1. FC Köln

1. FC Köln

Der 1. FC Köln ist der bekannteste und erfolgreichste Sportclub der Domstadt am Rhein. Die „Geißböcke“, wie sie wegen ihres vierbeinigen Maskottchens genannt werden, gehören zu den wenigen Teams, die das begehrte Double geschafft haben. Zu den Erfolgen ihrer Vereinsgeschichte zählen drei Deutsche Meisterschaften und vier DFB-Pokalsiege.

1. FC Köln: die Erfolgsjahre

Der 1. FC Köln verdankt seine Entstehung Franz Kremer, der sich mit der Gründung des Vereins den Traum einer erstligatauglichen Fußballmannschaft erfüllt. Am 13. Februar 1948 fusionieren der Kölner BC und die SpVgg Sülz 07 zum 1. FC Köln. In den 50er Jahren gehört der 1. FC Köln zu den festen Größen in der Oberliga West. Aber die erfolgreichste Dekade sind bis heute die 60er Jahre: DFB-Pokalsieger, mehrmaliger Westdeutscher Meister, dreimal Deutscher Vizemeister und zweimal Deutscher Meister sind die beachtliche Bilanz des Kölner Fußballklubs aus dieser Zeit. Der Vision Fritz Kremers vom Deutschen Meistertitel erfüllt sich 1962 im Berliner Olympiastadion: Mit einem deutlichen 4 : 0 Sieg über die starken Nürnberger erringt der 1. FC Köln den Titel. Der erste DFB-Pokalsieg kommt erst nach dem überraschenden Tod von Fritz Kremer im Jahre 1968.

1. FC Köln

Der Höhepunkt der 70er Jahre ist das Double 1978 – eine Leistung, die bis heute nur vier Fußballvereine geschafft haben. Mit 48 : 20 Punkten sichern sich die Geißböcke die Meisterschaft und gewinnen gegen Fortuna Düsseldorf das Pokalfinale. In dieser Dekade ist der 1. FC Köln ein ernst zu nehmender Gegner auf nationaler wie internationaler Ebene. Regelmäßig steht der Verein im DFB-Pokalfinale und ist auf den oberen Plätzen der Bundesligatabelle zu finden. Die Erfolgsphase der Geißböcke hält bis 1983 an, als sie ihren bisher letzten DFB-Pokalsieg holen.

Wendepunkt 80er Jahre

Seit Mitte der 80er Jahre ist die Geschichte des 1. FC Köln durch ein sportliches Auf und Ab gekennzeichnet. Zwei Vizemeisterschaften und gute Ergebnisse im DFB-Pokal wechseln mit Mittelklassigkeit, Ab- und Wiederaufstiegen. In diese Zeit fallen auch wirtschaftliche Turbulenzen, die den Verein den Anschluss an die Top-Klubs verlieren lassen. Nach mehreren Jahren im Mittelfeld der Bundesliga steigen die Kölner 1998 zum ersten Mal in die Zweite Liga ab. Bis 2013 sollen es insgesamt fünf Abstiege werden, die zu zahlreichen Wechseln im Team und bei den Verantwortlichen führen. Eine starke Leistung in der Saison 2013/2014 sorgte schließlich für den Wiederaufstieg und die sportliche Wende. Seitdem haben sich die Geißböcke wieder als starker Gegner in der höchsten deutschen Fußballliga etabliert.

Internationale Erfolge des 1. FC Köln

Mit den nationalen Erfolgen in den 60ern, 70ern und 80ern lösen die Kölner Tickets für die internationalen Begegnungen auf Europa-Ebene. Unvergessen ist das Viertelfinale des Europapokals der Landesmeister gegen den FC Liverpool 1965: Nach der Verlängerung des dritten Spiels ist der Sieger immer noch nicht ermittelt. Laut Reglement muss nun ein Münzwurf entscheiden, den die Kölner unglücklich verlieren. In den folgenden Jahrzehnten ist der 1. FC Köln fast immer in den europäischen Wettbewerben vertreten. 1979 gehört der Fußballklub zu den vier besten in Europa. Insgesamt sechs Mal steht der Verein bis 1981 in einem Halbfinale eines europäischen Vereinsturniers. Mit der sportlichen Wende der 80er Jahre kommt auch das Aus bei den internationalen Wettbewerben. 1998 bestreiten die Kölner ihr bis heute letztes Europapokalspiel.

Die Geißbock-Trainer

Mit Hennes Weisweiler tritt 1948 einer der beliebtesten und erfolgreichsten Kölner Trainer ins Rampenlicht. Er wird bis 1952 und später wieder zwischen 1955 und 1958 sowie zwischen 1976 und 1980 die Geißböcke trainieren. Höhepunkt der Weisweiler-Jahre in der Domstadt ist das Double 1978. Zu den bekannten Trainern der Erfolgsjahre zählen auch Zlatko „Tschik“ Cajkovski und Georg Knöpfle. Die sportliche Wende Mitte der 80er Jahre spiegelt sich auch in der Häufigkeit wider, mit der Trainer kommen und gehen. Routiniers wie Ewald Lienen, Friedhelm Funkel oder Christoph Daum wechseln mit internationalen Trainern wie Morten Olsen, Rinus Michels und Huub Stevens. Seit 2013 leitet der Österreicher Peter Stöger die sportlichen Geschicke des Teams. Unter seiner Leitung wird die Mannschaft Meister in der Zweiten Liga und steigt wieder auf. Nach zunehmend stabilen Leistungen in den Folgejahren etabliert sich der 1. FC Köln am Ende der Saison 2015/16 zum ersten Mal seit 25 Jahren wieder in der oberen Hälfte der Bundesligatabelle.

Bekannte Kölner Spieler

Pierre Littbarski, Thomas Häßler, Rainer Bonhof oder Klaus Fischer sind nur einige der Spieler, die über die Jahre den 1. FC Köln prägen und zu den Erfolgen beitragen. Mehrfach werden Kölner Spieler zum Bundesliga-Torschützenkönig gekrönt: Hannes Löhr (1968), Dieter Müller (1977 und 1978), Klaus Allofs (1985) und sein Bruder Thomas Allofs (1989). Zu den erfolgreichsten Nationalspielern der Geißböcke mit zahlreichen internationalen Einsätzen gehören Wolfgang Overath, Harald Schumacher, Pierre Littbarski, Lukas Podolski und Bodo Ilgner. Auch die Verpflichtung von talentierten Spielern aus dem Ausland hat in Köln eine lange Tradition. 1977 holen die Geißböcke Yasuhiko Okudera als ersten japanischen Spieler in die Bundesliga. Weitere leistungsstarke ausländische Kölner Spieler sind der Österreicher Toni Polster, der Engländer Tony Woodcock und der Belgier Roger Van Gool, der als erster Millionen-Transfer der Bundesligageschichte gilt.

Ein kompletter Fußballverein: Nachwuchsförderung, Zweite Mannschaft, Damenteam

Beim 1. FC Köln wird Nachwuchsarbeit groß geschrieben. Nachwuchssichtungen, ein eigenes Leistungszentrum und ein Sportinternat bieten den Kölnern beste Voraussetzungen, um Talente zu finden und zu fördern. Zu den bekanntesten Talenten aus der eigenen Ausbildung zählen Lukas Podolski, Lukas Sinkiewicz und Timo Horn. Die Nachwuchsmannschaften der Kölner spielen in allen Altersklassen bis hin zur U 21. Die zweite Mannschaft des Vereins erlaubt den vielversprechenden Nachwuchsspielern, sich auf die Profieinsätze vorzubereiten, und deswegen hat auch 1. FC Köln II eine lange Tradition. In den letzten Jahren spielten die Kölner „Amateure“ in der Regionalliga West. Seit 2009 gibt es auch eine Frauenmannschaft des 1. FC Köln. Ursprünglich als Damenteam des Grün-Weiß Brauweiler und anschließend des FFC Brauweiler Pulheim gegründet entsteht diese Abteilung des 1. FC Köln durch Übertritt am 1. Juli 2009.

Die Sportstätten des 1.FC Köln

Schauplatz der Heimspiele des 1. FC Köln ist das RheinEnergieStadion in der Aachener Straße 999 in Köln-Müngersdorf. Das moderne Stadion mit den vier markanten Ecktürmen ist ein Kölner Wahrzeichen geworden. Am gleichen Standort gab es bereits die Vorgängerstadien des Fußballvereins. Das ursprüngliche Sportstadion stammt aus den 20er Jahren, ein 1974 geplanter Neubau wird bereits ein Jahr später eröffnet. Seit dem 31. Januar 2004 steht das heutige Stadion den Kölner Fußballspielern zur Verfügung. Es entspricht den Bestimmungen der FIFA und ist regelmäßig Austragungsort für internationale Begegnungen. Für Spiele auf nationaler Ebene bietet es Platz für 50.000 Zuschauer, davon sind 8.175 als Stehplätze eingeplant. Bei internationalen Spielen dürfen in das RheinEnergieStadion bis zu 46.195 Zuschauer eingelassen werden.

Der RheinEnergieSportpark in der Franz-Kremer-Allee ist zugleich Verwaltungssitz, Trainingsort und Austragungsort für Spiele verschiedener U-Mannschaften. Kernstück des Sportparks ist das Franz-Kremer-Stadion, das seinen Gästen 1900 überdachte Sitzplätze sowie 3557 Stehplätze bietet. Seit seiner Erbauung in den 50er Jahren werden Stadion und Infrastruktur durch regelmäßige Modernisierungsmaßnahmen auf dem aktuellen Stand gehalten. In der Franz-Kremer-Allee befindet sich auch das Geißbockheim, das Klubhaus des 1. FC Köln.

Das Vereinsleben: Mitglieder, Fans, Maskottchen

Der 1. FC Köln ist mit rund 84.000 Mitgliedern der viertgrößte Sportklub in Deutschland und der mitgliederstärkste in Köln und Umgebung. Mit 1.400 Fanklubs hat er eine aktive und gut organisierte Fanbasis. Die Stadionzeitung „Geißbock Echo“ gibt es bereits seit 1957. Traditionell ist die Südkurve die Heimat der aktiven Fans während der Spiele ihres Klubs. Im neuen Stadion ist die Südkurve eigentlich eine Südtribühne, wird jedoch aus nostalgischen Gründen bis heute Südkurve genannt. Der FC hat mit dem Fan-Projekt 1. FC Köln 1991 e. V. Eines der ältesten und aktivsten Projekte dieser Art. Zu den Stadionliedern gehören – passend zu Köln – beliebte Karnevalslieder. Die FC-Hymne „Mer stonn zo Dir, FC Kölle“ basiert auf der Runrig-Version von Loch Lomond.

Der Geißbock ist mit dem Image des Vereins untrennbar verbunden. Die Tradition geht auf eine Karnevalssitzung im Jahre 1950 zurück. Zu dieser Gelegenheit erhielt der Verein einen jungen Ziegenbock vom Zirkus Williams als Glücksbringer geschenkt. Die Kölner tauften das neue Maskottchen auf den Namen ihres Trainers – Hennes. Der Name wurde beibehalten, selbst zu einem Zeitpunkt, zu dem als der beliebte Spielertrainer nicht mehr in Köln unter Vertrag steht. Seit 2008 hat Hennes VIII die Maskottchenaufgaben übernommen. Er residiert im Kleinen Geißbockheim, das mit zwei Webcams Bilder an die Fangemeinde liefert.

Sportliche Rivalen

Wie in allen großen Städten gibt es Rivalitäten zwischen den ansässigen Vereinen. Die innerstädtischen Fußballrivalen des 1. FC sind der SC Fortuna Köln sowie Victoria Köln, die jedoch nie die großen Erfolge erreicht haben. Der in Höhenberg ansässige Fußballclub Viktoria Köln 1904 e. V. ist ein Nachfolgerverein, der erst 2010 nach der Insolvenz des SCB Viktoria Köln gegründet wird. Aktuell spielt die erste Mannschaft in der Regionalliga West. Der Sportclub Fortuna Köln e. V. Ist neben dem 1. FC der andere Kölner Fußballklub mit Bundesligaerfahrung: Die Mannschaft steigt 1973 in die höchste Fußballliga auf, muss aber nach einer Saison zurück in die Zweite Liga. Höhepunkt der Stadtrivalität ist das DFB-Pokalfinale 1983 zwischen den beiden Kölner Fußballvereinen.

Packender als die Stadtderbys sind die sogenannten Rheinischen Derbys, wenn der FC auf andere Teams aus dem Rheinland trifft. Die Gegner der Kölner sind dann Fortuna Düsseldorf, Bayer 04 Leverkusen oder Borussia Mönchengladbach. Rund 200 Mal haben sich die Kölner in ihrer Vereinsgeschichte mit rheinischen Rivalen in der Ersten oder Zweiten Liga gemessen.

Der 1. FC Köln aktuell

Seitdem Wiederaufstieg unter Peter Stöger hat sich die sportliche Situation des Vereins merklich verbessert. Die Transfers der letzten Jahre haben viele talentierte junge Spieler in das Team gebracht, die sich als Stammspieler etabliert haben. Die Mannschaft hat sich in der Saison 2016/2017 in der oberen Hälfte der Bundesligatabelle etabliert. Die Siege gegen Gladbach und Schalke sowie die Unentschieden gegen München und Dortmund zeugen von der aufsteigenden Leistungskurve der Mannschaft. Auch wirtschaftlich hat sich die Situation des Vereins stabilisiert. Der Transfer von Yannick Gerhardt brachte den Kölnern mit 13 Millionen Euro die zweithöchste Ablösesumme der Vereinsgeschichte ein.

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