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Joel Grodowski als leuchtendes Beispiel für alle Kreisligakicker

Joel Grodowski hat es geschafft. Der Sprung aus der Kreisliga in den bezahlten Fußball ist gelungen: Ab der kommenden Saison kickt er beim englischen Drittligisten Bradford City. Der als „Kreisliga-Messi“ bekannt gewordene Grodowski ist damit abseits millionenschweren Transfers in diesem Sommer sicherlich der spektakulärste Fall. Und er beweist: Auch in der Kreisliga schlummern durchaus versteckte Talente, die mehr als nur ihr Feierabendbier nach dem Training genießen wollen.

51 Tore in 27 Spielen

Es ist in Deutschland vielerorts ein Klischee: Kicker aus der Kreisliga spielen nur zum Spaß, treffen sich einmal die Woche in gemütlicher Runde um ein wenig zu kicken, Bier zu trinken und einen geselligen Abend zu haben. Mit Sport hat das nicht viel zu tun. Doch der Fall von Joel Grodowski beweist, dass das nicht die Regel, sondern die klare Ausnahme ist. Denn der 19-jährige wird ab der kommenden Saison in Englands dritter Liga eine Profikarriere beginnen. Zuvor war er noch bei Borussia Dortmund abgelehnt worden, weil er durch den Medizincheck gefallen ist. Er erzielte 51 Tore in 27 Spielen, 94 in den letzten beiden Jahren – dazu kommen viele, viele Torvorlagen. Er war Stürmer beim PSV Bork aus der Nähe von Lünen in Nordrhein-Westfalen. Von seinen Kollegen wird er auch „Kreisliga-Messi“ genannt. „Dazu legt er seinen Mitspielern noch Dreiviertel der Tore auf. Er hat alleine 25 Elfmeter in dieser Saison herausgeholt, wobei man sagen muss, dass die auch berechtigt waren. Er bekommt schon richtig viel auf die Knochen“, berichtet sein Vater, Trainer und Berater Ingolf Grodowski.

Foto: Vlad1988 / Shutterstock.com

In Ahlen und bei Borussia gescheitert

Bevor die Scouts der Borussen ihre Fühler nach dem jungen Mannausstreckten, bekundete auch der FC Schalke 04 Interesse an Grodowski. Allerdings wurde Grodowski beim Probetraining so nervös, dass überhaupt nichts klappen wollte. „Wenn die Familie nicht dabei war, hatte er plötzlich Magenschmerzen und ich habe ihn zu nichts gezwungen, aber jetzt muss er irgendwann den Sprung schaffen, sonst wird ihn das einholen“, so der Papa einst in der rp-onine. Doch der Ehrgeiz ist da und so spielten er und sein Bruder auch beim Regionalligisten Rot-Weiß Ahlen vor, doch konnten die beiden dort nicht überzeugen. Ein Urteil, dass wahrscheinlich wesentlich besser gewesen ist, als das, was von Borussia Dortmund kam, wo der Vertrag schon so gut wie unterschrieben gewesen ist. „Das war wie ein kleines Träumchen, erstmal überhaupt höherklassig Fußball zu spielen und dann noch in Dortmund“, so Joel. Doch die Ärzte wollten im MRT eine Verengung des Spinalkanals an seiner Wirbelsäule gefunden haben. Ein Risiko, dass dem BVB zu groß erschien. „Das war ein Schlag ins Gesicht, alles lief super, ich hatte mich schon so gefreut …“, so Grodowski.

Bradford lässt sich das Talent nicht entgehen

Natürlich hat er einige Tage gebraucht, um mit diesem Tiefschlag klarzukommen. Doch danach zeigte er sich wieder optimistisch und hatte die Hoffnung, irgendwann einmal als Profi zu spielen, nicht aufgegeben: „Mein Ziel ist jetzt erstmals, zu 100 Prozent fit zu werden. Ich habe die richtige Behandlung, das wird sich bessern“, sagt Joel. Und er sollte Recht behalten. Für ein Jahr darf er nun in der harten, englischen dritten Liga sein Talent unter Beweis stellen. „Ich möchte Bradford City A.F.C. für das große Vertrauen und diese einmalige Chance danken. Vielen lieben Dank. Zudem ein großes Dankeschön an meine Familie, die immer an mich geglaubt hat. Ich liebe euch“, schrieb er auf seiner Facebook Seite.

Auch Lachlan Barr schafft den Sprung

Allerdings ist Grodowski nicht der einzige Amateur, der von den Engländern auf die Insel geholt wird. Auch Lachlan Barr, der für den FC Internationale in Berlin gekickt hat, bekommt eine Chance bei Bradford City. Von der Berliner Landesliga in die dritte englische Liga: Ebenfalls ein bemerkenswerter Schritt. Der gebürtige Australier spielte die gesamte vergangene Saison in Berlin. Bis 2016 war er in der zweiten australischen Liga bei Adelaide unter Vertrag. Doch dann wollte er ein Auslandsjahr absolvieren, ging nach Berlin und wollte in der Zeit seine Fußballschuhe an den Nagel hängen. Doch dann führte ein glücklicher Zufall dazu, dass der Berliner Landesligist auf ihn aufmerksam wurde: „Er hatte in Berlin in der Eisdiele gejobbt. Dort hat er einen Spieler von uns kennengelernt. Der hat ihn dann einfach zum Training mitgenommen.“, so Gerd Thomas, der 1. Vorsitzende des Vereins. Wäre das nicht gewesen, wäre es sicherlich nicht zu einem Wechsel in die 3. englische Liga gekommen. Und noch ein anderer Zufall spielte Barr in die Hände: Lars Mrosko, Spielerberater, trainierte den FC Internationale. Inzwischen ist er aber für Bradford City tätig und konnte die Verantwortlichen von Barr überzeugen. Am Sonnabend bestritt Barr bereits sein erstes Testspiel im Trikot von Bradford City. Thomas über seine Stärken: „Er hat viel Herz, ist diszipliniert, körperlich robust und enorm kopfballstark. Damit passt er natürlich perfekt in den englischen Fußball.“

Simon Böhm: Von der Bezirksliga in die Regionalliga

Und es gibt noch einen Amateur, der den Sprung in diesem Sommer geschafft hat: Simon Böhm vom Bezirksligaaufsteiger-Aufsteiger Brandenburg 03 wechselte zur 2. Mannschaft des VfL Wolfsburg. Er absolvierte zuvor ein zweiwöchiges Probetraining und überzeugte die Verantwortlichen dort von seinem Talent. Der 18-jährige machte gleich im ersten Testspiel gegen Royal Union Saint-Gilloise mit einem Tor per Fallrückzieher auf sich aufmerksam. „Wir sind überzeugt von seinen Anlagen und möchten ihm nun die Chance geben, sich unter professionellen Bedingungen weiterentwickeln zu können“, sagt Pablo Thiam, der sportliche Leiter der U23.

Fazit: Mehr als nur Feierabendkicker

Diese drei Fälle dürften der Beweis sein, dass sich in Deutschlands Kreis- Landes- und Bezirksligen noch so einige Talente verstecken, die völlig unter Wert arbeiten beziehungsweise Fußballspielen. Die Mär vom biertrinkenden Feierabendfußballer trifft eben lange nicht auf alle zu.

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