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Kurzporträt des neuen Sportdirektor vom FC Bayern München Hasan Salihamidžić

Seine Biografie, wenn auch mit sehr glücklichem Verlauf, beschreibt einen der möglichen Lebenswege in der Bundesrepublik Deutschland der 1990er Jahre, wenn man so will gar einen europäischen. Hasan Salihamidžić, allen Fußballfreunden aus insgesamt 321 Bundesligaspielen für den Hamburger SV, für den VfL Wolfsburg, aber vor allem für den FC Bayern München bekannt, musste einen weiten Anlauf nehmen, um in jener Bundesliga anzukommen und schließlich neben etlichen Meisterschaften und Pokalsiegen 2001 auch die Champions League zu gewinnen. Beliebt war er auf allen seinen Stationen, selbst bei seinen Gegnern, denn “Brazzo” wie er mit Spitznamen gerufen wird, blieb trotz allem Ehrgeiz humorvoll und oft spitzbübisch.

Als Junge die Heimat Bosnien-Herzegowina verlassen

So richtig in Erinnerung gerufen wurde er dem breiten Publikum dennoch erst wieder, seit er als von 2013 bis 2014 als Experte beim ZDF wieder auftauchte, in perfektem Deutsch, obwohl er dies erst mit 15 Jahren lernte, über die dort übertragenen Spiele dozierte. Und genau in diesem Alter, 15 Jahre, nahm sein Leben eine eigentlich tragische Wendung, die sich für den am 1. Januar 1977 geborene Hasan Salihamidžić als Glücksfall erweisen sollte. Das konnte damals aber noch niemand ahnen, weder er selbst, noch seine Eltern, die ihn wegen des Jugoslawien-Kriegs 1992 aus dem heutigen Bosnien-Herzegowina zu Verwandten nach Hamburg schickten.

Ohne Freunde, ohne Sprachkenntnisse und allein mit einem großen Talent auf dem Fußballplatz im Gepäck kam er schließlich in Hamburg an, wo er immerhin sofort in der Jugendabteilung des Hamburger SV mitwirken konnte. Da war er schließlich auch schon in die Jugendnationalmannschaften U15 und U16 von Jugoslawien berufen worden. Ein Pfund, mit dem er wuchern konnte, denn so fand er schnell Anschluss und lernte ebenso schnell Deutsch, wie es für einen Zugezogenen in einem neuen Land immer elementar ist.

Foto: Jaiz Anuar / Shutterstock.com

Hasan Salihamidzic: Direkt Anschluss beim Hamburger SV gefunden

Hinzu kam natürlich, dass die Sprache des Fußballs international ist. Hier bedarf es nur weniger Kommandos, die man im Nu lernt. Das Spiel selbst kennt keine Sprache. Und darin entwickelte sich Hasan Salihamidžić in jener Richtung weiter, die er schon in seiner Heimat eingeschlagen hatte. Nach drei Jahren in der Jugend des HSV erhielt er tatsächlich einen Profivertrag bei Erstligisten Hamburger SV. Am Ende der Laufzeit dieses seines ersten Vertrags hatte er sich zum vor allem rasend schnellen Stammspieler in der Bundesliga gemausert.

72 Einsätze standen nach diesen drei Saisons zu Buche, dabei gelangen ihm 19 Tore. Dieses große Talent blieb anderen Clubs nicht verborgen. Als er nach Ablauf seines Vertrags beim HSV ablösefrei wechseln konnte, standen die ganz großen Clubs Schlange. Der FC Barcelona war ebenso interessiert wie Manchester United. Doch 1998 wechselte er dann innerhalb Deutschlands zum hier größten Club.

9 Jahre beim FC Bayern mit dem CL-Sieg gekrönt

Dort entwickelte er sich sowohl zur spielerischen Stütze des Teams als auch zum Publikumsliebling. Großen Anteil hatte daran sicher auch sein langjähriger Trainer Ottmar Hitzfeld. Genauso war er selbst aber Profi durch und durch, der – durch die Wirren des Krieges in ein anderes Land geworfen – einen enormen Willen entwickelte, sich zur absoluten Weltspitze im Fußball zu entwickeln. Direkt nach seinem Wechsel wurde er dreifacher Deutscher Meister mit dem FC Bayern München, drei weitere Titel sollten später noch folgen. Doch die absolute Krönung erfuhr seine Laufbahn mit dem Gewinn der Champions League 2001 im Finale gegen den FC Valencia. Hier hatte er im Elfmeterschießen seinen Elfmeter verwandelt. Sicher trug zu seiner Motivation so wie zu jener der meisten seiner Teamkollegen bei, dass er 1999 beim traumatisch gegen Manchester United verlorenen CL-Finale mit von der Partie war. Er wurde sogar erst Sekunden vor den beiden Toren für Manchester eingewechselt, welche ein gewonnen geglaubtes Finale noch umdrehten und den Bayern den Titel entrissen.

Lange Jahre Teil des Korsetts des FC Bayern München

International, aber nicht in Deutschland, noch mehr Stellenwert besitzt der Weltpokal, den “Brazzo” im Anschluss an den Triumph in der Champions League ebenfalls mit dem FC Bayern München gewann. Im Vereinsfußball hat er somit den wichtigsten Titel gewonnen. Für die Nationalmannschaft von Bosnien-Herzegowina lief er zwischen 1996 und 2006 in 42 Spielen (6 Tore) auch noch auf, konnte sich aber damals für kein größeres Turnier qualifizieren.

So bleibt Hasan Salihamidžić – vielleicht mit Ausnahme von HSV-Fans – den Zuschauern in Deutschland vor allem als langjähriger, höchst erfolgreicher Profi des FC Bayern München im Gedächtnis. 9 Jahre, von 1998 bis 2007 spielte er dort. Mit 234 Liga-Einsätzen (30 Tore) ist er bis heute der ausländische Spieler mit den meisten Einsätzen bei den Bayern.

Neben der Champions League gewann er sechsmal die Deutsche Meisterschaft sowie viermal den DFB-Pokal. Auch in seiner eigentlichen Heimat konnte man seine starken Leistungen auf internationaler Bühne nicht übersehen. Viermal (2000, 2004, 2005 und 2006) wurde er zum Fußballer des Jahres in Bosnien-Herzegowina gewählt.

Populärer TV-Experte und Familienvater

Zwar zog er nach seinen neun Jahren in München mit dem Ziel Juventus Turin noch zu einem weiteren Spitzenclub in Europa weiter (und spielte danach noch 15 Spiele für den VfL Wolfsburg). In dieser Zeit war das “Bürschchen”, was sein Spitzname Brazzo bedeutet, aber in der deutschen Fußballöffentlichkeit ein wenig aus dem Fokus geraten. Und das, obwohl er sich auch dort noch einmal vier Jahre auf höchstem Niveau behaupten konnte.

Bei den Fans des FC Bayern München, aber auch bei allen Fußballiebhabern ist Hasan Salihamidžić als fairer Sportsmann mit viel Kreativität und Durchsetzungsvermögen auf dem Platz, mit viel Charme und Humor neben dem Platz in Erinnerung geblieben. So war es nur logisch, dass das ZDF eine zeitlang auf seine ebenso charmant vorgetragenen Analysen baute. Doch auch diese Phase hat er bereits hinter sich gelassen. Nachdem er Markenbotschafter bei den Bayern war, wird Brazzo also nun Sportdirektor des FC Bayern.

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