Hertha BSC Berlin

Hertha BSC Berlin

Hertha BSC Berlin ist ein deutscher Fußballclub, der derzeit in der ersten Bundesliga spielt. Seine Wurzeln reichen bis ins Jahr 1892 zurück und die Chronik der Erfolge und Misserfolge des Vereins ist ebenso lang. Unter dem Motto „We try. We fail. We win.“ nimmt die Hertha Bezug auf ihre ewige Achterbahnfahrt durch die Ligen und Tabellen Deutschlands.

Zwangsabstiege, Skandale, Wiederaufstiege – Die Geschichte von Hertha BSC Berlin

Die Vereinsgeschichte von Hertha BSC Berlin geht auf den 25. Juli 1892 zurück, als die Geschwisterpaare Fritz und Max Lindner sowie Otto und Willi Lorenz sich irgendwo zwischen Berlin Wedding und Prenzlauer Berg zur Gründung des BFC Hertha 92 entschließen. Da die Brüder jedoch allesamt noch nicht volljährig sind, wird Ernst Wisch – Onkel der beiden Lindner-Brüder Vorsitzender des Clubs, der in seiner nun über 120-jährigen Historie viele Höhen und Tiefen durchlebt hat.

Hertha BSC Berlin

In Fahrt kommt der BFC Hertha 92 vor allem nach der Jahrhundertwende, als er in den „Verband Deutscher Ballspielvereine“ und hierdurch in die damals höchste Liga aufgenommen wird. Durch die Umsiedelung nach Berlin-Gesundbrunnen an den Schebera-Platz erhält der junge Verein zudem eine für damalige Verhältnisse professionelle Spielstätte, welche immer mehr Zuschauer anzieht. Bereits in der Saison 1905/1906 kann die Mannschaft mit der Unterstützung der neu gewonnenen Fans die Berliner Meisterschaft für sich entscheiden. Dies gelingt dem Team auch in den Jahren 1915, 1917 und 1918, obwohl 36 Herthaner im Zuge des Ersten Weltkrieges versterben.

Aufgrund finanzieller Schwierigkeiten schließt sich der Verein 1923 mit dem Berliner Sport-Club zusammen, wodurch Hertha BSC Berlin entsteht. Gegenüber des Schebera-Platzes wird das „Stadion am Gesundbrunnen“ errichtet, welches die liebevolle Bezeichnung „Plumpe“ erhält. Durch diesen Strukturwandel erlebt die Hertha unter Präsident Wilhelm Wernicke eine Blütezeit, in welcher sie viermal als Vizemeister vom Platz geht und mit Legende Hanne Sobek 1930 und 1931 die Meisterschaft gewinnt.

Es folgen Jahre, in welchen der Fußball in den Hintergrund rückt. 1933 übernimmt Hans Pfeiffer nach der Machtergreifung der NSDAP die Präsidentschaft von Hertha BSC Berlin und verdrängt so SPD-Anhänger Wernicke, der von nun an im Hintergrund agiert und während des Krieges beispielsweise die „Fußballwoche“ an Hertha-Mitglieder an der Front schickt. Pfeiffer verhindert Wahlen und indoktriniert den Verein mit der Ideologie des Hitler-Regimes. Als seine Machenschaften wie Titelschwindel sowie finanzielle Unstimmigkeiten bekannt werden, rückt SA-Mitglied Gottfried Rinderspacher an Pfeiffers Stelle.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wird Hertha BSC Berlin von den Alliierten vorübergehend aufgelöst. Zudem liegt die „Plumpe“ in Trümmern. Jedoch gelingt es Wilhelm Wernicke 1949 gemeinsam mit Ernst Reuter und Louise Schroeder die zuvor als „SG Gesundbrunnen“ im ab 1946 wieder aufgebauten gleichnamigen Stadion agierende Hertha unter diesem Namen wieder zu etablieren. Ab 1949 spielt Hertha BSC Berlin dann in einer der neu gegründeten Oberligen mit und erhält prominenten Zuwachs durch Trainer Helmut Schön, der mit einer Gruppe von Spielern aus Dresden nach Berlin flieht. Die Meisterschaft der Stadtliga Berlin kann das Team aber erst 1957 gewinnen, nachdem die meisten Dresdener Spieler bereits lange fort sind und Hertha BSC Berlin zwischenzeitlich sogar in die Amateurliga Berlin absteigt.

Als Berliner Meister gleich Gründungsmitglied der 1963 eingeführten ersten Bundesliga kann Hertha BSC Berlin trotz namhafter Spieler wie Otto Rehhagel oder Helmut Faeder sowie dem Standortwechsel ins Olympiastadion zunächst nicht oben mithalten. Da Erfolge und Zuschauer im ummauerten Berlin ausbleiben, zahlen die Verantwortlichen den Spielern verbotene Handgelder, was 1965 zum Zwangsabstieg führt. Zurück in der ersten Liga zeigt sich der Verein in den 70er Jahren stärker denn je und erreicht 1975 unter anderem mit Mittelfeldspieler Erich Beer die Vize-Meisterschaft. Allerdings ist diese Zeit auch vom „Bundesligaskandals 1971“ geprägt, in den einige Spieler und Funktionäre von Hertha BSC Berlin verwickelt sind und sich von Arminia Bielefeld „kaufen lassen“. Durch hohe Geldstrafen gerät der Club in eine finanzielle Schieflage und muss die „Plumpe“ verkaufen.

Nach guten Auftritten im DFB- und UEFA-Pokal Ende der 70er Jahre verschwindet die Hertha in der Versenkung, steigt zwischen 1980 und 1997 dreimal in die zweite Liga ab und fällt von 1986 bis 1988 sogar in die Amateur-Oberliga zurück. In der Saison 1996/1997 – nach vier Trainer-Wechseln – schafft es der Verein unter anderem mit Axel Kruse sowie unter Manager Dieter Hoeneß und Coach Jürgen Röber, der im Jahr zuvor Stürmer Michael Preetz nach Berlin holte, jedoch wieder in die erste Bundesliga.

Dort läuft es nach einer wackeligen Saison 1997/1998 hervorragend für Hertha BSC Berlin: Der Verein holt sich zwischen 1999 und 2009 achtmal Ränge in den Top-Sechs und schafft 1998/1999 mit Torschützenkönig Michael Preetz und Dariusz Wosz sogar die Qualifikation zur Champions League. Trotzdem beginnt ein munteres Trainer-Karussell: Jürgen Röber wird 2002 nach einem Krisengespräch mit Dieter Hoeneß vorzeitig entlassen und Falko Götz, Huub Stevens, Hans Meyer sowie Lucien Favre erzielen im Verlaufe der 2000er Jahre ordentliche Platzierungen mit Hertha BSC Berlin. In der Saison 2008/2009 übernimmt die Mannschaft zwischenzeitlich sogar die Tabellenführung.

2009/2010 trifft Hertha BSC Berlin weitreichende Personalentscheidungen und für Manager Dieter Hoeneß übernimmt fortan Michael Preetz das Ruder. Zudem wird Coach Lucien Favre nach sechs Niederlagen in Folge entlassen. Aber auch der neue Trainer Friedhelm Funkel kann die Hertha nicht vor dem Abstieg retten. Zwar schaffte das Team nach einem erneuten Trainerwechsel mit Markus Babbel den direkten Wiederaufstieg. Nach Streitigkeiten mit Babbel nebst Entlassung, dem kurzen Zwischenspiel von Michael Skibbe und der Rückkehr von Otto Rehhagel zur Hertha – diesmal als Cheftrainer – ging es für den Verein 2011/2012 jedoch gleich wieder in die zweite Liga. Zuvor verliert Hertha BSC Berlin das Relegationsspiel gegen Fortuna Düsseldorf nach einer Skandalpartie mit bengalischen Feuern und den Platz stürmenden Fans.

In dem darauf folgenden Trainer Jos Luhukay findet die Hertha jedoch zu alter Stärke zurück und schließt die zweite Liga 2013 mit einem Rekord von 76 Punkten auf dem ersten Platz ab. Als Zweitligameister steigt der Verein erneut auf und setzt damit seine Serie des ewigen Auf- und Absteigers fort.

Es geht bergauf – Die aktuelle Situation des Vereins

Besonders der Zeitraum zwischen den Jahren 2008 und 2015 kostete die Hertha Fans einige Nerven. Vom vierten Tabellenplatz in der Saison 2008/2009 ging es weit in den Keller und zweimal stieg die Mannschaft – wie bereits beschrieben – sogar ab. Seit der Saison 2015/2016 scheint die Leidensphase der Hertha-Anhänger jedoch ein Ende zu haben. Da nämlich stieg Trainer Pál Dárdai, der Jos Luhukay nach einer schwachen Hinrunde im Jahre 2014 vorzeitig ablöste und den Klassenerhalt sicherte, voll ein. Immerhin schloss Hertha BSC Berlin die vergangene Spielzeit auf dem siebten Rang ab und durfte somit an der 3. Qualifikationsrunde der Europa League teilnehmen. Dort verlor das Team zwar gegen den dänischen Verein Brøndby IF. Allerdings hat die gute Platzierung und das Auftreten auf europäischer Ebene den Herthaner Spielern wohl eine Menge Selbstbewusstsein zurückgegeben: Die aktuelle Saison 2016/2017 verläuft bislang ausgesprochen erfolgreich für Hertha BSC Berlin.

1. Der Kader
Tor: Rune Almenning Jarstein, Nils Körber, Thomas Kraft
Abwehr: John Anthony Brooks, Niklas Stark, Mitchell Weiser, Marvin Plattenhardt, Peter Pekarík, Sebastian Langkamp, Fabian Lustenberger, Maximilian Mittelstädt, Florian Baak
Mittelfeld: Alexander Esswein, Sinan Kurt, Florian Kohls, Vladimir Darida, Jens Hegeler, Per Ciljan Skjelbred, Genki Haraguchi, Valentin Stocker, Alexander Baumjohann, Ondrej Duda, Allan Rodrigues de Souza, Julius Kade
Sturm: Sami Allagui, Vedad Ibisevic, Salomon Armand Kalou, Julian Schieber

2. Der Trainer
Seit Februar 2015 betreut Pál Dárdai die Herthaner Spieler als Cheftrainer. Der Ungar, der selber lange Jahre aktiv bei der Hertha spielte und angeblich sogar lieber in Berlin blieb, als nach Bayern zu gehen, ist der Rekord-Bundesligaspieler des Vereins mit 286 gespielten Partien im blau-weißen Trikot. Seit 2013 ist der 40-Jährige jedoch nur noch als Trainer tätig. Zunächst coachte er die U15-Mannschaft von Hertha BSC Berlin, übernahm aber zeitgleich auch das Training der ungarischen Nationalelf. Diesen Posten gab er im Juli 2015 wieder ab, da er zuvor im Februar des gleichen Jahres als Cheftrainer der ersten Herrenmannschaft der Hertha von der Geschäftsleitung unter Michael Preetz verpflichtet worden war. Pál Dárdai löste damit Jos Luhukay ab, der mit seinem Team abzusteigen drohte. Unter Dárdai rettete Hertha BSC Berlin sich jedoch auf dem 15. Tabellenplatz in die nächste Saison.

Durch seinen großen Erfahrungsschatz, aber auch mittels neuer Impulse wie etwa Futsal – eine Hallenfußball-Variante – versucht Pál Dárdai seitdem, seine Mannschaft zu inspirieren und zu Höchstleistungen anzutreiben. Durch eine gute Vorbereitung sowie mutiges Offensivspiel wolle er die Gegner schocken, doch gleichzeitig bleibt Dárdai selber ganz entspannt und will nicht allzu viel Euphorie aufkommen lassen: „Ich und mein Trainerstab, so wie wir die letzten paar Monate gearbeitet haben, werden wir schon für eine gute Überraschung sorgen“, sagte der Trainer von Hertha BSC Berlin im Mai 2015 noch. Dies ist ihnen zumindest während der Hinrunde 2016/2017 ordentlich gelungen.

Allerdings verlief die letzte Saison 2015/2016 ähnlich erfolgreich in der Hinrunde. Hertha BSC Berlin holte dann allerdings nur noch 18 weitere Punkte, was jedoch immerhin für einen siebten Tabellenplatz reichte.

3. Heimsieg-Rekord für die Hertha
Eine „Alte Dame“ können Fußballfans und -experten Hertha BSC Berlin in dieser Saison zumindest bislang wirklich nicht nennen. Das Team freut sich gerade über den besten Start seiner Bundesliga-Karriere, 27 Punkte in 14 Spielen sowie ein dritter Rang in der Tabelle stehen zu Buche. Vor allem die zweitbeste Chancenverwertung der Liga mit 15,1 Prozent verwandelten Torschüssen – besser ist hier derzeit nur Borussia Dortmund – sorgt für die hervorragende Ausgangslage der Hertha für die Rückspiele in 2017. Bislang darf das Team acht Siege zählen, davon drei in Folge zum Saisonauftakt. Nur die kürzlich erfolgte Niederlage gegen Werder Bremen birgt einen kleinen Wermutstropfen, hatte die Elf von Pál Dárdai doch in dieser Saison noch nicht zuhause verloren. Trotzdem bleibt Hertha BSC Berlin eines der besten Heimteams der Liga mit 18 erzielten Punkten aus sieben Heimspielen.

Mit Vedad Ibisevic verfügt Hertha BSC Berlin zudem über einen zielsicheren Stürmer, der unter den Top Zehn Torschützen der Bundeliga rangiert. Daneben trifft auch Stürmer Salomon Kalou wieder, der in den letzten sieben Monaten vornehmlich aufgrund privater Probleme kein Tor mehr erzielte. Mit Marvin Plattenhardt und Peter Pekarik hat das Team darüber hinaus zwei hervorragende Flankengeber, die als Abwehrspieler aber auch den gegnerischen Stürmern das Leben schwer machen. Nicht umsonst blieben diese in fünf Partien torlos.

Die größten Erfolge der Mannschaft im Überblick

Wie bereits erläutert, ist die Geschichte von Hertha BSC Berlin durch zahlreiche Ab- und Wiederaufstiege gekennzeichnet. Seit Einführung der ersten Bundesliga hat es die Mannschaft aus der Hauptstadt denn auch noch nicht geschafft, einen Meistertitel zu holen. Allerdings kann das Team trotzdem einige Erfolge verbuchen:

  • Deutscher Meister 1930 sowie 1931 (Vor Einführung der ersten Bundeliga)
  • Vizemeister der Saison 1974/1975 (Ebenfalls 1926, 1927, 1928, 1929)
  • 1977 steht die Hertha zum ersten Mal in einem DFB-Pokal-Endspiel und muss sich hier dem 1. FC Köln erwehren. Dies gelingt zunächst durch ein Unentschieden. Der Sieger wird also im Rahmen des einzigen Wiederholungsspiels des DFB-Pokals – später kommt es nur noch zu Elfmeterschießen – ermittelt. Hier siegt Köln mit einem knappen 1:0.
  • In der Saison 1978/1979 spielt sich Hertha BSC Berlin bis ins Halbfinale des UEFA-Pokals vor. Aufgrund der Auswärtstorregel scheitert die Mannschaft jedoch knapp an Roter Stern Belgrad. 1979 gelingt dem Team zudem wieder der Einzug ins DFB-Pokalfinale. Auch hier erfolgt jedoch eine Niederlage – Diesmal gegen Fortuna Düsseldorf.
  • Obwohl es in der ersten Liga noch nicht geklappt hat, wurde Hertha BSC Berlin bereits dreimal Meister der zweiten Bundesliga (1990, 2011, 2013)
  • 1993 treten die Herthaner erneut im Finale des DFB Pokals an. Diesmal sind jedoch die Berliner Amateure am Zug. Diese scheitern im Endspiel zwar gegen Bayer 04 Leverkusen. Dürfen sich aber als erstes Amateur-Team überhaupt über den zweiten Platz im DFB Pokal freuen.
  • In der Saison 1999/2000 nimmt Hertha BSC Berlin zum ersten und bislang einzigen Mal an der Champions League teil. In der ersten Gruppenphase schlägt die Mannschaft sogar den AC Mailand im Rückspiel sowie den FC Chelsea im Hinspiel. In der zweiten Gruppenphase muss sich das Team dann jedoch den starken Gegnern aus Barcelona und Porto geschlagen geben. Am Ende siegt Real Madrid mit einem 3:0 Sieg über den FC Valencia.
  • UEFA Cup 2000/2001´(Ausgeschieden in der dritten Runde gegen Inter Mailand), 2001/2002 (Ausgeschieden in der dritten Runde gegen Servette Genf), 2002/2003 (Ausgeschieden im Achtelfinale gegen Boavista Porto), 2003/2004 (Ausgeschieden in der ersten Runde gegen Dyskobolia Grodzisk), 2005/2006 (Ausgeschieden im Sechzehntelfinale gegen Rapid Bukarest), 2006/2007 (Ausgeschieden in der ersten Runde gegen Odense BK), 2008/2009 (Ausgeschieden in der Gruppenphase).
  • Europa League 2009/2010 (Ausgeschieden im Sechzehntelfinale gegen Benfica Lissabon)

Die Heimat der Hertha – Das Olympiastadion Berlin

Hertha BSC Berlin spielt seit der Gründung der ersten Bundesliga im Olympiastadion, welches aber auch für andere Veranstaltungen wie etwa das alljährliche DFB-Pokalfinale, Länderspiele oder Leichtathletik-Veranstaltungen genutzt wird. Die Arena, welche sich im Berliner Ortsteil „Westend“ befindet, kann auf eine bewegte Geschichte zurückblicken, wurde sie doch bereits zwischen den Jahren 1934 und 1936 im Zuge der XI. Olympischen Sommerspiele errichtet. Hiervon zeugen auch heute noch die fünf Olympischen Ringe am Osttor des Stadions.

Ursprünglich sollte das für die Olympiade 1916 bereits zuvor erbaute „Deutsche Stadion“, welches letztlich aufgrund des Ersten Weltkrieges nicht genutzt wurde, im Zuge der Vorbereitungen auf die Spiele 1936 nach Plänen von Werner March umgebaut und vergrößert werden. Diese Pläne durchkreuzte jedoch der ehemalige Reichskanzler Adolf Hitler, der March dazu beauftragte, ein ganz neues Stadion an gleicher Stelle zu errichten. Nachdem Hitler die Vorschläge des Architekten jedoch missfielen, erklärte er den Bau der Arena zur Reichssache und nutze das Stadion später unter anderem zu propagandistischen Zwecken. Das Großprojekt kostete rund 42 Millionen Reichsmark und wurde am 1. August 1936 von Adolf Hitler selbst eröffnet.

Im Zuge des Zweiten Weltkrieges dienten Teile der Katakomben des Olympiastadions als Unterschlupf gegen Luftangriffe. Diese zerstörten den Bau jedoch nicht vollständig. Trotzdem musste der Glockenturm erneuert werden und auch Bombenkrater zeugten von den Kämpfen um 1945. Danach wurde das Stadion nach und nach verändert, indem beispielsweise die Führerloge verkleinert oder eine Teilüberdachung im Rahmen der Fußball-Weltmeisterschaft 1974 hinzugefügt wurde.

Für die WM 2006 unterzogen Architekten und Handwerker das Gebäude dann einer vollumfänglichen Modernisierungs- und Erneuerungskur. Von 2000 bis 2004 wurde etwa eine durchgehende Flutlichtbeleuchtung installiert sowie eine komplette Überdachung. Der Umbau kostete rund 242 Millionen Euro. Im Olympiastadion finden 74.649 Personen Platz, die dort unter anderem das WM-Finale 2006 zwischen Italien und Frankreich sowie das Endspiel der Champions League 2015 zwischen dem FC Barcelona und Juventus Turin anschauen konnten.

Weitere interessante Fakten zu Hertha BSC Berlin

  • Der Name „Hertha“ stammt von dem gleichnamigen Dampfer mit blau-weißem Schornstein, welcher zur Zeit der Vereinsgründung auf dem Wannsee fuhr und mit dem Gründungsmitglied Fritz Lindner kurz zuvor gemeinsam mit seinem Vater eine Tour unternommen hatte.
  • Als Vereinskleidung dienen damals zunächst blaue Mützen, die erst etwa ab 1900 durch Trikots ersetzt werden.
  • Das Maskottchen der Hertha ist der brasilianische Braunbär „Herthinho“, der über zwei Meter groß und 128 Kilogramm schwer ist.
  • Große Teile des Vereins wurden 2002 in die Hertha BSC GmbH & Co KGaA ausgegliedert, deren Minderheitsaktionär der Investor „Kohlberg Kravis Roberts & Co“ ist.
  • Den höchsten Sieg seit Bestehen der Bundesliga erzielte Hertha BSC Berlin in der Saison 1969/1970 mit einem 9:1 gegen Borussia Dortmund.
  • Eine herbe Niederlage musste das Team dahingegen zehn Jahre später gegen den Hamburger SV verkraften. Ein 0:6 stellt die bislang höchste Heimpleite der Hertha dar.