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Ist Frankreich die neue Macht im Frauenfußball?

In der UEFA Champions League der Herren sind derzeit die spanischen Teams klar die dominierenden. Bei den Frauen sieht das ganz anders aus: Hier haben die französischen Mannschaften die Oberhand, so dass es in diesem Jahr im Finale der Königsklasse zu dem Duell zwischen Olympique Lyon und Paris Saint-Germain kommen konnte. Doch was macht den französischen Frauenfußball so erfolgreich?

Das Finale in Cardiff – keine Tore bis zum Elfmeterschießen

Es war das erwartete, rein französische Finale in der UEFA Champions League der Damen: Olympique Lyon gegen den FC Paris Saint-Germain. In Cardiff konnte dabei Lyon den Titel erfolgreich verteidigen und zum zweiten Mal hintereinander den Henkelpott holen. Torhüterin Sarah Bouhaddi wurde zur Heldin des Abends, denn sie verwandelte im Elfmeterschießen den entscheidenden Elfmeter zum 7:6, nachdem sowohl in der regulären Spielzeit als auch in der Verlängerung keine Tore fallen wollten. Bei den Titelverteidigerinnen spielte die deutsche Nationalspielerin Dzsenifer Marozsan über die gesamte Distanz, ihre Kollegin Pauline Bremer wurde in der 60. Minute eingewechselt. Die dritte Deutsche, Josephine Henning, kam hingegen überhaupt nicht zum Einsatz. Im Elfmeterschießen konnte Maroszan ihre Aufgabe souverän erledigen. Es ist für Lyon bereits der vierte Titel nach 2011, 2012 und 2016. Damit ist der Klub mit dem bisherigen Rekordhalter FFC Frankfurt gleichgezogen. Und: Es ist bereits das zweite Mal in Folge, dass Olympique das Triple aus Meisterschaft, nationalem Pokal und Champions League holen konnte. Und noch eine Deutsche stand auf dem Platz: Die Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus leitete das Spiel souverän und ohne große Fehler. Lyon tat sich von Beginn an sehr schwer mit dem Gegner, was so von den Experten nicht erwartet worden war. Superstar Alex Morgan musste wegen einer Oberschenkelverletzung bereits in der 23. Minute ausgewechselt werden, PSG kam dadurch immer besser ins Spiel und überzeugte mit exzellenten Kontern – die jedoch zu nichts führten. Lyon hatte insgesamt mehr Ballbesitz, doch die ansonsten oft gezeigte Kreativität und Präzision fehlte an diesem Abend fast völlig. Im Elfmeterschießen verschoss Paris-Torhüterin Katarzyna Kiedrzynek den achten Elfmeter, ehe Lyons Keeperin Bouhaddi traf und damit für die Entscheidung sorgte. „Es ist ein Finale, und wir wussten, dass es nicht leicht wird – PSG hat ein tolles Team. Ich denke, es war ein großartiges Endspiel, auch für die Fans. Wir haben einfach immer weitergemacht und an uns selbst geglaubt. Wir haben einige Elfmeter gut verwandelt, was für unsere starke Psyche spricht – und wir hatten auch ein wenig Glück. Lyon hat heute mit dem zweiten Triple Geschichte geschrieben. Das ist unglaublich. Ich bin heute dabei und wirklich glücklich, ebenfalls Geschichte geschrieben zu haben.“, sagte Marozsán, die zur Spielerin des Spiels gekürt wurde. Gerard Precheur, Lyons Trainer, sagte nach dem Spiel: „Sarah ist großartig mit ihren Füßen. Ich denke, dass sie die beste Torhüterin auf der Welt ist, aber mit den Füßen ist sie außergewöhnlich. Ich habe sie auch gebeten, in einem Ligaspiel einen Elfmeter zu schießen, weil ich dachte, dass sie treffen würde. Heute Abend war das der richtige Moment, weil die andere Torhüterin daneben geschossen hat – Wendie sagte ihr, dass sie schießen solle.“

Foto: Mitch Gunn / Shutterstock.com

Geld regiert die Welt – auch im Frauenfußball

Seitdem der einzige europäische Mannschaftswettbewerb im Frauenfußball als Women’s Champions League ausgetragen wird, stand fast in jedem Jahr eine französische Mannschaft im Finale und traf dort regelmäßig auf eine Mannschaft aus der Frauen Bundesliga in Deutschland. Doch in diesem Jahr gab es zum ersten Mal ein rein französisches Duell zu bestaunen und in einem packenden Endspiel konnte sich Lyon gegen den Dauerrivalen aus der französischen Hauptstadt im Elfmeterschießen durchsetzen. Lyon stand schon vor dem Abpfiff als Favorit fest und ist derzeit im europäischen Frauenfußball das Maß aller Dinge. Die nationalen Wettbewerbe werden von dem Team von Trainer Gérard Precheur schon seit mehreren Jahren dominiert, viermal wurde die Champions League bereits gewonnen und in diesem Jahr konnte das zweite Triple in Folge perfekt gemacht werden. Neben den französischen Nationalspielerinnen wie Eugenié Le Sommer, Élodie Thomis und Wendie Renard sind auch viele internationale Stars mit von der Partie, auch einige Deutsche tragen das Trikot von Olympique Lyon:

  • Dzsenifer Marozsan
  • Josephine Henning
  • Pauline Brehmer

Außerdem ist die amerikanische Stürmerin Alex Morgan dabei und auch die im vergangenen Jahr zur besten Fußballerin Europas gekürte Norwegerin Ada Hegerberg spielt mit. Lyon konnte sich auf dem Weg ins Finale gegen Manchester City durchsetzen, Paris Saint-Germain ließ den FC Barcelona abblitzen. Und auch die deutschen Mannschaften konnten gegen die Konkurrenz aus Frankreich wenig ausrichten. Der FC Bayern München musste sich im Viertelfinale deutlich PSG geschlagen geben, das Rückspiel endete mit einem niederdrückenden 0:4. Auch der VfL Wolfsburg scheiterte: Im Viertelfinale erwies sich Lyon als stärkere Mannschaft. Die Niedersachsen konnten zwar das Rückspiel gewinnen, doch die 0:2 Niederlage aus dem Hinspiel war einfach zu viel. Zum ersten Mal seit zehn Jahren fand so das Finale in der Champions League ohne deutsche Beteiligung statt.

Foto: Mitch Gunn / Shutterstock.com

Wörle: Übermächtiger Gegner mit viel Geld

Es gibt viele Gründe für das Scheitern der deutschen Mannschaften. Bei den Bayern war das Erreichen des Viertelfinales bereits ein großer Erfolg, denn die Frauenmannschaft hat es bislang noch nie soweit geschafft. Zwar konnte das Team von Tom Wörle in den vergangenen Jahren in der Bundesliga die nationalen Gegner auf Distanz halten, internationale Erfahrung geht den Münchnerinnen jedoch ab. Die Wölfinnen haben zwar die nötige Erfahrung, denn zweimal war der VfL bereits Champions League Sieger, doch es fehlt an allen Ecken und Enden an den finanziellen Mitteln, die bei den Franzosen in Hülle und Fülle zur Verfügung zu stehen scheinen. Bayern-Trainer Wörle fasste die Situation folgendermaßen zusammen: „Wir sind gegen einen übermächtigen Gegner ausgeschieden, der finanziell und sportlich in einer anderen Liga spielt.“ Es gibt nur sehr wenige europäische Klubs, die ihre Damenabteilung in ähnlicher Weise fördern wie Lyon oder PSG. Lyon hat ein geschätztes Jahresbudget von sieben Millionen Euro zur Verfügung. In München, Wolfsburg und Frankfurt sind das Dimensionen, die man sich beim besten Willen nicht vorstellen kann. Der VfL investiert nur die Hälfte dieser Summe in den Frauenfußball, die Bayern kommen gar nur mit 1,5 Millionen Euro aus.

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