Bayer Leverkusen

Bayer Leverkusen

Die Bayer 04 Leverkusen Fußball GmbH entstand 1999 durch die Ausgliederung aus dem gleichnamigen Turn- und Sportverein, der bereits seit 1904 existiert. Der Aufstieg in die Bundesliga gelang dem Verein 1979. Seit diesem Zeitpunkt ist die Leverkusener Mannschaft ununterbrochen in der Ersten Liga vertreten. In der Vereinsgeschichte wurden zahlreich Erfolge verzeichnet, jedoch konnte die Mannschaft das Image des „Ewigen Zweiten“ bisher nicht ablegen. Hintergrund ist die hohe Anzahl der zweiten Plätze im Zeitraum von 1997 bis 2011. Insgesamt wurden in dieser Epoche fünf deutsche Vizemeisterschaften erlangt.

Die BayArena als Spielstätte des Traditionsvereins in Leverkusen

Bayer Leverkusen trägt seine Heimspiele in der BayArena aus. Das Stadion bietet Platz für 30.210 Zuschauer. Insgesamt wurden in der Anlage 3.000 Stehplätz eingebaut. Das heute komplett überdachte Stadion wurde in seiner Geschichte mehrfach umgebaut. Die ersten Baumaßnahmen begannen 1956. Bereits zwei Jahre später war das Bauwerk festig gestellt und konnte eingeweiht werden. Das damalige Fassungsvermögen betrug 20.000 Zuschauer. Die Anlage trat die Nachfolge des alten Stadions an, welches den Namen „Am Stadtpark“ getragen hatte. Anlässlich der 100-Jahr-Feier der Bayer AG wurde im Jahr 1963 eine Flutlichtanlage erweitert. Die komplette Überdachung ist seit 1986 vorhanden. Die nächste große Veränderung erfolgte 1997, als die Kapazität auf 22.500 Zuschauer erhöht wurde. 2002 erfolgte die erneute Erhöhung der Anzahl der Zuschauer-Plätze, ebenso wie im Jahr 2009.

Bayer Leverkusen

Die Erfolge von Bayer Leverkusen

Bayer Leverkusen wurde im Jahr 1951 Inder II Division West Gruppe II Meister. In der Regionalliga West konnte 1968 der Titel erlangt werden. Im Jahr 1962 beendete Bayer Leverkusen die Meisterschaft der II. Division West ebenfalls mit dem Gesamtsieg. 1975 konnte die Mannschaft den Meistertitel in der Verbandsliga Mittelrhein als Titelverteidiger erlangen. Den Aufstieg in die Erste Bundesliga begründete der Titelgewinn in der 2. Bundesliga im Jahr 1979. 1988 wurde der UEFA-Pokalsieg erlangt, 1993 folgte der Sieg im DFB-Pokal. Die Liste der nicht-siegreichen jedoch beachtlichen Erfolge ist lang: Im Jahr 2002 wurde Bayer Leverkusen UEFA Champions League Finalist. 1994 konnte der Einzug in das Viertelfinale des Europapokals der Pokalsieger gemeistert werden. In der Fußball-Bundesliga beendete die Mannschaft mehrfach die Saison mit dem zweiten oder dem dritten Platz. Zwischen 1997 und 2011 wurde die Vize-Meisterschaft fünf Mal erlangt. Von 1994 bis 2016 erreichte das Team fünf Mal den dritten Platz in der Ersten Liga. Im DFB-Pokal gehörte Bayer Leverkusen in den Jahren 2002 und 2009 zu den Finalisten.

Bekannte Persönlichkeiten von Bayer Leverkusen

Bayer Leverkusen wird im spielerischen Bereich oftmals als „Ausbildungsverein“ bezeichnet. Dieses Image begründet sich mit der Tatsache, dass viele erfolgreiche Spieler ihre Karriere beim Verein begonnen haben oder Bayer Leverkusen gar als Sprungbrett genutzt haben. Oftmals fand ein Wechsel zum FC Bayern statt, was für den Verein Bayer Leverkusen einen großen Verlust darstellte. Gerade dann, wenn in einer Saison mehrere Spieler wechselten, mussten ihre Lücken geschlossen werden. Auch im Bereich des Trainerstabs sind große Namen vertreten. Ein Beispiel ist der frühere Nationaltrainer Berti Vogts, der jedoch nur von November 2000 bis Mai 2001 die Aufgabe des Trainers übernommen hatte. Auch Christoph Daum und Rudi Völler hatten als Trainer bei Bayer Leverkusen fungiert. Zu den bekanntesten (ehemaligen Spielern) des Vereins gehören Rudi Völler, Bernd Schneider und Ulf Kirsten.

Daten und Fakten zu den Rekorden von Bayer Leverkusen

Der höchste Auswärtssieg der Mannschaft wurde im Jahr 2000 gegen den Aufsteiger SSV Ulm erlangt. Das Spiel endete mit einem 9:1. Bei der Partie trafen Emerson und Zé Roberto jeweils zwei Mal. Leandro Fonseca, Michael Ballack, Oliver Neuville, Ulf Kirsten und Paulo Rink konnten je einen Treffer erzielen. Im Jahr 2004 wurde der höchste Heimsieg erlangt. Das Spiel wurde gegen die Lauterer ausgetragen, welche gegen den Abstieg kämpften. Die Partie endete mit einem 6:0. Im DFB-Pokal wurde der höchste Sieg durch das 11:0 gegen BSV Stahl Brandenburg, einem Regionalligisten, erzielt. 2010 folgte mit 11:1 gegen den FK Pirmasens der zweithöchste Sieg im DFB-Pokal. Das 1:6 im Jahr 1988 gegen Hannover 96 ist die höchste Auswärtsniederlage in der Bundesliga. 2013 wurde die höchste Heimniederlage mit einem 0:5 gegen Manchester United verzeichnet. Ein weiterer Negativrekord ist das 3:6 gegen Borussia Mönchengladbach, noch niemals zuvor sechs Gegentore bei einem Heimspiel in der Bundesliga durch den Bayer Leverkusen verzeichnet werden mussten.

Die ersten Jahre des neuen Jahrtausends: Große Veränderungen wurden vorgenommen

In der Saison 2002/2003 wechselten Zé Roberto und Michael Ballack zum FC Bayern München, dem Konkurrenten von Bayer Leverkusen. Es handelte sich um für den Verein wichtige Spieler, sodass die Lücke erst wieder geschlossen werden musste. Jan Simák sollte die Aufgaben von Ballack übernehmen. Acht weitere Spieler wurden in dieser Saison dem Kader hinzugefügt. Der Versuch, durch die neuen Mannschafts-Mitglieder, die veränderte Situation auszugleichen, schien zu misslingen. Es drohte der Abstieg. Aus dieses Grunde folgte die Entlassung von Trainer Klaus Toppmöller. Thomas Hörster wurde als Ersatz verpflichtet, konnte jedoch auch keine Wende erreichen. Für die kommende Saison wurde daher Klaus Augenthaler nach Leverkusen geholt. Er übernahm die Mannschaft bereits am 33. Spieltag der ablaufenden Saison und konnte durch zwei Siege den Abstieg verhindern.

Die hohen Transferkosten und das Ausbleiben von Fernsehgeldern sorgten in Kombination mit den schlechten sportlichen Leistungen für finanzielle Probleme beim Verein. Ein erster Lichtblick war die Qualifikation 2004 für die Champions League. Aus ihrer Gruppe, in welcher unter anderem Real Madrid, vertreten war, ging Bayer Leverkusen als Gruppensieger hervor. Im Achtelfinale traf die Mannschaft jedoch auf den FC Liverpool, den späteren Sieger des Wettkampfs, und schied aus. Öffentliche Aufmerksamkeit erlangte im Jahr 2004 der Rücktritt des Geschäftsführers Rainer Calmund, welcher lange Zeit eng mit dem Verein verbunden gewesen war. Wolfgang Holzhäuser übernahm die Aufgaben von Calmund. In der Saison 2004/2005 und in der Saison 2006/2007 wurde ebenfalls die Qualifikation für den UEFA-Pokal erreicht. Im Jahr 2005 wurde der bisherige Trainer durch Michael Skibbe ersetzt, er trainierte die Mannschaft bis zur Saison 2007/2008.

2009 übernahm Jupp Heynckes den Posten des Trainers und startete mit einem Bundesliga-Rekord: Seine Mannschaft war 24 Spiele lang ungeschlagen. Am Ende der Saison wurde das Team mit dem vierten Tabellenplatz belohnt. In der Saison 2010/2011 konnte die Leistung noch gesteigert werden und Bayer Leverkusen landete auf dem zweiten Platz. Nachdem 2011/2012 Heynckes zum FC Bayern München gewechselt war, übernahm Robin Dutt seine Aufgaben. Als sich die erhofften Siege nicht wie gewünscht einstellten, wurde Dutt im Anschluss an den 28. Spieltag durch Sami Hyypia und Sascha Lewandowski ersetzt. Da keine Niederlage in der Saison mehr verzeichnet werden musste, konnte der fünfte Tabellenplatz erlangt werden. Die Saison 2013/2014 startete für die Werkself positiv. In 15 Spielen konnten zwölf Siege errungen werden. Die gute Lage änderte sich, als die letzten beiden Spiele der Hinrunde verloren wurden und auch die weiteren Spiele nicht erfolgreich verliefen. Nachdem während der laufenden Saison Sami Hyypia entlassen wurde, übernahm sein ehemaliger Kollege Sascha Lewandowski die alleinige Leitung der Mannschaft. Zwei Siege sorgten dafür, dass Bayer Leverkusen auf dem vierten Tabellenplatz die Bundesliga-Saison beenden konnte.

Die aktuelle Situation in Bayer Leverkusen

Der aktuelle Trainer der Fußball-Mannschaft ist Roger Schmidt. Er ist seit der Saison 2014/2015 für die Betreuung der Mannschaft zuständig. 2016 übernahm Markus Krösche den Posten des Co-Trainers. Beide Sportler kannten sich bereits aus der aktiven Zeit beim SC Paderborn und haben in der Regionalligasaison gemeinsam gespielt. Schmidt holte außerdem zwei weitere ihm bekannte Fußballer in den Kader: Kevin Kampl und André Ramalho haben bereits unter dem Trainer gespielt, allerdings in Salzburg. In der Saison 2015/2016 war Leverkusen Fünfter der Tabelle. Die Mannschaft musste bereits sechs Niederlagen hinnehmen, in der Vorsaison wurden über die gesamte Spielzeit nur fünf Niederlagen verzeichnet.

Für Aufsehen sorgte die Sperrung von Roger Schmidt für drei Bundesligaspiele in der Rückrunde. Die Strafe wurde aufgrund eines persönlichen Fehlverhaltens ausgesprochen. Während der Sperrzeit betreute Krösche die Mannschaft, welche jedoch in den drei Spielen insgesamt nur einen Punkt erzielen konnte. Schmidt kehrte zurück und schaffte einen Aufschwung: Vom 26. bis zum 32. Spieltag wurden alle Spiele gewonnen. Diese Leistung wird als Vereinsrekord gezählt und sicherte Bayer Leverkusen rechnerisch den dritten Tabellenplatz. Das Team konnte einen weiteren Rekord aufstellen: Insgesamt war die Mannschaft 588 Minuten ohne Gegentor, was vereinsintern einzigartig in der Geschichte gewesen war.

Schmidt übernahm auch in der Saison 2016/2017 die Betreuung der Mannschaft. Bayer Leverkusen startete mit in den ersten zwölf Spielen mit einer wechselhaften Leistung. Es wurden drei Niederlagen, drei Unentschieden und vier Siege erzielt. Da Schmidt erneut abgestraft wurde, musste Krösche die Aufgaben für zwei Spiele übernehmen. In der Gruppenphase der Champions League konnte mit 10 Punkten und keinem einzigen verlorenen Spiel ein Vereinsrekord erlangt werden. Am 15. Spieltag musste sich Bayer Leverkusen kurz vor Weihnachten dem FC Ingolstadt mit 1:2 geschlagen geben. Das Spielergebnis war eine Überraschung und verringerte zugleich die Hoffnungen des Vereins auf eine Qualifikation für die Champions-League.

Das Team von Roger Schmidt traf zwar durch Admir Mehmedi, konnte jedoch die Treffer von Almog Cohen und Alfredo Morales nicht verhindern. Der Tabellenrang von Bayer Leverkusen verschlechterte sich auf Platz 9. Besonders ärgerlich war, dass die Mannschaft bis kurz nach der Pause keine klaren Torchancen erzielen konnte. Ingolstadt konnte sich auf den 16. Platz verbessern. Es bleibt zu hoffen, dass die Rückrunde für Bayer Leverkusen besser verläuft und der obere Bereich der Tabelle erklommen werden kann. In der Vergangenheit hat der Verein mehrfach gezeigt, dass selbst in den letzten Spielen noch große Veränderungen möglich sind. Mit 20 Punkten beträgt der Abstand zum Tabellenführer FC Bayern München 16 Zähler. Bisher konnte Bayer Leverkusen in der laufenden Saison sechs Siege, zwei Unentschieden und sieben Niederlagen erreichen. Den 22 Toren stehen 23 Gegentore entgegen, sodass ein Torverhältnis von – 1 errechnet wird.

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Antoon Kuper