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Es brodelt beim FC Schalke 04: Christian Heidel am Pranger

Die Diskussionen sind so alt, wie der Fußball selbst: Wie viel Tradition braucht ein Verein wirklich? Aktuelle Beispiele wie RB Leipzig oder auch VfL Wolfsburg zeigen deutlich, dass eine Mannschaft auch dann erfolgreich sein kann, wenn die Jugendabteilung und der Nachwuchs nur eine untergeordnete Rolle spielen. Allerdings ist bei diesen beiden Beispielen die eigene Geschichte auch lange nicht so ruhmreich wie bei den Traditionsvereinen Hamburger SV, Borussia Mönchengladbach oder dem FC Schalke 04. Alle diese Vereine leben und zehren von einer Fanbasis, der die Tradition und die Historie des eigenen Vereins sehr am Herzen liegt. Und genau das ist etwas, um das sich die Ultras der Knappen derzeit große Gedanken machen.

Spruchbänder gegen Heidel

Es passierte vor dem Anpfiff des Bundesligaspiels Schalke gegen den VfB Stuttgart: In der Nordkurve präsentierten die Ultras gleich mehrere Spruchbänder, die sich mit dem jetzigen Sportvorstand Christian Heidel beschäftigen. „70 Millionen ausgegeben – dafür 70 Prozent der Identität verloren“, „Identitätsverlust stoppen – Knappenschmiede stärken!“, „Die Wurzeln achten und nicht vernichten!“ und „Vom Autohändler zum Identitätsschänder“ hieß es dort. Hintergrund: In der Sommerpause gab der Verein viel Geld für neue Spieler aus, konnte im Gegenzug aber Spieler, die bereits bei Schalke groß geworden sind, nicht halten. Vor allem der Weggang von Benedikt Höwedes stieß auf massive Kritik. Und: Der Sportdirektor Christian Heidel war vor seiner Tätigkeit als Sportmanager als Autohändler unterwegs.

Foto: Imago/Team 2

Die vergangene Saison: Enttäuschend

Die Fans hielten während der vergangenen Saison noch weitestgehend die Füße still, es war die erste Saison für Christian Heidel. Sie verlief besorgniserregend: Die Mannschaft belegte am Ende nur den enttäuschenden zehnten Tabellenplatz, womit die internationalen Startplätze klar verfehlt wurden. Das bedeutet: Keine Europa League, keine Champions League in der Saison 2017/18. Natürlich haben die Fans im Sommer erwartet, dass etwas passiert – aber eben nicht das, was dann tatsächlich passierte. Mit Nabil Bentaleb, Yevhen Konoplyanka, Amine Harit und Pablo Insua wurden neue Leute geholt, dafür mussten aber Schalker Originale wie Benedikt Höwedes und Sead Kolasinac gehen. Der eine war sicherlich nicht zu halten, der andere aber schon – nur Trainer Domenic Todesco war nicht davon zu überzeugen, mit Höwedes eine weitere Saison zu bestreiten.

Gegenstimmen: Gemäßigte Ansichten

Es gibt natürlich auch andere Ansichten, als die der Ultras. Schließlich sind Spieler wie Draxler, Sané oder auch Kolasinac auf Schalke langfristig nicht zu halten, denn diese Leute können auf internationalem Top-Niveau spielen. Das bedeutet im Umkehrschluss auch, dass Leon Goretzka nicht ewig auf Schalke weiterspielen wird. Aber: Durch die fragwürdige Transferpolitik von Heidel gibt es derzeit nur noch 5 Spieler im Kader, die zum eigenen Nachwuchs gehört haben. Beim Champions League Spiel gegen Real Madrid in der vergangenen Saison standen noch 8 Spieler mit Schalker Vergangenheit auf dem Platz.

Problem: Die Knappenschmiede hat sich verändert

Eines der Probleme hängt natürlich auch mit der Knappenschmiede selbst zusammen. Denn nachdem Christian Heidel Sportdirektor wurde, verließ Oliver Ruhnert die Nachwuchsabteilung. Ruhnert und der U-19 Trainer Norbert Elgert hatten zuvor jahrelang dafür gesorgt, dass den Profis der Nachwuchs nicht ausgehen konnte. Doch die Chemie zwischen Ruhnert und Heidel stimmte offenbar nicht – so nahm Ruhnert seinen Hut. Spieler wie Sead Kolasinac, Julian Draxler, Mesut Özil, Manuel Neuer, Joel Matip und Leroy Sane wurden in der Talentschmiede in Gelsenkirchen ausgebildet. Noch im Mai 2017 sagte Ruhnert noch in einem Interview mit „Goal.com“: „Wir stehen für agierende Mannschaften. Wir wollen das Spiel aktiv mit Ball gestalten – das ist unser Ausbildungskonzept. Gleichzeitig stehen wir aber auch für Empathie und Motivation. Das soll bedeuten, dass die Akademie und unsere Jungs die Tradition und die Werte des Vereins wahren. Schalke 04 als Produkt muss für die Jungs auch heute noch erkennbar sein, auch wenn sie mit der Vergangenheit des Klubs nicht groß geworden sind. Die Mentalität heißt, sich alles zu erarbeiten und alles Nötige zu tun, um das Ziel zu erreichen. Wir wissen, dass Fußball ein großes Geschäft ist, nichtsdestotrotz ist es unser Anspruch, das Markenmodell Knappenschmiede mit all der Tradition und totaler Mannschaftsmentalität auf jeden einzelnen zu übertragen.“ Doch schon drei Monate später war Schluss, der Bundesligist und der „oberste Knappenschmied“ beendeten im beiderseitigen Einvernehmen den unbefristeten Vertrag.

Foto: Imago/Team 2

Identifikation auch mit Spielern möglich, die nicht auf Schalke ausgebildet worden sind

Es sollte jedoch darauf hingewiesen werden, dass sich in der Vergangenheit auch viele Spieler in die Herzen der Fans spielen konnten, die ihre Ausbildung nicht auf Schalke beendet haben. Dazu gehören beispielsweise Marc Wilmots, Ebbe Sand, Klaas-Jan Huntelaar oder auch Atsuto Uchida, der erst vor wenigen Tagen emotional verabschiedet worden ist. Das kann natürlich auch den aktuellen Neuzugängen passieren, allerdings braucht das Zeit, und momentan sieht es nicht nur rosig aus. In der aktuellen Saison belegen die Knappen mit 6 Punkten aus zwei Spielen zwar den fünften Tabellenplatz, fingen sich gegen Aufsteiger Hannover 96 allerdings auch schon eine unangenehme 0:1 Niederlage ein, bei der die Mannschaft alles andere als überzeugend gespielt hat.

Ultras werden kaum etwas ändern können

Die Ultras haben in jedem Verein ein großes Gewicht. Allerdings ist dieses niemals so groß, dass Abläufe im Verein entscheidend geändert werden könnten. So ist es auch beim FC Schalke 04. Es wird nicht passieren, dass sich Christian Heidel beeindrucken lässt von den Spruchbändern und den Protesten. Er wird seinen Weg weitergehen und den Trend fortsetzen, der auch schon in anderen Vereinen überall auf der Welt zu sehen ist: Tradition wiegt nicht so schwer wie Geld und Erfolg.

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