MSV Duisburg

MSV Duisburg

MSV Duisburg steht für Meidericher Spielverein 02 e.V. Duisburg. Diesen Titel trägt der Verein seit Anfang 1967 offiziell. Die Geschichte des MSV Duisburg ist ebenso wechselhaft wie spannend. Kein Verein stand öfter im Endspiel um den DFB-Pokal, ohne jemals den Titel mit nach Hause nehmen zu können. Im Mai 2016 stieg der MSV Duisburg in die 3. Liga ab, doch der um die 8000 Mitglieder zählende Verein ist fest entschlossen, sich zu alter Glorie zurückzukämpfen.

Gründung und Anfangsjahre des MSV Duisburg

Der Meidericher Spielverein von 1902 e. V. wurde im Juni 1902 in Meiderich gegründet. Diese damals unabhängige Gemeinde wurde später in die Stadt Duisburg eingemeindet. Mitte September wurde der Verein vom Westdeutschen Fußballbund aufgenommen. Doch der Sportverein unterhält nicht nur eine Fußballabteilung, sondern auch Turnen, Leichtathletik, Hockey, Handball, Volleyball und Judo. Die gestreiften Trikots in den Vereinsfarben Blau und Weiß haben der Mannschaft den Spitznamen ‚Die Zebras‘ eingebracht. Nach dem Zusammenschluss mit dem SC Viktoria Meiderich 1905 legte der Verein kurz seinen Namen ab, doch diese Änderung wurde bereits drei Jahre später wieder rückgängig gemacht. Die Vereinigung mit dem regionalen Turnverein 1880 unter dem Großverein Meidericher TuS 1880 löste sich nach vier Jahren im Jahr 1924 wieder auf.

Erste Erfolge des MSV Duisburg

Der Sportplatz, auf dem der Verein spielte, lag unweit der Zeche Westende. Die Anfänge des Fußballvereins waren wenig glamourös: Er begann in der untersten Liga, konnte nach einem kurzen Aufstieg in die 2. Liga im dritten Jahr seines Bestehens diesen Platz nicht halten und rutschte wieder in die 3. Liga ab. Doch schon damals zeigte sich der eiserne Kampfgeist der Zebras: 1910 wurde der Traum endlich wahr, und der MSV Duisburg stieg auf in die A-Klasse. Mit einem sensationellen Torverhältnis von 88:13 Toren gelang dem Verein dann in der Saison 1913/1914 der ersehnte Aufstieg in die Zehnerliga – der bis dahin größte Erfolg des noch jungen Vereins und Grund genug, um in eine rosige Zukunft zu schauen. Im Jahr 1915 erwies sich dieser Optimismus als begründet: Die Mannschaft wurde Ruhrmeister und errang damit die Qualifikation für den vom Westdeutschen Fußballverband ausgelobten Kriegspokal. Nach einem sensationellen 5:0 Sieg gegen den FC Eppenhausen konnten die Zebras den Pokal mit nach Hause nehmen und toppten damit noch ihren bisher größten Triumph. Natürlich verlor der Verein auch den Nachwuchs nicht aus den Augen und gründete eine Jugendabteilung.

MSV Duisburg
Duisburgkurve

Die Jahre nach dem ersten Weltkrieg bis zum zweiten Weltkrieg

Mit Karl Lebzelter erhielt der Fußballverein seinen ersten Trainer. Danach zeigte der MSV Duisburg solide Leistungen. Doch nach einer entscheidenden Niederlage gegen den Duisburger FV 08 wurden die Zebras nur Vizemeister. Auch die Saison 1927/1928 brachte dem Verein nur die Vizemeisterschaft und dazu den wenig schmeichelhaften Spitznamen „Die ewigen Zweiten“.

Im Jahr 1931 wurde der MSV Duisburg Niederrheinmeister und eroberte sich damit die Teilnahme an der westdeutschen Meisterschaft zurück. Doch in der Endrunde mussten die Duisburger sich gegen den FC Schalke 04 geschlagen geben. 1932 gelang es dem MSV Duisburg, in der Bezirksliga Niederrhein den zweiten Platz zu verteidigen, doch im Jahr 1933 folgte dann der bittere Abstieg in die Bezirksliga. Das war ein herber Rückschlag für den Verein, doch erneut zeigte sich die Durchhaltekraft des MSV Duisburg und ein weiterer Abstieg konnte verhindert werden, bis dann 1939 der Spielbetrieb endgültig eingestellt werden musste. Schon die Zeit davor war für den Verein schwer gewesen, da viele der Spieler Wehrdienst leisten mussten und es deshalb schon seit langem nicht mehr zu einem geregelten Spielbetrieb gekommen war.

Endlich der Aufstieg in die Oberliga

Nach dem Krieg waren zunächst nur Freundschaftsspiele möglich, bis die britische Verwaltung 1946 dann die erste Stadtmeisterschaft genehmigte. Diese gewann der MSV Duisburg. Nach einem schwachen Ergebnis in der Bezirksliga Niederrhein verpasste der Verein die Qualifizierung für die Oberliga des frisch ins Leben gerufenen WFV (Westdeutscher Fußballverein). Danach spielte der Verein erst einmal in der Landesliga. Nach dem Aufstieg in die neugegründete 2. Liga West gelang dann endlich unter dem erfolgreichen Trainer Willi („Fischken“) Multhaup der lang ersehnte Aufstieg in die Oberliga.

Es folgten Aufsehen erregende Siege gegen Schalke 04, sowie den 1. FC Köln und Borussia Dortmund. Nach einem zeitweiligen Absacker spielte der Verein in der Saison 1956/1957 unter dem Trainer Helmut Kronsbein wieder in der Oberliga. Ab der Saison 1961/1962 wurde die eingleisige Bundesliga eingeführt, und der MSV Duisburg hatte ein neues Ziel: Die Qualifikation für die Bundesliga. Unter dem Trainer Rudi Gutendorf wurde der MSV – wieder einmal – Vizemeister hinter dem 1. FC Köln.

Vom Ende der 60er bis 1998: Krisen, Schulden und Triumphe

Trotz solider Ergebnisse musste der MSV Duisburg Ende der 1960er mit einer schwindenden Zuschauerzahl und daraus resultierenden Schulden kämpfen. Gerade durch den Einsatz junger Sportler gelang dem Verein dennoch der Klassenerhalt.

Im Jahr 1970 schloss sich der Mannschaft ein Spieler an, der die Geschicke des Vereins in den nächsten zehn Jahren entscheidend mitbestimmen sollte. Bernard Dietz spielte ganze zwölf Jahre für seinen Verein und trug maßgeblich mit zu dessen Erfolg bei. Ein Spiel, das vielen wohl in Erinnerung geblieben sein wird, fand Anfang November 1977 statt. Im legendären 6:3 Sieg gegen den FC Bayern München holte Dietz als Verteidiger vier Tore. Doch die folgende Saison zehrte an den Kräften der Mannschaft, die die gleichzeitige Teilnahme am UEFA-Cup, dem DFB Pokal und der Bundesliga stemmen musste. Zwar konnte das Halbfinale erreicht und der Abstieg verhindert werden, doch wieder einmal musste der Verein gegen finanzielle Sorgen kämpfen. Allen Widrigkeiten zum Trotz hielt sich der MSV Duisburg noch bis 1982 in der ersten Liga, doch dann stieg der Verein in die zweite Liga ab. Dort konnte die Mannschaft zunächst einen soliden Platz auf der Mitte der Tabelle halten, doch auch den verlor sie. Der vorläufige Tiefpunkt war dann die 0:7 Niederlage gegen den Hamburger SV. Statt für einen baldigen Wideraufstieg in die erste Liga musste der MSV Duisburg nun gegen einen weiteren Abstieg kämpfen. Dieses Kunststück gelang zunächst, nicht zuletzt wegen des neuen Trainers Luis Zacarias. Bis zum Ende der 80er waren die folgenden Jahre von Trainerwechseln und Geldsorgen geprägt. Selbst eine Auflösung des Vereins stand im Raum.

Erst im Sommer 1991 gelang dem MSV Duisburg der Wiederaufstieg in die Bundesliga. Dort konnten die Zebras sich durch beeindruckende Leistungen zunächst im ersten Drittel der Tabelle positionieren. Doch dann folgte erneut der Abstieg, zuerst an das Ende der Tabelle und dann in die zweite Liga. Wenn der MSV Duisburg in seiner Vereinsgeschichte jedoch wiederholt eines bewiesen hat, so ist es Kampfgeist: Die Mannschaft kämpfte sich nicht nur zurück in die erste Liga, sondern erreichte auch erneut das Pokalfinale.

1999 bis 2005
In der Saison 1999/2000 konnte der MSV Duisburg seinen Abstieg aus der ersten Liga nicht verhindern. Tatsächlich kehrte die Mannschaft erst in der Saison 2004/05 mit Spielern wie Ivica Grlic und Georg Koch zu alter Größe zurück. Sie begeisterte ihre Fans durch eine unglaubliche Serie von zwölf ungeschlagenen Spielen. Danach folgte die Herbstmeisterschaft durch ein 1:0 gegen den 1. FC Köln. Zum Ende der Saison konnten 10.000 Fans des MSV Duisburg den Sieg ihrer Mannschaft gegen Eintracht Frankfurt und den damit verbundenen Wiedereinzug in die 1. Liga feiern.

2006 bis 2012
Gerade einmal ein Jahr konnte sich der MSV Duisburg in der 1.Liga halten, dann folgte der Abstieg in die 2. Liga. In der folgenden Saison schaffte die Mannschaft den Wiederaufstieg und brillierte mit einigen Aufsehen erregenden Siegen, etwa dem 3:1 Sieg gegen Borussia Dortmund. Doch nach diesen anfänglichen Erfolgen endete die Glückssträhne der Mannschaft, und nach einer Niederlage gegen den FC Bayern wurden die Zebras erneut Tabellenletzter und verloren ihren Platz in der ersten Liga. Die Saison 2010/11 des MSV Duisburg war in erster Linie von finanziellen Sorgen geprägt. Dennoch überzeugten die Spieler durch guten Fußball, und so erreichte die Mannschaft, nicht zuletzt wegen aic, sogar das DFB Pokalfinale. Mit der Niederlage gegen den FC Schalke 04 endeten jedoch die Träume vom Pokal. Doch die große Krise des Jahres 2012 erwartete den MSV Duisburg nicht auf dem Fußballplatz. Die finanzielle Lage des Vereins war inzwischen so desolat geworden, dass eine Insolvenz nur durch das finanzielle Eingreifen der Stadiongesellschafter abgewendet werden konnte.

2013 bis 2015
Ende Mai 2013 wurde dem MSV Duisburg durch den Lizenzierungsausschuss des Ligaverbandes die Lizenz für die Zweitligasaison 2013/14 verweigert. Der Verein zog seine Konsequenzen und entließ daraufhin seinen Geschäftsführer. Auch im Aufsichtsrat kam es zu umfassenden personellen Veränderungen. Der MSV rief das ständige Schiedsgericht an, doch auch hier mussten die Zebras eine Niederlage hinnehmen, denn das Schiedsgericht bestätigte die Entscheidung des Lizenzierungsausschusses. Die Fans stellten sich hinter ihre Mannschaft und gründeten das Aktionsbündnis „Streifen zeigen“, das unter anderem Demonstrationen organisierte. Besonders spektakulär zeigten die Fans ihre Solidarität mit einer 5 Kilometer langen Menschenkette, die von der Duisburger Innenstadt bis zum Stadion reichte. Auch die Fans anderer Fußballvereine schlossen sich den Protesten an. Im Juli wurde dann bekannt, dass die eingereichten Unterlagen, die zum Lizenserhalt nötig waren, nicht den Anforderungen entsprachen. Nach diesem Skandal trat Trainer Runjaic zurück und wurde durch Karsten Baumann ersetzt. Am Ende erhielt der MSV Duisburg schließlich doch seine Spielberechtigung und konnte die Saison in der 3. Liga antreten. Trotz eines Aufstiegs an die Tabellenspitze gelang es den Zebras allerdings nicht, in die zweite Liga zurückzukehren. Finanziell allerdings sah es für den Verein endlich etwas rosiger aus: Die Gläubiger erließen dem MSV Duisburg rund 80 Prozent der Schulden.

In der Saison 2014/15 wurde die Mannschaft von Gino Lettieri trainiert. Am Ende der Saison konnte die Zebras nach einem Heimsieg gegen Holstein Kiel endlich in die zweite Bundesliga zurück kehren. Dort mussten sie allerdings auf den Abstiegsplätzen zittern und schafften erst gegen Ende der Saison den Aufstieg auf einen höheren Tabellenplatz. Im Mai 2016 allerdings mussten die Zebras eine Niederlage gegen die Würzburger Kickers hinnehmen und verloren damit ihren Platz in der zweiten Liga. Doch die Mannschaft um Trainer Ilia Gruev hat in der 3. Liga ihren Platz an der Spitze verteidigen können. Mittelfristiges Ziel ist die Herbstmeisterschaft und dann natürlich die Rückkehr in die 2. Liga.

Das Stadion des MSV Duisburg

Das Wedaustadion wurde 1921 im Sportpark Wedau in Duisburg gebaut. Es konnte etwa 40.000 Zuschauer fassen. Im Jahre 1922 fanden dort die Deutschen Leichtathletikmeisterschaften statt. Eine geplante Großtribüne konnte lange Jahre nicht gebaut werden, da für dieses Vorhaben schlicht und einfach das Geld fehlte. Erst 1962/64 bekam das Wedaustadion seine Großtribüne, die dafür allerdings zu dieser Zeit Standards setzte. Mit immerhin 6500 überdachten Sitzplätzen und fast 3500 Vortribünen-Plätzen bot sich den Besuchern des Stadions ein beeindruckendes Ambiente, das durch eine Flutlichtanlage komplettiert wurde. Der passende Rahmen für den MSV Duisburg, der ab dieser Zeit im Wedaustadion seine Heimspiele bestritt. Anlässlich der Universiade kam es dann Ende der 80er zu weiteren Renovierungen und Umbauten. Das Stadion erhielt unter anderem eine neue Laufbahn und auch eine neue Vortribüne. Mit den bereits zuvor erneuerten Stehplatzrängen konnte das Wedaustadion nun um die 30.000 Zuschauer fassen. Allein die Vortribüne und die Haupttribüne boten 10.000 Sitzplätze.

Das Wedaustadion muss weichen

Im Jahre 2002 wurde Walter Hellmich der Präsident des MSV Duisburg. Vor allem unter der Federführung des Bauunternehmers wurde das Stadion Stück um Stück zwischen Mitte 2003 und 2004 abgerissen und wich der MSV Arena, die später in die Schauinsland-Reisen-Arena umbenannt wurde. Die Namensänderung erfolgte, da 2010 Schauinsland-Reisen die Namensrechte an der MSV Arena übernahm. Zuerst wurden die Nordkurve und die Ostgerade abgerissen, um der Nord-Tribüne und der Ost-Tribüne Platz zu machen. Anlässlich des Spiels der Zebras gegen den Verein Wacker Burghausen wurden die Tribünen eröffnet. Es folgte die Süd-Tribüne, die mit dem Spiel gegen Rot-Weiß Essen ihren feierlichen Einstand bekam. Auf die Haupttribüne mussten die Zuschauer allerdings bis November 2004 warten. Natürlich ist die Schauinsland-Reisen-Arena in erster Linie das Stadion, in dem der MSV Duisburg seine Heimspiele abhält, doch finden dort auch noch andere Events statt.

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