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FC Chelsea

Der FC Chelsea ist ein englischer Fußballklub, der im Jahre 1905 seine Gründung erfuhr. Der Klub stammt aus West-London, wo sich auch das Stadion des FC Chelsea, befindet. Bereits seit vielen Jahren spielt der FC Chelsea in den oberen Tabellenregionen der englischen ersten Liga (Premier League) und konnte auch schon einige Mal die Meisterschaft für sich verbuchen.

Die frühen Anfänge des FC Chelsea

1905 wurde der Fußballklub FC Chelsea (auch “Chelsea Football Club” oder “Chelsea London”) von den Mears-Brüdern gegründet. Nachdem dem Klub der Spielbetrieb in der Southern League verweigert wurde, musste er zunächst in der Second Division spielen, wo das erste Ligaspiel mit einer 0:1-Niederlage gegen Stockport County endete. Als Emblem für das Vereinswappen wurde der Pensionär gewählt, weshalb der Klub von den Fans auch als “The Pensioners” bezeichnet wurde.

1906 stieg der FC Chelsea prompt in die erste Liga auf und das Zuschauerinteresse war bereits damals enorm. So kamen in der Saison 1907/1908 durchschnittlich rund 17.000 Zuschauer zu den Heimspielen. Bis zur Spielzeit 1914/1915 – nach der der Spielbetrieb aufgrund des Ersten Weltkriegs eingestellt wurde – stieg der FC Chelsea ab und wieder auf. In der Saison 1914/195 belegte das Team der “Pensioners” den 19. und damit vorletzten Tabellenplatz, was eigentlich den Abstieg bedeutet hätte. Nach dem Krieg wurde die Liga jedoch um zwei Plätze erweitert, was für den FC Chelsea den Klassenverbleib bedeutete. Im Jahr 1915 konnte der FC Chelsea das erste Mal das FA Cup Finale erreichen, welches jedoch mit 0:3 gegen Sheffield United verloren ging.

1919/1920 war sodann die erste Saison nach dem Ersten Weltkrieg und der FC Chelsea konnte hier mit Platz 3 die bis dato beste Platzierung der Vereinsgeschichte verbuchen. 1924 stieg der Klub ab und konnte erst 1930 wieder in die damals so benannte First Division zurückkehren. Chelsea war damals für seine starke Offensive bekannt, aber gleichzeitig auch für die recht schwache Abwehrarbeit. 1932 kam Chelsea wieder relativ weit im FA Cup, musste sich jedoch mit 1:2 gegen Newcastle United geschlagen geben. Der Klub spielte in den 1930er Jahren stets in der 1. Liga, war jedoch sehr häufig vom Abstieg bedroht. Die beste Platzierung seinerzeit war der 8. Platz im Jahr 1936. Stets ungebrochen war die äußerst hohe Beliebtheit des FC Chelsea in der Bevölkerung. Am 12. Oktober 1935 kamen 82.905 Fans zum Heimspiel gegen den FC Arsenal – ein Vereinsrekord, der bis heute gültig ist und gleichzeitig die zweithöchste Besucherzahl im englischen Klubfußball. Bis zum Zweiten Weltkrieg konnte der Klub jedoch keine nennenswerten Erfolge erzielen: Der Abstieg konnte stets vermieden werden, Spieler sowie Trainer kamen und gingen.

Das Stadion des FC Chelsea: die international bekannte Stamford Bridge

Auch wenn der Verein im März 1905 gegründet wurde, so beginnt die Geschichte des FC Chelsea und dessen Spielstätte irgendwie doch schon im Jahr 1896: “Gus” Mears und dessen Bruder Joseph kauften damals den “Stamford Bridge Athletics Ground”, auf dem sie Fußballspiele veranstalten wollten. Es dauerte jedoch bis zum Tod des Eigentümers des Grundstücks im Jahr 1904, bis sie das Fußballfeld umbauen konnten. Zunächst sollte hier lediglich der Verein FC Fulham spielen, doch Fulham lehnte ab, da man sich über die Miete nicht einig werden konnte. Zunächst demotiviert weiterzumachen, beschlossen die Mears-Brüder jedoch sodann ihren eigenen Fußballklub zu gründen: den Chelsea Football Club. Wegen der Lage des Stadions im Stadtteil Fulham lag es eigentlich nahe, den Klub “Fulham Football Club” zu nennen, doch dieser Name war bereits durch den bereits bestehenden Verein FC Fulham vergeben. Also gründete man an besagter Spielstätte im Stadtteil Fulham, der Stamford Bridge, den Chelsea Football Club bzw. FC Chelsea.

Das Stadion wurde bereits 1877 geöffnet, war aber nicht für den Fußball geeignet. Erst durch eine spätere Ausweitung des Grundstücks konnte eine für den Fußball geeignete Spielstätte geschaffen werden, die auch sehr vielen Zuschauern Platz bot (zirka 100.000). Aufgrund verschiedener Modernisierungs- und Umbauarbeiten sowie des Verbots von Stehplätzen nach der Katastrophe von Heysel legt das heutige Fassungsvermögen der Stamford Bridge bei 42.055 Zuschauern. Die Umbauarbeiten stürzten den FC Chelsea Anfang der 80er Jahre in den Bankrott, nachdem bereits in den 1970er Jahren die Arbeiten begannen, jedoch die Finanzen des Klubs zu sehr belasteten. Nach jahrelangen Rechtsstreiten bernahmen letztendlich 1997 die “Chelsea Pitch Owners” – ein Zusammenschluss von Fans – das Grundstück sowie die Namensrechte des Klubs Wegen des mit dem Stadion verbundenen Namensrechts darf der FC Chelsea sich auch heute nur dann FC Chelsea oder Chelsea Football Club nennen, solange der Verein seine Spiele an der Stamford Bridge austrägt. Letzte Umbau- und Modernisierungsarbeiten an der Stamford Bridge wurden 2001 abgeschlossen. Es ist grundsätzlich geplant, die Kapazität des Stadions auf zirka 60.000 Sitzplätze zu erweitern. Um das Stadion herum befindet sich das “Chelsea Village of Football” mit modernen Hotels und Bürogebäuden. Die gesamte Bebauung des Grundstücks, auf dem sich auch Wohnhäuser befinden, macht eine Erweiterung des Stadions auf 60.000 Plätze jedoch fast unmöglich.

Foto: Stamford Bridge/Imago/Focus Images

 

Der FC Chelsea ab 1945: der erste Meistertitel und zwei Pokale

Nachdem der Krieg vorbei war, spielte Dynamo Moskau einige Male in England, um ein feierliches Zeichen zu setzen zur Wiederaufnahme des Liga-Spielbetriebs. Rund 75.000 Zuschauer wurden zum Spiel von Chelsea gegen Moskau in die Stamford Bridge eingelassen, welches nach spektakulärem Verlauf 3:3 Unentschieden endete. Da viele Zuschauer beispielsweise über Zäune kletterten und sich so illegal Zutritt zum Spiel verschafften, wurde letztendlich von einer inoffiziellen Zuschauerzahl von zirka 100.000 ausgegangen. Nachdem der Spielbetrieb in der 1.Liga wieder aufgenommen wurde, konnte der FC Chelsea keine besonders erfolgreichen Spielzeiten für sich verbuchen. 1950 gelang der Einzug ins Halbfinale des FA Cups, das jedoch gegen Arsenal verloren ging. 1952 dann nach einem zuvor knappen Verbleib in der 1. Liga wiederum FA Cup Halbfinale gegen Arsenal – jedoch wieder eine Niederlage im Wiederholungsspiel (1:1 im ersten Spiel, 0:3 im zweiten Spiel).

Im Jahr 1952 begann dann eine erfolgreichere Ära in der Geschichte des FC Chelsea: Ted Drake, ehemaliger Stürmer für England und bei Arsenal, übernahm das Traineramt. Eine seiner ersten Amtshandlungen war es, das Emblem des Pensionärs durch einen blauen Löwen zu ersetzen, wodurch sich auch der heutige Name “The Blues” ergibt. Coach Drake, der anders als seine Vorgänger lieber Trainingsanzug anstatt Anzug und Krawatte trug, änderte einiges und setzte vor allem auf viele junge Talente, die er oft aus der zweiten und dritten Liga verpflichtete. Daneben forderte er von den Zuschauern mehr Unterstützung während der Spiele. Zunächst trugen die Änderungen Drakes keine Früchte, doch ab 1954/1955 kam es plötzlich zu einem großen Erfolg: Der FC Chelsea gewann zum ersten Mal die englische Meisterschaft! Es reichten damals sehr geringe 52 Punkte für den Titelgewinn. Chelsea hatte sich mit dem Titelgewinn eigentlich für den Europapokal der Landesmeister qualifiziert, doch die FA entschied sich gegen eine Teilnahme, da sie den nationalen Ligabetrieb als wichtiger erachtete. Nach dem Titel konnte der FC Chelsea nicht mehr an diesen Erfolg anknüpfen, zeigte durchwachsene Leistungen in der Liga und stieg letztendlich Anfang der 1960er Jahre in die zweite Liga ab.

Nachfolger von Drake wurde von 1961 bis 1967 Tommy “The Doc” Doherty, der den Kader neu strukturierte. Der FC Chelsea kehrte 1963 in die 1. Liga zurück, spielte fortan stark und verpasste 1965 nur knapp die Meisterschaft. Neben der Liga und dem FA Cup war Chelsea so auch für den Messepokal – was dem späteren UEFA Cup entsprach – spielberechtigt. Die “Blues” gewannen gegen den AS Rom, den TSV 1860 München und den AC Mailand, sodass sie im Halbfinale des internationalen Pokals standen. Hier schieden sie erst im dritten Spiel – nachdem sie zunächst 0:2 verloren und dann 2: 0 gewannen – gegen den FC Barcelona aus (deutlicher 5:0-Sieg des FC Barcelona). Trainer Doherty setzte in den darauffolgenden Spelzeiten weniger auf Talente, sondern auf etablierte Spieler. Enttäuschende Plätze in der Liga, jedoch auch ein verlorenes FA Cup Finale, waren die Folge und Doherty musste 1967 einem neuen Coach weichen. Dave Sexton hieß fortan und bis 1971 der Trainer, mit dem der FC Chelsea innerhalb von rund vier Jahren zwei begehrte Pokale gewinnen konnte: 1969/1970 den FA Cup (gegen den damaligen Meister Leeds United) und im darauffolgenden Jahr den Europapokal der Pokalsieger (gegen Real Madrid). Der FC Chelsea konnte damit zum ersten Mal diese beiden Pokale gewinnen!

1972 bis 2000: Höhen und Tiefen und letztendlich Erfolg

Ähnlich wie Doherty kam es auch zwischen Coach Sexton und der Mannschaft – trotz zweier Pokalgewinne in seiner Amtszeit – in zunehmendem Maße zu Unstimmigkeiten. Die Leistung der Mannschaft sowie Moral und Disziplin nahmen nach den Cup-Gewinnen immer mehr ab – und Sexton wurde während der Saison 1974/1975 entlassen, nachdem die Spielzeiten zuvor sehr enttäuschend verliefen. Sein Assistent Ron Suart wurde sein Nachfolger, er konnte den Abstieg 1975 jedoch nicht verhindern. Hinzu kamen in dieser Zeit finanzielle Probleme des Klubs – unter anderem durch den geplanten Neubau des “East Stand” des Stadions und der geplanten Erweiterung auf rund 50.000 Sitzplätze. Im Jahr 1976 beliefen sich die Schulden des FC Chelsea auf 3,4 Millionen Pfund. So konnte in den darauffolgenden Jahren kein Transfer vollzogen werden.

Trotz der fehlenden Transfers konnte Coach Eddie McCreadie, der das Team kurz vor dem Abstieg 1975 übernahm, den FC Chelsea 1976/1977 wieder in die 1. Liga zurückbringen. Doch signifikante Probleme umgaben den Chelsea Football Club: mäßige sportliche Leistungen, ein deutlich geringeres Zuschauerinteresse und vermehrt Probleme mit Hooligans. Durch letzteres Problem war Chelsea der erste Fußballklub in England, der am Spielfeldrand Zäune zur Sicherheit aufstellen musste. Da Geld für Transfers fehlte, baute man Spieler aus der eigenen Jugend auf. Coach McCreadie kündigte jedoch plötzlich seinen Job, weil der Klubbesitzer ihm keinen Dienstwagen zur Verfügung stellen wollte.

Ein Ex-Spieler wurde nun der neue Trainer: Ken Shellito. Doch auch Shellito blieb nur kurz. Er sicherte zunächst den Klassenerhalt, doch in der Folgesaison lief es so schlecht, dass Danny Blanchflower das Traineramt übernahm. Es half jedoch nichts und der FC Chelsea stieg erneut ab. 1979 wurde dann der ehemalige Spielerstar (und Held des WM-Endspiels von 1966) Geoff Hurst Coach von Chelsea. Er schaffte fast den Aufstieg in die 1. Liga, im Jahr darauf erreichte er in der Zweitklassigkeit jedoch nur den 20. Platz – und es ging erneut ein Trainer. Und es kam noch schlimmer: Der FC Chelsea stand 1982 kurz davor, bankrott zu gehen, denn Spielergehälter und Tilgungsraten konnten nicht mehr gezahlt werden. Für den Preis von einem symbolischen Pfund wurde Ken Bates neuer Eigentümer. Anfang der 1980er Jahre kam sodann trotzdem nur bedingt Stabilität in den Klub. Es drohte zwischenzeitlich sogar der Abstieg in de Drittklassigkeit.

Bis 1983 mit Manager John Neal der Neuanfang gewagt wurde. 1984 wurde mit offensivem Fußball und dem “Dreiergespann” Dixon-Nevin-Speedie (Anm.: Zusammen schossen diese Spieler innerhalb von drei Jahren annähernd 200 Tore.) der Aufstieg in die Erstklassigkeit. 1984/1985 ging es weiter aufwärts: Chelsea erreichte in der 1. Liga den 6. Platz. 1986 spielte der Klub gar wieder um die Meisterschaft mit und gewann den “Full Members Cup” (im Finale gegen Manchester City), welcher nach der Katastrohe von Heysel gegründet wurde, da englische Klubs nach diesem schlimmen Ereignis nicht an europäischen Pokalwettbewerben teilnehmen durften. Der FC Chelsea ließ fortan jedoch wieder mit seinen Leistungen nach, stieg Ende der 80er Jahre in die 2. Liga ab, doch dann mit insgesamt souveränen 99 Punkten auch wieder in die Erstklassigkeit auf.

 

Die 90er Jahre verliefen nach dem Auf und Ab in den 80ern dafür umso erfolgreicher. 1989/1990 wurde direkt nach dem Wiederaufstieg der 5. Platz in der First Division, der damaligen 1. Liga, belegt. Ebenso gewann man wieder den Full Members Cup, der jedoch nach diesem Jahr wieder abgeschafft wurde, da englische Klubs wieder an internationalen Wettbewerben teilnehmen durften. Anschließend spielte der FC Chelsea weiterhin stark, qualifizierte sich für die neu gegründete Premier League und 1993 wurde Glenn Hoddle neuer Trainer des Vereins. 1994 erreichte der FC Chelsea das FA Cup Finale, verlor aber gegen Manchester United klar.

Da Manchester United sich bereits für die Champions League qualifiziert hatte, durfte der FC Chelsea im Europapokal der Pokalsieger spielen. Man erreichte das Halbfinale dieses Wettbewerbs, das jedoch gegen den späteren Sieger Real Saragossa knapp verloren ging. Die Zeit Mitte der 90er Jahre war eng verbunden mit einigen international bekannten (Spieler-)namen: Ruud Gullit, Mark Hughes und Dan Petrescu, die alle an der Stamford Bridge spielten. 1996 beendete Hoddle sein Traineramt beim FC Chelsea zugunsten des Trainerpostens bei der englischen Nationalmannschaft. Ruud Gullit wurde daraufhin Spielertrainer. Es wurden vom FC Chelsea und Gullit fortan viele namhafte Spieler verpflichtet, wie etwa Frank Leboeuf, Gianluca Vialli, Gianfranco Zola, Roberto di Matteo, Tore André Flo und Gustavo Poyet. Bevor Ruud Gullit 1998 entlassen wurde (Anm: Nicht aufgrund von sportlichem Misserfolg, sondern wegen Unstimmigkeiten zu seinem Gehalt.), konnte sich das Team stets im oberen Tabellendrittel der Premier League behaupten und 1997 auch den FA Cup gewinnen.

Gianluca Vialli wurde nach der Amtszeit von Ruud Gullit Spielertrainer und gewann innerhalb der ersten zwei Monate seiner Amtszeit gleich zwei Pokalwettbewerbe: den Ligapokal mit 2:0 gegen Middlesbrough sowie den Europapokal der Pokalsieger gegen den VfB Stuttgart mit 1:0. Im europäischen Supercup standen sich sodann der FC Chelsea und Real Madrid gegenüber, welches Chelsea dank eines Tores von Poyet für sich entscheiden konnte. Im Jahr 1999 dann die erste Teilnahme des FC Chelsea an der Champions League: Chelsea konnte sich gegen den AC Mailand, Hertha BSC und Galatasaray Istanbul den Gruppensieg sichern und zog in die zweite Gruppenphase ein, wo die “Blues” den zweiten Platz hinter Lazio Rom belegten. Im Viertelfinale scheiterte der FC Chelsea sehr knapp am FC Barcelona. Im Jahr 2000 konnte wieder der FA Cup gewonnen werden – und zwar durch ein 2:0 m Finale gegen Aston Villa. Gianluca Vialli konnte sich zu diesem Zeitpunkt zu Recht als erfolgreichster Trainer Chelseas aller Zeiten bezeichnen.

Mit Abramowitsch: Finanziell und sportlich auf dem Weg nach oben

Anfang des neuen Jahrtausends wurden von Coach Vialli einige teure Transfers getätigt. Es kamen Stars wie Jimmy Floyd Hasselbaink und Eiour Gudjohnsen, die alleine 2001/2002 zusammen 50 Tore verbuchen konnten. Doch Vialli wurde in dieser Saison nach fünf sehr durchwachsenen Spielen entlassen. Sen Nachfolger war Claudio Ranieri, der bis 2004 beim FC Chelsea als Coach arbeitete. Ranieri konnte den Klub in seiner ersten Spielzeit auf den sechsten Platz führen. Zudem verjüngte er fortan das Team, indem er ältere Spieler durch jüngere ersetzte. Zum FC Chelsea kamen damals etwa Spieler wie John Terry, William Gallas, Frank Lampard und Jesper Gronkjaer. In der Liga etablierten sich die “Blues” zunächst jedoch lediglich in der oberen Tabellenhälfte – auch in den Pokalwettbewerben konnten nur Halbfinal- und Finalspiele verbucht werden, jedoch ohne Titel zu gewinnen. Doch 2002/2003 erreichte das Team rund um Claudio Ranieri einen nicht erwarteten, guten 4. Platz in der Premier League und qualifizierte sich so für die Champions League. Während dieser Zeit gab es immer wieder Gerüchte und öffentliche Diskussionen um die scheinbar schlechte finanzielle Verfassung des FC Chelsea, was jedoch sportlich glücklicherweise keine Auswirkungen zeigte.

Das Jahr 2003 ist dann auch aus heutiger Sicht ein wegweisendes Jahr in der Vereinsgeschichte des FC Chelsea: Der russische Milliardär Roman Abramowitsch beschloss, nachdem er bei der WM 2002 seine Begeisterung für den Fußball entdeckte, einen renommierten Fußballklub zu kaufen, also Eigentümer eines Klubs zu werden. Er hatte, so wird angenommen, einige Möglichkeiten, Klubeigentümer zu werden. So waren damals unter anderem Lazio Rom, Chelsea, Arsenal, Tottenham Hotspur und Manchester United im Gespräch. Letzteres Engagement lehnte Abramowitsch aufgrund des Kaufpreises von rund 700 Millionen Pfund jedoch ab. Er entschied sich für Chelsea und einen deutlich geringeren Kaufpreis. Roman Abramowitsch zahlte dem damaligen Klubbesitzer Ken Bates, der den Klubbesitz 1982 für einen symbolischen Pfund erworben hatte, zirka 60 Millionen Pfund. Zugleich übernahm Abramowitsch die Schulden des FC Chelsea in Höhe von zirka 90 Millionen Pfund.

Der FC Chelsea hatte zu diesem Zeitpunkt jedoch auch rund 10 Millionen Pfund Reserve, sodass sich der gesamte Kaufpreis auf etwa 140 Millionen Pfund belief. Die Übernahme des FC Chelsea durch Abramowitsch kam für den Klub gerade noch rechtzeitig und kurz vor dem finanziellen Kollaps, da Chelsea seine Schulden in 2003 nicht mehr hätte tilgen können.

Nach dem Kauf des FC Chelsea durch Abramowitsch im Juli 2003 standen dem Klub und Trainer Ranieri nahezu unbegrenzte Mittel zur Verfügung. Es wurden direkt etwa 100 Millionen Pfund in neue Spieler investiert (u.a. Claude Makélélé, Damien Duff, Geremi Nijtap, Joe Cole), was sich sodann 2003/2004 in einem zweiten Platz in der Premier League niederschlug. Bis 2006 investierte Abramowitsch, der neue russische Besitzer des FC Chelsea, rund 440 Millionen in den Klub. Dieses Vorgehen deckte sich nicht mit seiner Ankündigung, künftig weniger Geld in neue Spieler zu investieren und zu setzen.

2004 bis 2011: Die Ären der Trainer Mourinho und Ancelotti

Nachdem Ranieri 2004 entlassen wurde, kam José Mourinho – Spitzname “The Special One” – zum FC Chelsea. Zu seinem Einstand ließ er betreff seiner Einschätzung zu den Möglichkeiten beim FC Chelsea sinngemäß verlauten: “Nennen Sie mich arrogant, aber: Wir haben ein Spitzen-Team und auch einen Spitzen-Trainer.” Der Erfolg gab “The Special One” Mourinho direkt in seiner ersten Spielzeit 2004/2005 Recht: Der FC Chelsea wurde mit einer Mannschaft gespickt mit Stars englischer Fußballmeister. Protagonisten dieser Zeit waren unter anderem Mittelfeldregisseur Frank Lampard sowie der Sturm bestehend aus Didier Drogba, Arjen Robben und Joe Cole. In dieser Wese gewann der Chelsea Football Club das erste Mal seit 50 Jahren wieder die englische Meisterschaft! Es wurde mit 95 Punkten sogar ein neuer Premier League-Rekord aufgestellt. Mit dem Ligapokal im gleichen Jahr holte sich Chelsea dann auch das Double.

Man gewann hier im Finale gegen Liverpool mit 3:2. Im folgenden Jahr spielte der FC Chelsea in der Champions League. Nach der erfolgreichen Gruppenphase schaltete man zunächst Barcelona und dann im Viertelfinale auch Bayern München aus. Im Halbfinale verlor man nach zwei sehr taktisch geprägten Spielen gegen den späteren Champions League-Sieger FC Liverpool aus (0:0 und 0:1). 2005 sicherte sich Mourinho einige Transferrechte an von ihm begehrten Spielern. Die Saison begann mit neun Siegen in Folge äußerst stark. Letztendlich konnte die Meisterschaft verteidigt werden und José Mourinho feierte seine zweite Meisterschaft mit dem FC Chelsea. In der Champions League schied Chelsea jedoch im Achtelfinale gegen Barcelona aus. Auch im nationalen Pokal erreichte der Chelsea Football Club nicht das Finale. In der Folgesaison betätigte sich Chelsea gewohnt offensiv auf dem internationalen Transfermarkt. Es kamen unter anderem Andrij Schewtschenko (für 50 Millionen Euro) sowie Salomon Kalou, Khalid Boulahrouz und Michael Ballack.

Einige Starspieler, wie etwa Damien Duff oder William Gallas, verließen den Verein. Die Mannschaft verlor jedoch vor allem wegen der Verletzungen von Torhüter Czech und Abwehrchef Terry in der Defensive an Sicherheit, sodass Manchester United an den “Blues” vorbeizog. Chelsea musste die Meisterschaft so an den Traditionsklub aus Manchester abgeben. Dennoch gewann man den FA Cup und den Ligapokal. In der Champions League war nach starken Spielen – gegen unter anderem Barcelona, Porto und Valencia – wiederum im Halbfinale Schluss, als Chelsea nach Elfmeterschießen gegen den FC Liverpool ausschied. Im September 2007 dann die Trennung von José Mourinho. Es wurde gemunkelt, dass sich Klubeigentümer Abramowitsch attraktiveren und offensiveren Fußball gewünscht hätte, als dieser von Mourinho praktiziert wurde.

Ab 2007 dann war Avram Grant neuer Coach bei den “Blues”. Grant hatte zuvor von 2002 bis 2006 die Nationalmannschaft von Israel gecoacht. Grant arbeitete nicht so ergebnisorientiert wie Mourinho, sondern wollte den von Abramowitsch geforderten offensiv-attraktiven Fußball spielen lassen. In Anlehnung an “The Special One” Mourinho sagte Grant: “I’m not special, just normal.” Chelsea belegte in der ersten Saison von Grant einen starken zweiten Platz und verpasste die Meisterschaft erst am letzten Spieltag. In der Champions League hieß der Gegner im Halbfinale erneut Liverpool. Dieses Mal konnte sich Chelsea gegen die “Reds” durchsetzen, verlor jedoch das Finale gegen Manchester United erst nach Elfmeterschießen. Nachdem Grant entlassen wurde, war ab Juni 2008 Luiz Felipe Scolari der neue Trainer. Scolari wurde nach einem kurzen Auf und Ab im Februar 2009 entlassen und auf ihn folgte Guus Hiddink. Hiddink blieb neben seiner Traineraufgabe beim FC Chelsea jedoch auch Trainer der russischen Nationalmannschaft und erhielt deshalb nur einen Vertrag bis Saisonende. Unter Hiddink wurde Chelsea in der Liga Dritter und verabschiedete sich in der Champions League im Halbfinale gegen den FC Barcelona. Hiddink gewann mit Chelsea abschließend den FA Cup mit einem 2:1 gegen den FC Everton. Auf Hiddink folgte von 2009 bis 2011 Carlo Ancelotti als Cheftrainer. Auch unter Ancelotti konnten Erfolge verbucht werden, wie der Gewinn der Premier League und des FA Cups. 2010/2011 wurde Chelsea jedoch “nur” Vizemeister.

Der FC Chelsea seit 2011 und heute

Nach Mourinho kam 2011 erneut ein Trainer vom FC Porto – und zwar André Villas Boas. Coach Boas war bereits von 2004 bis 2007 Mitglied des Trainerstabs von Mourinho beim FC Chelsea. Im März 2012 wurde Boas jedoch bereits entlassen, nachdem Chelsea nur fünf Siege in 16 Spielen einfahren konnte. Bis zum Ende der Saison übernahm der Co-Trainer Roberto di Matteo den Chefposten. Mit d Matteo stellten sich sofort beachtliche Erfolge ein: Der FC Chelsea gewann das FA Cup Finale gegen Liverpool und siegte zudem in der Champions League. Im Finale der Champions League gewann der Chelsea Football Club – nachdem im Halbfinale Barcelona bezwungen werden konnte – in München gegen den FC Bayern München nach einem dramatischen Elfmeterschießen. Chelsea war nach vielen Anläufen somit das erste Mal Gewinner des wichtigsten europäischen Titels!

Roberto di Matteo erhielt auf der Basis seines kurzfristigen Erfolgs im Juni 2012 einen Zweijahresvertrag. Er wurde nach einem durchwachsenen Saisonverlauf in der Folgespielzeit jedoch im November 2012 wieder entlassen. Chelsea drohte es unter anderem, die Gruppenphase n der Champions League nicht zu überstehen. Auf die Matteo folgte Rafael Benítez, der das Aus in der Gruppenphase jedoch auch nicht mehr verhindern konnte. Zugleich verlor Chelsea das Finale der Klub-WM gegen Corinthians Sao Paulo mit 0:1. Chelsea konnte als Gruppendritter der Champions League jedoch weiter an der Europa League teilnehmen. Diesen Wettbewerb gewann der FC Chelsea letztendlich im Finale gegen Benfica Lissabon (2:1).

Zu der Saison 2014/2015 kam ein alter Bekannter zum FC Chelsea zurück: José Mourinho wurde erneut Cheftrainer bei den “Blues”. Unter Mourinho wurde der Klub erneut englischer Meister, schied aber beispielsweise in der 4. Runde gegen den Drittligisten Bradford aus. Hinzu kamen einige unglückliche Transfers des FC Chelsea in dieser Saison. Nachdem der FC Chelsea in 2015/2016 nach dem 16. Spieltag auf dem 16. Tabellenplatz stand, wurde José Mourinho als Trainer entlassen. Auf Mourinho folgten Steve Holland sowie bis zum Saisonende wiederum Guus Hiddink. Seit der Saison 2016/2017 ist Antonio Conte der neue Cheftrainer bei Chelsea. In der Liga sind die “Blues” auf Meisterschaftskurs, jedoch sind sie aufgrund der schlechten Vorsaison nicht in einem europäischen Wettbewerb vertreten.

 

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