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Der Trainerverschleiß beim FC Schalke 04 ist enorm

“Es gibt so viele Trainer, die kommen und gehen. Irgendwann vergisst du mal die Vornamen.”

– wer erinnert sich nicht an diese Aussage von Rudi Assauer. Der frühere langjährige Manager des FC Schalke 04 erklärte dies, nachdem er einen seiner neuen Trainer beim falschen Vornamen nannte. Als Ralf Rangnick im März 2011 als neuer Coach der Knappen vorgestellt wurde, sprach Assauer stets von Rolf Rangnick auf der Pressekonferenz. Seine Erklärung hinterher sorgte wieder einmal für Lacher. Doch inzwischen ist deutlich, dass die Aussage vom Schalker Urgestein immer ernster wird. Denn lässt man den Hamburger SV einmal beiseite, gibt es keinen Bundesligisten, der so viele Trainer verschlingt wie der FC Schalke 04.

Markus Weinzierl muss nach durchwachsener Saison gehen

Nachdem es die vergangenen Tage schon entsprechende Gerüchte gab, folgte am Freitag der Paukenschlag. Trainer Markus Weinzierl musste beim FC Schalke 04 seinen Posten räumen. Nach nur einer Saison war für den vorherigen erfolgreichen FC Augsburg Trainer Schluss. Etwas merkwürdig ist dabei, dass der ebenfalls erst ein Jahr bei Schalke tätige Manager Christian Heidel diese Entlassung jetzt erst vorgenommen hat. Nach der schwachen Schalker Saison wäre diese Trainerentlassung direkt nach dem Saisonende durchaus verständlich gewesen. Doch nun mit einigen Wochen Abstand ist diese Entlassung durchaus fragwürdig. Mit 344 Tagen im Amt kann Heidel in der jüngsten Vergangenheit fast schon als Durchschnittstrainer angesehen werden.

Foto: Ververidis Vasilis / Shutterstock.com

Als Weinzierl vor einem Jahr als neuer Coach der Königsblauen vorgestellt wurde, da war ihm noch nach Scherzen zumute. Denn er sagte bei der ersten Pressekonferenz:

“Ich werde mir ein Haus in der Nähe des Stadions suchen. Ich habe aber schon eine Absage bekommen, weil sie einen langfristigen Mieter wollten”

Kein Jahr später, hat sich dieser Trend weiter bestätigt. Wie mehrere Medien berichteten, wurde der Trainer des Tabellenzehnten am Freitag in seinem Urlaub auf Sardinien per Mobiltelefon über die Entlassung informiert. Denn der Coach soll es demnach abgelehnt haben, von seinem Urlaubsort nach Mallorca zu fliegen, um dort von Clubchef Clemens Tönnies persönlich vom Rauswurf zu erfahren. Laut Bild-Zeitung sagte Manager Heidel:

“Ich muss akzeptieren, dass sich Markus Weinzierl nicht mehr mit mir treffen wollte. Meine endgültige Entscheidung über den Trainer habe ich wirklich erst nach der Saison-Analyse getroffen. Ich war von einem gemeinsamen Weg nicht mehr überzeugt. Ich habe einen Fehler gemacht und ihn korrigiert.”

Nachfolger wird Domenico Tedesco vom FC Erzgebirge Aue. Wie lange er wohl den viel zu hohen Ansprüchen auf Schalke genügen kann, fragt sich schon manch ein Fan der Knappen. Die Worte zur Entlassung von Weinzierl enthalten die in einem solchen Fall üblichen Floskeln. Heidel sagte:

„Wir haben die gesamte Saison auf den Prüfstand gestellt, um die Basis für eine möglichst erfolgreiche kommende Saison für den FC Schalke 04 zu legen. Das Ergebnis unserer Überlegungen ist, dass wir Veränderungen vornehmen müssen, um die von uns gewollte Entwicklung vorantreiben zu können. Dies beinhaltet auch eine Neubesetzung der Position des Chef-Trainers.”

Felix Magath, Jens Keller und Mirko Slomka die Ausnahmen auf Schalke

Der Trainerverschleiß beim FC Schalke 04 ist nämlich grenzenlos. In den vergangenen elf Jahren durften sich einige Fußballlehrer auf Gelsenkirchen ausprobieren – gescheitert sind sie letztendlich praktisch alle. Mirko Slomka (Januar 2006 bis April 2008) und Felix Magath (Juli 2009 bis März 2011) waren dabei noch die positiven Ausnahmen. Beide mussten aber ebenfalls vorzeitig ihren Platz räumen. Dies trifft auch auf Jens Keller zu, der neben Slomka sogar am Längsten im Amt war (Dezember 2012 bis Oktober 2014). Der jetzige Coach vom 1. FC Union Berlin aber war im Prinzip jeden einzigen seiner 660 Tage im Amt beim FC Schalke 04 umstritten.

Ansonsten erging es einigen Coaches so wie Markus Weinzierl. André Breitenreiter versuchte sich in der Saison 2015/2016 und musste als Vorgänger von Weinzierl ebenfalls nach einer Spielzeit gehen. Zuvor brachte es Roberto Di Matteo sogar nur auf 231 Tage von Oktober 2014 bis Mai 2015. Auch Coaches wie Ralf Rangnick, Fred Rutten, Mike Büskens oder Seppo Eichkorn werden sich nicht wegen ihrer langen Amtszeit in den Geschichtsbüchern in Gelsenkirchen verewigen. Auch die zweite Amtszeit von Huub Stevens von September 2011 bis Dezember 2012 war unter dem Strich kein langes Erfolgskapitel.

Foto: Ververidis Vasilis / Shutterstock.com

Huub Stevens Rekordhalter beim FC Schalke 04

Dabei ist Huub Stevens ja sogar Rekordhalter in Sachen Trainerzeit beim FC Schalke 04. Denn der Holländer brachte es in seiner ersten Amtszeit auf fast schon sensationelle 2.090 Tage. Von Oktober 1996 bis Juni 2002 verbuchten die Königsblauen unter dem Niederländer eine der erfolgreichsten Epochen überhaupt. Auch Jörg Berger (Oktober 1993 bis Oktober 1996), Diethelm Ferner (Juli 1983 bis Juni 1986) oder Ivica Horvat (Juli 1971 bis Juni 1975) knackten immerhin die 1000-Tage-Marke auf Schalke.

In früheren Zeiten übrigens war dies – im Gegensatz zu heute – etwas vollkommen Normales beim siebenfachten deutschen Meister. Denn von den 1930er bis 1960er Jahren war es bei dem Club aus dem Ruhrpott an der Tagesordnung, dass die Trainer über Jahre blieben. Coaches wie Hans Schmidt, Fritz Szepan, Edi Frühwirth oder Georg Gawliczek trainierten den FC Schalke 04 stets vier oder fünf Jahren. Dies ist in den heutigen Zeiten kaum vorstellbar. Die ersten Wetten laufen schon darauf, ob Tedesco in einem Jahr noch Coach bei den Königsblauen sein wird…

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