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Heftige Diskussionen nach Videobeweis beim Confed Cup

Die Verwirrung am Ende des Spiels zwischen Chile und Kamerun war groß: Der slowenische Schiedsrichter musste in der Nachspielzeit nach einem Treffer von Eduardo Vargas zum zweiten Mal an diesem Abend den Videoschiedsrichter bemühen. Zuerst entschied er auf Abseits, doch nach der Absprache mit dem Videoschiedsrichter gab er das Tor zum 2:0 schließlich doch. Während die Unparteiischen darüber berieten, standen die Spieler ziemlich ratlos herum. Nach einigen Minuten dann die Auflösung, der Schiedsrichter zeigte auf den Mittelkreis – Anstoß.

Testphase während des Confed Cup

Der Videobeweis steht bereits seit mehreren Jahren in der Diskussion und wurde von Fans, Spielern und Experten gleichermaßen immer wieder gefordert. Jetzt hat die FIFA reagiert und hat eine lange Testphase eingeläutet: Unter Wettbewerbsbedingungen beim Confed Cup. Doch damit sind die Diskussionen noch lange nicht am Ende. Chiles Cheftrainer Juan Antonio Pizzi fasst es zusammen: „Es ist wahr: Dieses System kann eine Menge Atemnot hervorrufen. Am Ende wird die Technologie aber wahrscheinlich mehr Gerechtigkeit in das Spiel bringen.“ Bei den beiden Gruppenspielen am gestrigen Sonntag wurde der Videobeweis insgesamt vier Mal zu Rate gezogen, jedes Mal ging es dabei um die Frage „Tor oder kein Tor“. Somit waren alle Zuschauer live dabei, als sowohl die Stärken als auch die Schwächen dieses Systems aufgezeigt wurden.

Vier Entscheidungen – vier Mal lag der Videoschiedsrichter richtig

Eines vorweg: Durch den Videobeweis wurde am Ende in allen vier Fällen eine richtige Entscheidung des Schiedsrichtergespanns herbeigeführt. So wurde der erste Treffer von Chiles Vargas zuerst gegeben, dann aber wieder gestrichen, denn der ehemalige Hoffenheimer stand bei seinem Torschuss knapp aber am Ende eindeutig im Abseits. Bei seinem Treffer in der Nachspielzeit der 2. Halbzeit war es dann anders herum: Hier stand er trotz der zunächst getroffenen Entscheidung des Schiedsrichters nicht im Abseits. Das Tor wurde am Ende gegeben. Auch beim Spiel zwischen Portugal gegen Mexiko gab es strittige Szenen. In der 21. Minute hätte es 1:0 für den Europameister gestanden, hätte der Videoschiedsrichter nicht für Aufklärung gesorgt. In der 86. Minute, als Cedric Soares das 2:1 erzielte, wurde ebenfalls nachgefragt, hier lief alles korrekt ab und der Treffer wurde zu Recht gegeben. Auch Kameruns Trainer Hugo Broos zeigte sich trotz der Niederlage zufrieden: „Wichtig ist: Es wurden die richtigen Entscheidungen getroffen. Der Videobeweis kann etwas sehr Wichtiges werden. Das hat sich heute gezeigt.“

Foto: daykung / Shutterstock.com

Kritik: Es dauert zu lange

Allerdings dauerte es in allen Fällen sehr lange, bis sich die Entscheidungsträger einig waren. Alleine durch diese langen Zeiträume wurde viel Verwirrung auf und neben dem Platz gestiftet.

  • 56 Sekunden
  • 2:09 Minuten
  • 1:05 Minuten
  • 1:08 Minuten

Diese Zeitangaben kommen unbeteiligten sicherlich kurz vor, doch bei einem Fußballspiel kann eine Minute sehr lang sein – vor allem, wenn nichts passiert. Nach dem aberkannten Führungstreffer von Chile jubelten die Spieler ausgiebig, ehe klar war, dass der Treffer doch nicht zählt. Auch der Gegner war schon längst im Mittelkreis, um sich auf den Anstoß vorzubereiten, ehe die Meldung kam: Ätsch, Tor zählt doch nicht. Eines wurde auch klar: Selbst der Videoschiedsrichter hat es in manchen Situationen sehr schwer. Die Abseitsstellung von Vargas war nur sehr schwer zu erkennen und es dauerte das gesamte Spiel über, bis die Regie ein geeignetes Bild vorweisen konnte, aus der die Abseitsstellung hervorging. Im ZDF-Studio wurde auch nach der Entscheidung fleißig weiter diskutiert. Der Experte des ZDF, der ehemalige Bundesligatrainer Holger Stanislawski, meinte auf die Frage, ob es in seinen Augen Abseits war, oder nicht: „In meinen Augen nicht. Das ist jetzt genau diese Situation, die wir nie haben wollten. Ist er jetzt vielleicht mit der Brustwarze weiter vorne oder nicht? Die Füße sind auf jeden Fall auf gleicher Höhe, das ist ein klarer Vorteil für den Angreifer.“ Laut der offiziellen Regel ist es Abseits, wenn irgendein Körperteil, mit dem ein Treffer erzielt werden könnte (regulär), im Abseits steht. Das schließt dann die Brustwarze mit ein. Und im Falle von Vargas befand sich der gesamte Oberkörper im Abseits – eine korrekte Entscheidung des Videoschiedsrichters.

Santos bemängelt Einseitigkeit

Der Trainer des Europameisters, Fernando Santos, kritisierte indes einen ganz anderen Punkt: „Der Videoreferee wurde nur bei unseren Toren benutzt, obwohl die Szene vor dem 2:2 auch sehr komplex war“, sagte er. Hector Moreno hatte in der Nachspielzeit noch den Ausgleich für Mexiko erzielen können. Und selbst Chicharito, Leverkusens Stürmer bei den Mexikanern, sagte nach dem Spiel: „Es ist etwas schwierig, sich daran zu gewöhnen.“ Der Videobeweis ist derzeit in der Testphase und noch weiß niemand, ob er auch bei der Weltmeisterschaft 2018 zum Einsatz kommen wird. Die Schiedsrichter sind bei diesem System per Funk mit dem Videoschiedsrichter verbunden. Es soll nur eingegriffen werden bei

  • Toren
  • Abseits
  • Rote Karten
  • Elfmeter

Fazit

Inzwischen gibt es von der IFAB ein positives Resümee der bereits erledigten Testphase. „Das Fazit fällt zu 100 Prozent positiv aus, da die Video-Schiedsrichter immer die richtigen Entscheidungen getroffen haben“, so Lukas Brud, der Geschäftsführer des für die Fußball Regeln zuständige Zusammenschluss. „Es gibt noch Bedarf bei der Kommunikation“, schränkte er ein. „Ich hoffe, dass das Verständnis für die Videobeweis-Entscheidungen wachsen wird“, sagte Brud: „Es ist ein sehr komplexes Thema, und wir sind noch am Anfang. Der Confed Cup bietet aber die wunderbare Möglichkeit, es weiter zu testen.“ Wir denken ebenfalls nicht, dass es auf Grund der Diskussionen bei den bisherigen Spielen bereits eine Niederlage für den Video Beweis gegeben hat. Das System befindet sich immer noch in der Testphase – Fehlentscheidungen hat es bisher noch nicht gegeben. Für die Schiedsrichter ist der Video-Beweis eine große Entlastung.

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