FC Bayern München

FC Bayern München

Bis 2016 hat der FC Bayern München 44 nationale Titel (26x Meister, 18x Pokal) und elf internationale Titel gesammelt. Damit hat der Verein die mit Abstand meisten Titel aller deutschen Fußballvereine gewonnen. Die sportlichen Erfolge führen auch zu wirtschaftlicher Potenz, die den FC Bayern München zu den umsatzstärksten Fußballvereinen weltweit zählen lässt.

Der FC Bayern München deutsche Schwergewicht im internationalen Fußball

Das Team des 1900 in der bayerischen Hauptstadt gegründeten FC Bayern München wird 115 Jahre später in Fachmedien zeitweise als vielleicht beste Fußballmannschaft der Welt bezeichnet. Entscheidenden Anteil daran hat die stetige Weiterentwicklung nach dem Gewinn des Triples 2013 (Meister, Pokal und Champions League). Der wahrscheinlich zu dieser Zeit auf dem internationalen Markt begehrteste ehemalige Trainer des FC Barcelona, Pep Guardiola, wechselt an die Isar. Seine Strahlkraft ist mitverantwortlich für weitere Zugänge und Vertragsverlängerungen von Spielern mit internationalem Format.

FC Bayern München

In der Gegenwart gehört der FC Bayern München zu den Schwergewichten im europäischen und Weltfußball. Erstmalig vier nationale Meistertitel hintereinander seit 2011, teils mit enormen Abständen zu allen anderen Mannschaften, zementieren eine Ausnahmestellung des Vereins. In seiner Strahlkraft ist der mittlerweile mitgliederstärkste Verein der Welt mit den spanischen Vertretern Real Madrid und FC Barcelona vergleichbar. Neben der Einbindung vieler ehemaliger Spieler trägt auch die regelmäßige Entwicklung junger deutscher Nationalspieler zur Bedeutung des FC Bayern München für den deutschen Fußball allgemein und die Bundesliga im Besonderen bei. Die teilweise als rau empfundene Geschäftspolitik der mittlerweile zur Aktiengesellschaft ausgelagerten Profifußballabteilung (2002) ruft häufiger Kritik hervor. Das Transfergebaren im Spielermarkt, persönliche Rechtsverfehlungen leitender Funktionsträger und die Einflussnahme in bedeutsamen sportpolitischen Gremien rufen immer wieder Protest hervor.

Die goldenen Siebziger in sportlicher Hinsicht

Als Keimzelle der Entwicklung, die bis zur heutigen Dominanz und den Titelrekorden des FC Bayern München geführt haben, können die frühen 1970er-Jahre gelten. Für den Verein treffen mehrere glückliche Umstände aufeinander. Die 1972 in Deutschland abgehaltenen olympischen Spiele bescheren den Münchner mit dem Olympiastadion die nach dem Berliner Olympiastadion größte Spielstätte Europas. Dazu kommt eine Häufung außergewöhnlich begabter und guter Spieler in der Mannschaft. Rund um die Galionsfiguren Franz Beckenbauer, Gerd Müller und Sepp Maier beginnen auch junge Talente wie Uli Hoeness und Paul Breitner, sich unter dem Trainer Udo Lattek erfolgreich zu entwickeln.

Drei Meisterschaften in Folge, zusätzlich flankiert vom Gewinn des Weltmeistertitels 1974, sorgen für ein fast immer ausverkauftes Stadion. Da der Löwenanteil der Einnahmen im Fußballgeschäft der 1970er-Jahre aus Eintrittsgeldern generiert wird, wächst der wirtschaftliche Vorteil gegenüber anderen Vereinen permanent. Parallel sorgen sportliche Erfolge wie der dreimalige Gewinn des Europapokals der Landesmeister, dem Vorgänger der Champions League, für zusätzliche Spiele und Einnahmen.
1974 kann sich der FC Bayern München in der damals noch regelkonformen Endspielwiederholung 4:0 gegen Athletico Madrid (erste Begegnung 1:1) durchsetzen. Im Jahr darauf gewinnt das Team gegen Leeds United 2:0 und 1975 wird der dritte Titelgewinn in Folge durch ein 1:0 gegen den AS St.-Étienne sichergestellt.

Die goldenen Siebziger begründeten den wirtschaftlichen Status

Der Vorteil der Eintrittsgeldeinnahmen durch das Olympiastadion seit 1972 wird von ersten signifikanten Transfererlösen für einzelnen Spieler begleitet. Der Wechsel von Paul Breitner zu Real Madrid spült die damals fantastische Summe von 1,5 Millionen Deutschen Mark in die Kassen. Franz Beckenbauer wechselt für 900.000 Mark nach New York, damals noch immense Summen und einige weitere niedrigere Transfererlöse und Geschäfte eröffnen dem FC Bayern München ein neues Geschäftsfeld. Gegen Ende der 1970er-Jahre fädelt der 1978 noch aktive Spieler Uli Hoeneß den ersten Sponsorendeal mit dem Nutzfahrzeughersteller Magirus-Deutz ein. Im Folgejahr muss Hoeness seine aktive Karriere wegen eines Schadens am Knie beenden.

Direkt im Anschluss steigt er als Manager beim FC Bayern München und beginnt sofort, sein geschäftliches Talent für den Verein zu verwenden. Er erkennt die enormen Vermarktungs- und Verdienstmöglichkeiten durch Merchandising und arbeitet außerdem daran, weitere Sponsoren und Werbepartner zu akquirieren. Seine erste Saison als Manager endet mit dem Meistertitel für den FC Bayern München und einem Ausgangsjahresumsatz von etwa zwölf Millionen Mark. Mit Beginn der 1980er-Jahre startet der nächste Anlauf, mit nationalen und internationalen Erfolgen an die frühen 1970er-Jahre anzuschließen.

Bewegte Achtziger- und Neunzigerjahre

Zum Start in die 1980er-Jahre gelingt dem FC Bayern München 1981 die Verteidigung des nationalen Titels. Der mittlerweile zurückgekehrte Paul Breitner und Karl-Heinz Rummenigge haben mit 46 gemeinsamen Toren großen Anteil daran. Im folgenden Jahrzehnt kann der FC Bayern München noch fünf deutsche Meistertitel und drei nationale Pokale erringen. Internationale Titel springen in den 1980er-Jahren nicht heraus, zwei Finalteilnahmen 1982 gegen Aston Villa (0:1) und 1987 gegen den FC Porto (1:2) gehen verloren.

Den Übergang zu den 1990er-Jahren kann das Team des FC Bayern München mit immerhin sechs Nationalspielern beginnen, die Weltmeister geworden sind. Klaus Augenthaler, Jürgen Kohler und Stefan Reuter zählen dazu. Während Augenthaler seine Karriere im folgenden Jahr beendet, werden Kohler und Reuter für Millionenbeträge nach Italien verkauft. In der Saison 1991/92 führt der sportliche Aderlass die zweitschlechteste Bundesligaplatzierung in der Vereinsgeschichte. Der zehnte Platz wird nur vom zwölften Rang in der Saison 1977/78 unterboten. Bis 1998 ist die Entwicklung des Teams zerfahren und genügt trotz zwei nationalen Meistertiteln und einem deutschen Pokal den eigenen Ansprüchen nicht.

Am deutlichsten sichtbar ist der Schlingerkurs an den Trainerwechseln abzulesen, in denen Namen wie Sören Lerby, Erich Ribbeck, Giovanni Trappatoni und Otto Rehhagel auftauchen. Trotz namhafter Spieler wie Lothar Matthäus, Mehmet Scholl, Jürgen Klinsmann, Oliver Kahn und dem erstmaligen Auftauchen von Stefan Effenberg kann nur ein internationaler Titel erobert werden. Unter Leitung des Interimstrainers Franz Beckenbauer, der nach der Entlassung von Rehhagel eingesprungen ist, gewinnt der FC Bayern München seinen bis heute einzigen UEFA-Pokal, dem Vorgänger des Europa League-Titels.

Die letzten erfolgreichen Jahre im Olympiastadion

Mit dem Trainer Ottmar Hitzfeld und dem zurückgekehrten Spieler Stefan Effenberg 1998 beginnt eine neue Ära. Der sofort mit großem Vorsprung gewonnenen Meisterschaft im ersten Jahr 1999 (15 Punkte auf Leverkusen) folgt allerdings erst einmal eine historisch bedeutende Niederlage auf internationalem Parkett. Im mittlerweile in Champions League-Finale umbenannten Wettbewerb wird ein Vorsprung von 1:0 gegen Manchester United durch zwei Gegentore in der Nachspielzeit hergeschenkt. Das außerdem kurz darauf verlorene DFB-Pokalendspiel dient im Nachhinein betrachtet zu einer Initialzündung in Richtung Erfolg. Der FC Bayern München gewinnt die beiden folgenden Meisterschaften 2000 und 2001 und wird bis 2010 noch fünfmal nationaler Meister.

Bereits 2001 reagiert das Team um den mittlerweile unbestrittenen Leitwolf Effenberg und sichert sich die Champions League-Trophäe gegen den FC Valencia (1:1 und 5:4 im Elfmeterschießen). Effenberg verlässt den FC Bayern München und mit Michael Ballack trifft der kommende Führungsspieler ein, der entscheidenden Anteil an den kommenden Meistertiteln und den fünf DFB-Pokalsiegen bis 2010 hat. Die Mannschaft entwickelt ein neues Gesicht, bei dem der Transfer des holländischen Torjägers Roy Makaay für die Rekordsumme von knapp 19 Millionen Euro herausragt. 2014 ist für den Erfolgstrainer Ottmar Hitzfeld Schluss und er wird von Felix Magath ersetzt. Mit ihm kommt der bis dahin nach Stuttgart verliehene Philip Lahm und Bastian Schweinsteiger entwickelte sich zum Stammspieler. In der letzten Saison im alten Olympiastadion (2004/05) gewinnt der FC Bayern München das sogenannte Double aus deutscher Meisterschaft und DFB-Pokal.

Wirtschaftliche und sportliche Potenz im neuen Stadion

Der Umzug in die neu erbaute Allianz Arena im Münchner Stadtteil Schwabing-Freimann wird mit der Verteidigung des Doubles eröffnet. Diesem sportlichen Höhepunkt folgt allerdings eine sportliche Talfahrt unter dem Trainer Magath, die zum Verpassen der Champions League führt. Auch der zum Saisonende zurückgekehrte Hitzfeld kann das Blatt nicht mehr wenden. Nachdem Ballack den FC Bayern München 2005 verlässt, startet das Management eine Transferoffensive und verpflichtet Spieler für etwa siebzig Millionen Euro. Auch wegen der 2002 beschlossenen und durchgeführten Auslagerung der Profifußballabteilung in eine AG erlaubt die wirtschaftliche Situation dieses Investitionsvolumen. Parallel dazu steigen die Eintrittsgeldeinnahmen um die 12.000 neuen Sitzplätze im frisch bezogenen Stadion.

Diese wirtschaftliche Lage und Aktivität bringt Spieler wie Franck Ribéry, Luca Toni und Miroslav Klose in das Team. 2008 und 2010 kommen zwei weitere deutsche Meisterschaften dazu, 2008 wieder gemeinsam mit dem DFB-Pokal, dem fünften Double in der Vereinsgeschichte. Den zweiten UEFA-Pokal, jetzt unter dem Namen Europa League, kann der FC Bayern München 2008 allerdings nicht erringen, weil er sich im Halbfinale dem späteren Sieger Sant Petersburg geschlagen (1:1, 0:4) geben muss.

Hitzfeld verlängert seinen Vertrag als Trainer nicht und an seiner Stelle wird der ehemalige Stürmer des FC Bayern München Jürgen Klinsmann eingestellt. Seine teils als revolutionär wahrgenommene Trainingsmethoden stoßen auf ausgeprägte Skepsis. Einige Tage vor dem Saisonende wird er entlassen, und Jupp Heynckes rettet als Übergangslösung die Qualifikation für die Champions League. In der Folgesaison steht der Niederländer Luis van Gaal dem Training vor. In diesem Jahr wechselt Uli Hoeneß vom Manager- auf den Präsidentenposten und als teuerste Spielereinkäufe stoßen Mario Gomez und Arjen Robben zur Mannschaft. Als langfristig bedeutsamste Entscheidung des menschlich schwierigen van Gaals ist die Berufung von Thomas Müller aus der zweiten Mannschaft zu den Profis. 2010 gewinnt der FC Bayern München sein achtes Double und erreicht das Endspiel der Champions League. Das mögliche erste Triple eines deutschen Fußballvereins verpasst van Gaals Team durch ein 0:2 gegen Inter Mailand. In der Mitte der Folgesaison wird der Niederländer entlassen.

Der Weg zum ersten deutschen Triple

Zur neuen Saison kehrt 2011 zum dritten Mal insgesamt und zum zweiten Mal in dauerhafter Anstellung Jupp Heynckes als Trainer zum FC Bayern München zurück. Für ihn und der in Fankreisen nicht unumstrittenen Verpflichtung von Manuel Neuer steht mit dem Austragungsort des Champions League-Finales im eigenen Stadion sofort eine große Herausforderung an. Der FC Bayern München erreicht das Finale, in dem er unglücklich und als bessere Mannschaft gegen den sehr defensiv agierenden FC Chelsea verliert (1:1, 3:4 nach Elfmeterschießen). Ähnlich wie Jahre zuvor löst dieser Misserfolg eine Art Initialzündung aus, die zum bisher erfolgreichsten Jahr des FC Bayern München führt. Nachdem der Ligakonkurrent Borussia Dortmund 2011 und 2012 jeweils deutscher Meister wird, rüstet der wirtschaftlich gesunde Verein erneut mit Spielern auf.

Die deutsche Meisterschaft wird unter Einstellung etlicher Rekordmarken sicher eingefahren und der Gewinn des DFB-Pokals macht das neunte Double perfekt. Eine nahezu perfekte Fußballvorstellung geben die Münchner im Halbfinale ab, als sie den FC Barcelona mit einem 3:0 und 4:0 abfertigen. Im Finale trifft der FC Bayern München auf seinen nationalen Widersacher Dortmund. Mit einem 2:1 Sieg im Londoner Wembleystadion gewinnt das Team das erste Triple einer deutschen Mannschaft. Jupp Heynckes beendet seine Trainerkarriere mit diesem historischen Triumph.

Dreimal Meister, zweimal Pokalsieger und dreimal Halbfinale

Der ehemalige Trainer des FC Barcelona Pep Guardiola übernimmt nach einem Jahr Auszeit das Amt beim FC Bayern München. Das Erbe eines Triple-Siegers stachelt den ehrgeizigen und erfolgsbesessenen Katalanen besonders an. Er perfektioniert das Spielsystem seines Teams und kann dabei auf die wirtschaftlich weiter gesund aufgestellte Kasse des FC Bayern München zählen. Thiago Alcántara bereits in seiner Premierensaison und ein Jahr später Xabi Alonso bringen ihm gute Bekannte aus der spanischen Primera Division in die Auswahl. Als Schnäppchen, weil ablösefrei, stösst mit Alonso auch Robert Lewandowski zum FC Bayern München.

Unter Guardiola wird der FC Bayern München jedes Jahr Meister und erhöht die Anzahl seiner Doubles mit zwei DFB-Pokalsiegen auf insgesamt elf. Dabei werden einige eigene Rekorde aus dem Triplejahr 2013 unterboten. Die Champions League-Auftritte enden in allen drei Jahren im Halbfinale jeweils gegen die spanischen Vereine Real Madrid, den FC Barcelona und Athletico Madrid.

Guardiola kündigt bereits im Frühjahr an, seinen Vertrag nicht verlängern zu wollen. Daraufhin verpflichtet der FC Bayern München 2016 den italienischen Erfolgstrainer Carlo Ancelotti. Als Empfehlung bringt er den Gewinn von fünf Landesmeister- beziehungsweise Champions League-Titeln als Spieler und Trainer mit. Mit dem FC Bayern München übernimmt er den Verein, der in der ewigen Rangliste der Landesmeister- und Champions League-Statistiken nur hinter den ehemaligen Vereinen Ancelottis Real Madrid und AC Mailand liegt.