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Bibiana Steinhaus: Aufstieg in Bundesliga längst überfällig?

Bibiana Steinhaus wird in der kommenden Saison die erste Frau sein, die in der 1. Bundesliga ein Spiel wird pfeifen dürfen. Seit zehn Jahren ist sie bereits in der 2. Bundesliga mit dabei, im Oberhaus durfte sie bisher nur als Assistentin ran. In der Männerdomäne Fußball wird sie es schwer haben, meinen einige. Doch langsam aber sicher wird klar, dass immer Frauen den Sprung in die patriarchalische Welt des Männerfußballs finden – ob als Trainer, als Schiedsrichter oder auch als medizinische Assistentin. Und selbst bei Fernsehübertragungen gab es spätestens im vergangenen Jahr zur Europameisterschaft eine Neuerung: Zum ersten Mal wurde ein Fußballspiel von einer Frau kommentiert. Langsam aber sicher erobern sich Frauen einen Platz in der von Männern dominierten Szene.

Wurde Steinhaus benachteiligt?

Es hat lange gedauert, bis Steinhaus endlich in die Oberklasse aufgenommen worden ist. Jetzt, mit 38 Jahren, darf sie auch Spiele des FC Bayern München, Borussia Dortmund oder des FC Schalke 04 leiten. Zu spät? Wir denken schon. Wie aus vielen übereinstimmenden Medienberichten hervorgeht, tat sich der DFB zumindest intern sehr schwer damit, eine Frau einer Chance in der 1. Liga zu geben. Steinhaus sei dem Laufpensum nicht gewachsen wurde gesagt oder aber ihre Beurteilungen seien zu schwach gewesen. Daher wurde ihre längst fällige Beförderung immer wieder verschoben. Schließlich gelangte ein Ranking an die Öffentlichkeit, dass in der Saison 2015/16 die Leistungen der Schiedsrichter der 2. Liga aufzeigte – mit Steinhaus an der Spitze. Dennoch blieb sie in der 2. Liga, stattdessen bekamen andere ihre Chance, sich ganz oben zu beweisen.

Foto: shutterstock/Stockfoto-ID: 670295137

Durchsetzungsvermögen gegen Pep Guardiola

Immerhin, sie durfte als vierte Offizielle an der Seitenlinie stehen, die Anzeigetafeln hochhalten und die Trainer in Zaum halten. Und wie es da um ihr Durchsetzungsvermögen bestellt war, zeigte Steinhaus im Spitzenspiel zwischen Borussia Mönchengladbach und dem FC Bayern München. Nach einem Zweikampf zwischen Robert Lewandowski und Gladbachs Xhaka blieb dieser liegen und Bayern Trainer Pep Guardiola forderte lautstark und unflätig, dass diese Zeit nachgespielt werden müssen. Er brüllte Steinhaus an und klatschte provozierend. Als er sich wieder beruhigt hatte, ging er noch einmal zu der Schiedsrichterin und legte ihr kumpelhaft den Arm auf die Schultern. Doch das war dann doch ein wenig viel für die vierte Offizielle: Achtlos und verärgert stieß sie den Arm weg. Eine Strafe bekam der Spanier übrigens nicht – Steinhaus erwähnte den Vorfall im Spielbericht nicht, sie ist halt nicht nachtragend.

Durchsetzungsvermögen gegen Kerem Demirbay

Nachtragend war sie auch nicht, als sich vor eineinhalb Jahren der jetzige Nationalspieler Kerem Demirbay danebenbenahm und sie in einem Zweitligaspiel mit frauenfeindlichen Sprüchen beschimpfte. Er hat sich danach bei ihr entschuldigt. Der damalige Verein des Spielers, Fortuna Düsseldorf, fand den Vorfall nicht lustig und brummte ihm eine dicke Strafe auf: Er musste ein Mädchenspiel pfeifen. Steinhaus weiß allerdings bis heute nicht, was daran wohl eine Strafe sein soll – wir auch nicht.

Keine Angst vor dem, was kommt

Mit dem Thema Frauen im Fußball wird es Steinhaus also noch öfter zu tun bekommen, gerade jetzt, wenn das erste Bundesligaspiel für sei auf dem Plan steht. Sie wird unter Beobachtung stehen, jeder Fehler den sie macht wird bewertet werden und mit Sexismus wird sie wohl auch klarkommen müssen. Angst hat sie davor allerdings nicht, wie die im Rahmen der Verleihung der Auszeichnung „Schiedsrichterin des Jahres“ meint: „Ich fange ja nicht jetzt erst mit der Schiedsrichterei an. Die Aufregung wird sich schnell legen.“ Schiedsrichterchef Lutz Michael Fröhlich begründet ihren Aufstieg in die 1. Bundesliga so: „Bibiana ist zuletzt noch sicherer geworden. Sie ist überhaupt keine Reizfigur und genießt eine hohe Akzeptanz. Sie hat sich etabliert und ist eine Ausnahmeerscheinung.“ Natürlich gibt es auch böse Zungen, die behaupten, sie sei nur in der 1. Liga, weil sie eine Frau sei. Doch Steinhaus wiederlegt diese Thesen immer wieder mit sehr guten Leistungen. Gegenüber dem SZ-Magazin äußerste sie sich folgendermaßen über ihre Beförderung: „In den ersten Jahren war ich sehr bemüht, unter dem Radar zu fliegen, mit der Gruppe der Schiedsrichter eins zu werden. Bis ich gemerkt habe, dass mir das niemals gelingen wird. Diese Rolle anzunehmen, hat lange gedauert.“ Die Bundesliga sei eine ganze andere Erfahrung, sagt sie. „Ich habe hart an mir gearbeitet, die Geschwindigkeit ist eine andere“, befindet sie. „Ob es mein Leben verändert, wird man sehen. Ich weiß nicht, ob man Glück und Zufriedenheit von der Liga, in der man pfeift, abhängig machen muss.“

Jede Menge Einsätze und Auszeichnungen

Bibiana Steinhaus pfeift seit 17 Jahren Spiele im Männerfußball. Das ist eine lange Zeit. Sie kann in ihrer Bilanz viel Erfahrung aufweisen:

  • 80 Einsätze in der 2. Bundesliga
  • 54 Einsätze in der 3. Liga
  • 11 Einsätze im DFB-Pokal

Hinzu kommen knapp 100 Einsätze in diversen Regional- und Oberligen. Wenn man sich die diversen Auszeichnungen von Steinhaus anschaut, so kommt wirklich die Frage auf, warum das so lange gedauert hat mit dem Aufstieg:

  • DFB-Schiedsrichterin des Jahres 2007
  • DFB-Schiedsrichterin des Jahres 2008
  • DFB-Schiedsrichterin des Jahres 2009
  • DFB-Schiedsrichterin des Jahres 2010
  • DFB-Schiedsrichterin des Jahres 2011
  • IFFHS-Weltschiedsrichterin des Jahres 2013
  • IFFHS-Weltschiedsrichterin des Jahres 2014
  • DFB-Schiedsrichterin des Jahres 2017

Außerdem war sie bereits bei vielen internationalen Turnieren im Bereich des Frauenfußball im Einsatz:

  • Fußball-Europameisterschaft der Frauen 2009
  • Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen 2011
  • Olympisches Fußballturnier der Frauen 2012
  • Fußball-Europameisterschaft der Frauen 2013
  • U-20-WM der Frauen 2014
  • Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen 2015
  • Fußball-Europameisterschaft der Frauen 2017

Herbert Fandel wehrte sich in der „Bild“ vor drei Jahren noch gegen den Vorwurf, den Aufstieg von Steinhaus zu verhindern: „Ehrlich gesagt kann ich überhaupt nicht nachvollziehen, wie man zu der Annahme kommt, dass wir in der Schiedsrichterkommission einen Aufstieg von Bibiana Steinhaus in die Bundesliga blockieren. Wir unterstützen sie wie jeden anderen Schiedsrichter auch. Für einen möglichen Aufstieg in die Bundesliga zählen aber alleine die Leistungen in der 2. Bundesliga im Vergleich zu den anderen Schiedsrichtern dieser Klasse. Dabei spielt es überhaupt keine Rolle, ob es sich um einen Mann oder eine Frau handelt.“

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