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FSV Frankfurt – zwischen hohen Weihen und tiefen Tälern

Viele größere Städte im deutschen Fußball haben mehr als einen relevanten Fußballclub hervorgebracht. In Hamburg ist die Rivalität zwischen dem HSV und dem FC St. Pauli legendär, in München jene zwischen dem FC Bayern und dem TSV 1860. Berlin hatte gar schon vier verschiedene Clubs in der ersten Bundesliga. Da fällt eine andere der größten deutschen Städte dann doch etwas ab, zumindest in Bezug auf den Bekanntheitsgrad des einen, “kleineren” Rivalen des Platzhirschen in der Stadt. Eintracht Frankfurt, den Deutschen Meister von 1959, kennt jeder, doch der ebenfalls in Frankfurt ansässige FSV spielt in der Wahrnehmung heutiger Fußballfans kaum eine Rolle. Dabei war er zuletzt sogar längere Zeit Zweitligist, ist erst 2016 wieder in die 3. Liga abgestiegen. Allerdings gibt es Gründe dafür, warum einer der traditionsreichsten Clubs in ganz Hessen trotz dieser jüngsten Erfolge heute nur noch eine relativ bescheidene Nebenrolle im Fußball allgemein und auch im Fußball in Frankfurt spielt.

Doch blicken wir zunächst einmal auf die Entstehungsgeschichte dieses Clubs aus dem Frankfurter Stadtteil Bornheim, der seine Heimspiele dementsprechend auch im “Stadion am Bornheimer Hang” austrägt, inzwischen nach einem Sponsor als “Frankfurter Volksbank Stadion” betitelt, Fassungsvermögen: 12.542 Zuschauer, welches aber seit der Umbenennung noch kein einziges Mal – und auch nicht nur annähernd – ausgeschöpft wurde.

Entstehungsgeschichte des FSV Frankfurt

Wie aber kam es überhaupt zur Gründung des FSV, das da nichts anders als ganz klar “Fußballsportverein Frankfurt” bedeutet? 1899 wurde der Club aus der Taufe gehoben, zu einer Zeit, an der allerorten in Deutschland die Fußballvereine wie Pilze aus dem Boden sprossen. Anders als fast alle Fußballvereine, die heute eine Rolle spielen, hat der Club in seiner gesamten Bestehensgeschichte weder seinen Namen geändert, noch ist er mit anderen Clubs aus der unmittelbaren Nähe fusioniert. Er ist also tatsächlich der FSV Frankfurt von 1899, wie er damals gegründet wurde.

Der Club entstammt übrigens – eher ungewöhnlich für die Frankfurter Fußballclubs – einem kleinbürgerlichen Milieu. Zunächst spielte man nach der Gründung auf einer städtischen Spielwiese namens “Prüfling”, seit 1931 ist man dann an der Sportanlage am Bornheimer Hang beheimatet. Seitdem ist man nicht mehr umgezogen, auch wenn sich die Spielstätte selbst diversen Evolutionsschritten unterzog.

Neben Fußball gab es – trotz des Vereinsnamens – rasch auch andere Sportarten, die beim FSV Frankfurt angeboten und ausgeübt wurden. Zunächst waren das Handball, Leichtathletik, Boxen und Hockey. Später kamen auch noch andere Sportarten hinzu. Interessant ist vor allem eine Person aus dem Bereich der anderen Abteilungen. Weltrekordhalter und Olympiasieger über 100 Meter, Armin Hary, startet ab 1960 für den FSV Frankfurt.

Gegründet von ein paar Penällern

Die Gründerväter des Clubs waren übrigens, wie bei so vielen anderen heute noch existierenden, großen Fußballvereinen – siehe FC Schalke 04 oder Borussia Dortmund – einige äußerst junge Männer, die gerade erst die Schulzeit beendet hatten. Zunächst tat man sich trotz aller Beliebtheit in der Region recht schwer mit sportlichen Erfolgen. Die setzten dann erst nach dem Ende des Ersten Weltkriegs ein. Von 1923 bis 1927 wurde man ununterbrochen Meister in der Region am Main. Größter Erfolg in dieser Zeit und letztlich auch in der gesamten Vereinsgeschichte: 1925 zog man nicht nur in die Endrunde der Deutschen Meisterschaft ein, sondern erreichte dort auch das Finale. Dieses ging erst in der Verlängerung mit 0:1 gegen den damals großen 1. FC Nürnberg verloren. Seitdem darf man sich “Deutscher Vizemeister 1925” nennen.

1931 zog man dann an den “Bornheimer Hang” um, bis heute Standort und Stadion des FSV Frankfurt. Nachdem man lange Jahrzehnte in der beinahen Bedeutungslosigkeit – als Fußballclub – verschwunden war, pendelte man in den 1960er und 1970er Jahre noch einmal zwischen Zweit- und Drittklassigkeit, wobei das noch vor Einführung der landesweiten 2. Bundesliga der Fall war.

Immer wieder doch zweitklassig

Von 1975 an bis sage und schreibe 1983 hielt man sich dann tatsächlich in der damals zunächst zweigeteilten 2. Bundesliga, mit einem Ausrutscher, dem Abstieg 1981, wobei der Wiederaufstieg in der Folgesaison erneut vom Abstieg gefolgt war. Selbst in der Zeit danach gelang noch einmal der Aufstieg in die 2. Bundesliga, welcher aber erneut vom direkten Wiederabstieg bestraft wurde.

Es folgten lange Jahre in den Niederungen des Amateurfußballs, ehe man Mitte der 2000er-Jahre dann doch wieder oben angriff. Am Ende der Saison 2007/08 qualifizierte man sich erneut für die 2. Bundesliga, obwohl man als Außenseiter in diese Angelegenheit gegangen war. Fortan spielte man seit 2008 ununterbrochen in der 2. Liga, schnupperte sogar mal am Aufstieg in die 1. Bundesliga, ehe es dann nach der Saison 2015/16, als man gegen Ende der Saison quasi überhaupt keinen Punkt mehr holte, wieder zurück in die 3. Liga ging. Dort hat man sich zumindest aktuell wieder konsolidiert.

Berühmte Köpfe des FSV Frankfurt

Und so wenig der Club bislang – trotz seiner Vizemeisterschaft von 1925 – bislang bundesweit für Aufmerksamkeit gesorgt hat, so viele doch namhafte Spieler oder sonstige Akteure gibt es aus seinem Umfeld zu berichten.

Davon seien hier jetzt in chronologischer Reihenfolge die bekanntesten genannt:

  • Hanno Balitsch
  • Matthias Hagner
  • Georg Knöpfle
  • Horst Trimhold (Ehrenspielführer des FSV Frankfurt)
  • Richard Herrmann (Weltmeister 1954)
  • Matthew Leckie
  • Peter Rübenach


Ebenfalls keine kleine Rolle spielte der FSV Frankfurt übrigens lange Jahre im Frauenfußball. Gleich drei Mal, 1986, 1995 und 1998, wurde der Club Deutscher Meister im Frauenfußball. Zudem gewann man gleich 5x den DFB-Pokal der Frauen im Fußball. Allerdings musste man sich seit der Gründung des Stadtrivalen 1. FFC Frankfurt demgegenüber deutlich zurückziehen, was sportliche Erfolge angeht. 2006 stieg man dann auch aus der 1. Bundesliga der Frauen aus, in die man seitdem nicht mehr zurückkehren konnte.

Aktuell spielt die Mannschaft der I. Herren nach ihrem Abstieg aus der 2. Bundesliga in der 3. Liga, wo sie zunächst noch weiter abzustürzen drohte. Zur Zeit hat man sich aber gefangen, weshalb es wohl auch erstmal weiterhin Profifußball beim FSV Frankfurt zu sehen geben wird. Gleichwohl will man trotz des geringen Zuschauerzuspruchs mittelfristig wieder aufsteigen.
Fotos:(C)Fussball.com

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