daher der Name entstanden sei. 1934 wurde das Team in einer Zeitschrift als Teufel bezeichnet, der Zusatz „rot“ fehlt jedoch. Der Kicker hatte diese Wortwahl getroffen, als er sich auf ein Spiel bezog, in welchem die Mannschaft wie wild hin- und herlief und somit an wildgewordene Teufel erinnerte. Es darf vermutet werden, dass sich die Ergänzung rot auf die Vereinsfarben bezieht.

Die Einführung der roten Trikots geht auf Fritz Walter zurück, der im Zweiten Weltkrieg in der Soldatenelf, den roten Jägern gespielt hatte. Nach dem Krieg setzte er sich dafür ein, dass der 1. FC Kaiserslautern nicht mehr in Rot-Weiß sondern in Rot spielt. Während der Berichterstattung eines Spiels gegen den TSV 1860 München im Jahr 1948 wurde der Begriff „rote Teufel“ geprägt. Der Name musste sich jedoch erst noch gegen die damals vorherrschenden Bezeichnungen „Walterelf“ und „Waltermannschaft“ durchsetzen. Diese Tatsache zeigt, wie eng Fritz Walter und sein Bruder Ottmar Walter mit dem 1. FC Kaiserslautern verbunden waren. Nach dem Sieg in der deutschen Meisterschaft und nach dem Karriereende Fritz Walters wurde der neue Name nach und nach immer präsenter. Der Verein griff das Teufelssymbol auf und nutzte es werbewirksam. Zum Rahmenprogramm der Bundesligabegegnungen gehören seit 1991 verkleidete Teufel. Bei dem Betzi handelt es sich um einen Teufel in der Verkleidung des 1. FC Kaiserslautern, welcher 1973 erstmalig auftauchte.

Der Kampf um die Rückkehr in die Erste Bundesliga

Seit 2012 versucht der 1. FC Kaiserslautern in die Erste Bundesliga zurückzukehren. Die Saison 2015/2016 endete auf dem 10. Platz. Die Jahre zuvor waren mit dem dritten und vierten Platz erfolgreicher. Die Zeit in der Zweiten Liga begann mit der Entlassung des Trainers Balakov. Nach Angaben des Vereins sollte ein unbelasteter Einstieg in die neue Klasse geschafft werden. Franco Foda wurde neuer Trainer des Traditionsvereins. Im Bereich der Mannschaft wurden ebenfalls Veränderungen angestrebt. Der Neuzugang Albert Bunjaku wurde der neue Kapitän und sollte das Team zu siegen führen. Der Stürmer wurde durch Mohamadou Idrissou unterstützt, der ebenfalls als Stürmer zum Kader stieß. Beider Spieler waren äußerst erfolgreich, da sie zusammen für mehr als die Hälfte aller Tore des 1. FC Kaiserslautern verantwortlich waren. Gegen Ende der Saison wurde ein Relegationsplatz erreicht, der Aufstieg konnte jedoch nicht geschafft werden.

Nachdem die Saison 2013/2014 mit einer Niederlage startete, wurde der Trainer Foda wieder entlassen. Als Saisonziel wurde unter dem neuen Trainer Kosta Runjaic der Wiederaufstieg erklärt. Die Voraussetzungen schienen gut, da sich die Mannschaft noch im November auf dem ersten Platz befunden hatte. Die Leistungen konnten jedoch nicht gehalten werden, sodass die Saison mit dem vierten Platz endete. In der Saison 2014/2015 wurde ebenfalls der vierte Platz erreicht. Aktueller Trainer ist Tayfun Korkut, der 2007 seine Laufbahn als Trainer in der Jugendabteilung des Real Sociedad Sebastián startete. Er betreute in der Saison 2009/2010 beim TSG 1899 Hoffenheim die U-17 Mannschaft.

Die UEFA-Pro-Lizenz erlangte er im März 2011. Als er vom türkischen Fußballverband ein interessantes Angebot erhielt, verließ Korkut seinen Posten als Cheftrainer der U-19 Mannschaft in Stuttgart. Er agierte fortan als Co-Trainer der A-Nationalmannschaft in der Türkei. Als der Nationaltrainer jedoch 2013 zurücktrat, wurde der Vertrag von Korkut nicht mehr fortgesetzt. Er kehrte nach Deutschland zurück und übernahm die Position des Trainers bei Hannover 96. Seit 2016 ist Korkut beim 1. FC Kaiserslautern verpflichtet. Das selbst erklärte Ziel ist wie die Jahre zuvor der Aufstieg der Mannschaft, um an die vergangenen Erfolge anzuknüpfen und neue Wunder, wie der direkte Sieg nach dem Wiederaufstieg erreichen zu können. Es bleibt abzuwarten, ob sich die Erfolgsgeschichte des Gründungsmitglieds der Bundesliga in diesem Umfang wiederholen kann.