1. FC Nürnberg

1. FC Nürnberg

Der am 04.05.1900 gegründete Verein 1. FC Nürnberg ist vor allem durch seine Fußballmannschaft zu Ruhm gelangt. Neben dem Fußball werden vom Verein die verschiedensten Sportarten abgedeckt, welche über viele Jahre enorm erfolgreich waren. Der Fußball ist beim 1. FC Nürnberg jedoch am stärksten vertreten. Als Gründungsmitglied der Bundesliga kann der Verein auf eine lange Tradition zurückblicken und war lange Jahre Rekordmeister, ehe der FC Bayern München im Jahr 1987 den Titel übernahm. Auch wenn der Verein aktuell wieder einmal in der 2. Fußball-Bundesliga zu finden ist, kann sich die Mannschaft auf die Unterstützung der zahlreichen Fans verlassen.

Der 1. FC Nürnberg in der Zeit vor den Weltkriegen

Der 1. FC Nürnberg wurde im Jahr 1900 gegründet und hielt bereits im Jahr 1901 sein erstes Fußballspiel gegen einen professionellen Gegner ab. Während der ersten Jahre wurden zahlreiche Erfolge gefeiert, was vor allem an der mangelnden Konkurrenz in der Liga lag. Erst mit der Neueinteilung der Ligen im Jahr 1908 änderte sich das Bild schlagartig. Die neue und starke Konkurrenz auf dem Platz sorgte für die ersten sportlichen Dämpfer, welche der 1. FC Nürnberg gut wegsteckte. Mit der süddeutschen Meisterschaft von 1915/16 erreichte der Club seinen höchstmöglichen Titelgewinn vor dem Ausbruch des ersten Weltkriegs. Die Zeit nach dem ersten Weltkrieg war die Blütezeit des 1. FC Nürnberg. Im Jahr 1920 holte der Verein seinen ersten deutschen Meistertitel. Diese Erfolgsgeschichte setzte sich fort, sodass der 1. FC Nürnberg im Jahr 1924 seinen vierten Meistertitel feiern durfte. In der Saison 1926/27 holte der 1. FC Nürnberg seinen fünften und in diesem Jahrzehnt letzten Meistertitel, ehe es eher ruhig um den Club wurde. Erst im Jahr 1936 konnte der 1. FC Nürnberg seinen nunmehr sechsten Meistertitel erringen. Mit dem Ausbruch des 2. Weltkrieges ging diese Ära zu Ende.

FC Nürnberg

Erfolge vor der Bundesliga

In den Jahren nach dem Weltkrieg konnte der Verein sich dauerhaft in der Oberliga-Süd etablieren und galt dort bereits nach kurzer Zeit als Spitzenverein. Allerdings konnte der 1. FC Nürnberg in der Zeit zwischen 1945 und der Gründung der Bundesliga im Jahr 1964 nur noch zwei weitere Meistertitel und einen Gewinn im DFB-Pokal für sich beanspruchen. Dennoch waren die Platzierungen des Vereins durchschlagend gut, was die breite und aktive Fan Basis des Vereins begründete. Die Gründung der Bundesliga war für die Verantwortlichen des 1. FC Nürnberg zunächst keine gute Idee. Obwohl der Verein direkt zu Beginn in der höchsten Spielklasse starten konnte, wollte man sich beim Club lange Zeit nicht mit der Professionalisierung des Fußballs abfinden.

Die Bundesliga und der erste Abstieg

Die höhere und stärkere Konkurrenz in der Bundesliga machte den Spielern aus Nürnberg die Arbeit sehr schwer. Der Verein etablierte sich zunächst vor allem im Mittelfeld der Liga, konnte jedoch in der Saison 1967/68 überraschen den Meistertitel gewinnen. Mit diesem Titel verbinden die Fans der Mannschaft jedoch auch einen unrühmlichen Abschnitt der Vereinsgeschichte. Denn bereits in der nächsten Saison stieg der 1. FC Nürnberg ab. Damit war der Verein bis heute der erste Titelverteidiger, welcher in der nachfolgenden Saison das Klassenziel nicht erreichen konnte. Dies war nicht nur sportlich problematisch, sondern stellte den Verein auch vor finanzielle Probleme. Denn mit den erwarteten Einnahmen aus den Bundesliga-Spielen hatte der Verein ein neues und modernes Trainingsgelände gebaut. Somit verfügte der 1. FC Nürnberg über eins der modernsten Trainingsgelände Europas, musste jedoch in die zweite Bundesliga absteigen.

Der 1. FC Nürnberg als sogenannte Fahrstuhlmannschaft

Neun lange Jahre musste der Verein in der Zweitklassigkeit verharren, ehe in der Saison 1977/78 endlich wieder der Aufstieg glückte. In dieser Phase etablierte sich der Verein zwar regelmäßig im oberen Bereich der Tabelle, doch weder Trainer noch Mannschaft gelang es, das Publikum zu erreichen. So wurden in dieser Phase der Zweitklassigkeit regelmäßig neue Negativrekorde bei den Zuschauerzahlen erreicht. Der erneute Aufstieg war jedoch nicht von langer Dauer. Der 1. FC Nürnberg stieg nicht nur ab jetzt regelmäßig auf und ab, sondern musste sogar bis in die drittklassige Regionalliga Süd absteigen. In den Jahren bis 2006 wechselte der Verein fröhlich durch die verschiedenen Ligen, stand zwischendurch immer wieder in der Bundesliga und musste nach der Saison 1995/96 eine Saison als Drittligist verbringen. Die änderte sich erst im Jahr 2006, als der Verein nach langen Jahren endlich wieder einen Titel gewinnen konnte. Denn in der Saison 2006/07 erreichte der 1. FC Nürnberg das Finale im DFB-Pokal und konnte sich nach Verlängerung gegen den VfB Stuttgart durchsetzen. Es folgten nun einige Jahre in der 1. Bundesliga, ehe der Verein nach der Saison 2013/14 wieder in die Zweitklassigkeit abrutschte.

Die aktuelle Situation beim 1. FC Nürnberg

Aktuell ist der 1. FC Nürnberg in der 2. Bundesliga aktiv und hält sich im Mittelfeld der Tabelle auf. Auffällig in der Saison 2016/17 sind vor allem die vielen Gegentore, welche einer eher schwachen Hintermannschaft geschuldet sind. Ein erneuter Aufstieg scheint auch in diesem Jahr eher unwahrscheinlich, auch wenn sich der Verein in den letzten Jahren kontinuierlich vorgearbeitet hat. Dennoch ist der Konkurrenzdruck in der zweiten Liga deutlich größer geworden, was Fans und Spielern des 1. FC immer deutlicher wird.

Die größten Erfolge des 1. FC Nürnberg

Der 1. FC Nürnberg konnte in seiner langen Vereinsgeschichte einige sportliche Erfolge erzielen. So war der Verein lange Zeit Rekordmeister in Deutschland und kann bis zum heutigen Tag auf insgesamt neun deutsche Meistertitel zurückblicken. Der Club wurde in den Jahren 1920, 1921, 1924, 1925, 1927, 1936, 1948, 1961 und 1968 Deutscher Meister. Zusätzlich kann der Verein auf insgesamt vier Siege im DFB-Pokal zurückblicken. Die ersten drei Siege wurden in den Jahren 1935, 1939 und 1962 gefeiert, während der letzte Titelgewinn im Jahr 2007 erreicht werden konnte. International war der 1. FC Nürnberg nie sonderlich erfolgreich. Bis auf eine Teilnahme im Europapokal der Landesmeister, einer Teilnahme im Europapokal der Pokalsieger und einer Teilnahme im UEFA-Pokal in der Saison 1988/89 konnte der Verein keinerlei internationale Erfahrungen sammeln.

Große und bekannte Spieler des Vereins

Während den Fans des 1. FC eine Vielzahl von Spielern bekannt sind, welche im Verein einen echten Kultstatus erreicht haben, sieht dies deutschlandweit anders aus. Hier sind vor allem zwei Spieler des Clubs bekannt geworden, welche jeweils als Fußballer des Jahres ausgezeichnet wurden. Zum einen Max Morlock, welcher im Jahr 1961 die Auszeichnung erreichte und Andreas Köpke, welcher im Jahr 1993 zum Fußballer des Jahres gewählt wurde.

Anhänger, Fans und Freunde des Vereins

Aufgrund der langen Tradition des 1. FC Nürnberg kann der Verein auf eine lebendige Fankultur zurückblicken. Die Spiele des 1. FC Nürnberg zeichnen sich vor allem durch die vielen Fans aus, welche ihren Verein lautstark und mit viel Stimmung unterstützen. Seit dem Jahr 2000 gibt es eine offizielle Clubhymne mit dem Namen „Die Legende lebt“, welche von Mark Bender, Steve Summer und Pete Winter komponiert wurde. Diese Hymne wird bei allen Heimspielen des 1. FC Nürnberg zum Einlaufen der Mannschaften gespielt. Ein weiterer Song prägt darüber hinaus die Spiele des 1. FC Nürnberg. Nach exakt einer Stunde Spielzeit intonieren die Fans des Vereins bei jedem Spiel das Lied „Als ich noch ein ganz kleiner Bub war“. Ein Gänsehaut-Moment für jeden Besucher eines Spiels im Grundig-Stadion. Auch der Verein selber ist stark in die Fan-Arbeit involviert und stellte erstmals in der Saison 1996/97 einen hauptamtlichen Fanbeauftragten, welcher sich um die Belange der einzelnen Fan-Clubs und deren Mitglieder kümmert.

Während die Fans des 1. FC Nürnberg eine echte Abneigung gegen den FC Bayern München verspüren, hat sich im Laufe der Jahre eine faszinierende Fan-Freundschaft entwickelt. Denn die Fans des 1. FC Nürnberg und die Fans des 1.FC Schalke verbindet eine tiefe und erstaunlich intensive Freundschaft. Ein echtes Highlight: Wenn beide Mannschaften aufeinandertreffen, werden – unabhängig vom Spielort – beide Vereinshymnen abgespielt. Eine solch starke Freundschaft zwischen Vereinen und Fans ist in Deutschland und auch international eine echte Rarität.

Das Stadion des 1. FC Nürnberg

Der 1. FC Nürnberg gehört zu den wenigen Vereinen, welche in ihrer langen Karriere auf eine Vielzahl an Spielstätten zurückblicken können. Insgesamt sind neun Spielstätten bekannt, welche vom Verein für Heimspiele genutzt wurden. Angefangen hat der 1. FC Nürnberg auf der sogenannten Deutschherrnwiese. Dies war ein Exerzierplatz im Pegnitzgrund, welcher vom Verein bei Spielen mit Toren und Eckpfosten ausgerüstet werden musste. Da dieser Spielort jedoch für die Austragung professioneller Spiele ungeeignet erschien, pachtet der 1. FC Nürnberg ein großes Sportfeld an der Ziegelgasse. Dort wurde der erste richtige Fußballplatz mit einer Tribüne für 300 Zuschauer errichtet. Höhepunkt auf diesem Fußballplatz war das Spiel um die dritte deutsche Meisterschaft im Jahr 1906. Hier wurde schnell klar, dass der Platz in seinen Dimensionen für die Zuschauer zu klein gestaltet war. Die dritte Spielstätte des 1. FC Nürnberg wurde in Schweinau gefunden. Diese bot ausreichend Platz mehr als 1000 Zuschauer und schien zunächst ausreichend dimensioniert zu sein. Als jedoch im Jahr 1911 beim Spiel des 1. FC Nürnberg gegen SpVgg Fürth annähernd 6000 Zuschauer kamen, musste auch dieser Platz verlassen werden.

Das erste richtige Stadion wurde 1913 am Zerzabelshof eingeweiht. Das damals modernste Stadion Deutschlands bot Platz für 8000 Zuschauer und konnte sowohl durch seine Bauform als auch durch seine gute Erreichbarkeit überzeugen. Das Stadion wurde bis zum 2. Weltkrieg genutzt, in diesem aber durch einen Bombentreffer beinahe vollständig zerstört. Nach umfassender Planung entschloss sich der 1. FC Nürnberg ein neues Stadion an alter Stelle zu bauen. Im Jahr 1950 wurde der Bau abgeschlossen. Ein Stadion mit Platz für 35.000 Zuschauer und einem professionellen Unterbau bot endlich ausreichend Platz für den neuen und deutlich attraktiveren Spielbetrieb. Das Stadion wurde bis zum Jahr 1966 genutzt, ehe es abgerissen wurde, da sich der Verein für eine neue Spielstätte entschieden hatte. So entstand am Valznerweiher ein großes Trainingsgelände für die Fußballer und die anderen Sportler des 1. FC Nürnberg, während der Verein das städtische Stadion von Nürnberg für die Heimspiele nutzte. Dieses wurde gemeinsam mit der Stadt modernisiert und ausgebaut.

Das städtische Stadion von Nürnberg wurde im Laufe der nächsten Jahre immer wieder modernisiert und angepasst und bekam einen neuen Namen. Als Frankenstadion ist es bis heute vielen Fußballfreunden ein Begriff. Der 1. FC Nürnberg trug in diesem Stadion eine Vielzahl an Spielen aus. Erst zur Fußballweltmeisterschaft 2006 wurde das Stadion nochmals umfassend umgebaut und modernisiert. Im Zuge dieser Veränderungen wurden auch die Namensrechte des Stadions verpachtet. Aus dem Frankenstadion wurde das easyCredit-Stadion, mit einer Kapazität von 46.780 Plätzen. Im Jahr 2012 lief der Sponsorenvertrag aus, sodass der 1. FC Nürnberg das Stadion übergangsweise als Stadion Nürnberg bezeichnete. Durch einen weiteren Umbau wurde Platz für bis zu 50.000 Zuschauern geschaffen. Aktuell und mindestens noch bis 2017 ist das Stadion des 1. FC Nürnberg als Grundig-Stadion bekannt, da der Konzern Grundig Intermedia die Namensrechte am Stadion erworben hat. Eine Veränderung der Spielstätte ist laut aktuellen Stand er Erkenntnis nicht geplant.

Bilder
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Marco Fieber